Unten drunter: Schatten von Butscha im Kreishaus

Die Ausstellung „Schatten von Butscha“ wurde am Montag (7. September) im Landratsamt eröffnet. Werner Eismann präsentiert dort Eindrücke aus der Ukraine.
Rund 100 Gäste hatten sich zur Eröffnung der Bilderausstellung „Schatten von Butscha“ am Montag (7. September) im Marburger Landratsamt eingefunden. Künstler und Musiker Werner Eismann präsentiert hier noch bis zum 7. Oktober im Foyer seine Eindrücke, die er bei mehreren Besuchen in der Ukraine fotografisch festgehalten hat.
Dr. Markus Morr vom Fachdienst Kultur des Landkreises eröffnete die Vernissage im Sitzungssaal des Landkreises. „Wir freuen uns sehr, dass diese Ausstellung hier stattfinden kann und besonders, weil auch viele ukrainische Freunde heute hier mit dabei sind, um mit auf die Geschehnisse in der Ukraine aufmerksam zu machen“, sagte Morr.
Dabei zitierte er Eismann, der sagte: „Wir dürfen nicht aufhören, die Ukraine zu unterstützen. Wir können es nicht zulassen, dass Demokratie und Freiheit durch Diktatoren und Machthaber in Gefahr sind. Wir können es nicht zulassen, dass Freiheit mit Füßen getreten wird.“
Zur Einführung in die Ausstellung wurde ein etwa sechsminütiger Film gezeigt, der die Eindrücke von Eismann während seiner Reisen in die Ukraine 2024 widerspiegelt. Unterlegt wurde der Film mit einem – eigens komponierten – Song von Eismann, ebenfalls mit dem Titel „Schatten von Butscha“. Darin beschreibt er: „Augen, die nicht mehr weinen können. Augen, die an Hoffnung glauben. Augen, die Mitgefühl versprühen. Augen, die Liebe nicht mehr sehen.“Morr dankte Eismann auch im Namen des Landrats für sein vorbildliches und privates Engagement und zollte Werner Eismann großen Respekt.
Im Foyer spielte Eismann mit seinen Bandkollegen Ronald Moucka und Bruder Gerhard Eismann als „Softeis unplugged“ zwei ruhige Stücke als Einstimmung auf die Bilder. Zwischendrin berichtete Eismann, wie es zu der Hilfe und auch den persönlichen Begegnungen in der Ukraine gekommen ist: „Kurz nach Kriegsausbruch 2022 war meiner Frau und mir klar, dass wir helfen wollen. Wir haben unsere Galerie – ein eigenes Haus – sofort als Wohngebäude umgestaltet und ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. Mittlerweile sind daraus Freundschaften entstanden und ich bin sehr froh, dass wir alle heute hier sein können.“
Olga Mirkowetz übersetzte die Worte des Künstlers ins Ukrainische. Eismann berichtet zudem, dass er bei seinen Reisen in die Städte Butscha, Irpin und Kiew mehrere Fahrten gemacht hat. „Nicht nur weil ich Impressionen eingefangen habe, sondern wir haben auch stets etwas mitgenommen und gespendet. Dinge, die besonders in Schulen benötigt werden. Unzählige Materialien für Kunstbedarf, auch in meinen Garagen habe ich verschiedenes Musik-Equipment aussortiert und ukrainischen Schulen vor Ort sowie einer Band gestiftet.“
Dadurch sind erneut Freundschaften zustande gekommen. Eismann wollte mehr von diesem Land kennenlernen und mit Menschen sprechen, die dort leben. Zum einen hat Eismann in einer Schule selbst Musikunterricht gegeben. Zum anderen hat er es geschafft, dass die ukrainische Band demnächst nach Marburg kommt und im Kreis zwei Auftritte haben wird. Gemeinsam mit „Softeis“ spielen sie am Sonntag (18. Oktober) in der Lutherischen Pfarrkirche Marburg und am Samstag (24. Oktober) – dem Geburtstag der Eismann-Zwillinge – im Bürgerhaus in Kirchhain.
Die Ausstellung „Schatten von Butscha“ kann bis zum 7. Oktober im Foyer des Landratsamts besichtigt werden. Geöffnet ist sie montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr sowie freitags von 7 bis 14 Uhr.

* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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