Die Sommerferien beginnen in Hessen am Freitag (27. Juni). Oft verbunden sind die Ferien mit einer Urlaubsreise.
Vor Beginn der Urlaubssaison hat die Polizei am Dienstag (23. Juni) einige Hinweise gegeben, wie man sich vor unliebsamen Überraschungen bei der Rückkehr aus dem Urlaub schützen kann. Ob Fernreise oder Urlaub innerhalb der Bundesrepublik – Kontakt zu den Daheimgebliebenen möchte man trotzdem halten und die vielen schönen Eindrücke und Erlebnisse vielleicht nicht erst nach der Rückkehr teilen. So werden über sogenannte „Soziale Medien“ Fotos und Videos gepostet. Natürlich werden auch die E-Mails gelegentlich gecheckt, vielleicht im Onlinebanking überprüft, ob die letzte Handwerkerrechnung mittlerweile beglichen ist oder nun schon eine Kleinigkeit in einem Onlineshop bestellt, damit diese rechtzeitig bei Rückkehr aus dem Urlaub auch geliefert wird.
Das eigene Smartphone oder Tablet nutzt man dazu auch unterwegs gerne. Doch gibt es verschiedene Dinge, die dabei zu beachten sind. Die mittelhessische Polizei gibt deshalb Tipps, um keine bösen Überraschungen im oder nach dem Urlaub zu erleben.
Technische Geräte wie Smartphones, Laptops oder Tablets sind mittlerweile auch im Urlaub teils unverzichtbare Begleiter. Das beginnt beispielsweise schon damit, dass die Flugtickets nur digital auf dem eigenen Smartphone mitgeführt werden. Verlust oder Diebstahl von mobilen Endgeräten bringen daher verschiedene Probleme mit sich. Wichtige private oder auch geschäftliche Daten können verlorengehen.
Daher empfiehlt es sich, vorher zu prüfen, welche Geräte tatsächlich im Urlaub benötigt werden und dann auch nur diese Geräte mitzunehmen. Sämtliche Geräte sollten mit einem starken Passwort und einer Zwei-Faktor-Authentisierung geschützt werden: „Nutzen Sie also neben der Passworteingabe zum Beispiel ein biometrisches Merkmal wie die Gesichtserkennung oder den Fingerabdruck“, empfahl Kriminalhauptkommissar Ulrich Kaiser. Dabei gilt, wie bei EC-Karten, dass Passwörter oder PIN-Nummern nicht auf einen Notizzettel gehören – schon gar nicht, wenn sich dieser Zettel bei dem jeweiligen Gerät befindet. Eine Hilfe, Passwörter sicher zu verwalten und zu schützen, kann dabei ein Passwortmanager sein.
Im Rahmen der hessenweiten Kampagne „Gemeinsam sicher vor Diebstahl und Einbruch“ rät die Polizei dazu, auch für die eigenen vier Wände Vorkehrungen zu treffen: Bevor man in den Urlaub aufbricht, empfiehlt es sich, zu Hause noch die Heimnetzwerke auszuschalten. Alternativ dazu ist auch die Abschaltung des Routers eine Option.
Sollte man Smart Home Module nutzen, empfiehlt es sich für die Dauer der Reise auf den Abwesenheitsmodus zu wechseln. Dadurch bleiben Licht und Rollläden weiterhin funktionsfähig und lassen das Haus auch während der Abwesenheit bewohnt erscheinen. „Sollten Sie auch im Urlaub Soziale Medien nutzen, ist es ratsam, Ihre Privatsphäre-Einstellungen in den jeweiligen Profilen zu prüfen, damit nicht jeder Ihre Urlaubsbilder sehen und dadurch erkennen kann, dass Sie nicht zu Hause sind“, riet Kaiser. Das kann ansonsten die Gefahr erhöhen, während des Urlaubs Opfer eines Einbruchs zu werden. So verständlich es sein mag, die schönen Urlaubsfotos gerne direkt im Netz über die „Sozialen Medien“ zu präsentieren, empfiehlt die Polizei, mit dem Teilen der Bilder bis zur Rückkehr zu warten.
Auch im Urlaub sollten die eigenen Geräte und deren Software auf dem aktuellen Stand bleiben. Betriebssysteme, Virenschutz und Firewalls sind auch hier weiter aktuell zu halten. Da mit Aktualisierungen teilweise ein hoher Datenverbrauch und somit gegebenenfalls auch Kosten einhergehen können, sollte man vor einer Reise prüfen, ob man diese Geräte tatsächlich im Urlaub benötigt.
Bei der Durchführung von Bankgeschäften oder dem Online-Einkauf ist generell besondere Vorsicht geboten. Noch riskanter sind solche Aktivitäten, wenn sie nicht vom gewohnten Heimnetzwerk aus, sondern von unterwegs unternommen werden. Deshalb rät die Polizei, auf Reisen nach Möglichkeit auf Onlinebanking und -Shopping zu verzichten.
Zum Aufrufen von Websites sollten Internetadressen manuell eingegeben oder ein Lesezeichen verwendet werden, bei dem man sich sicher ist, dass es zur korrekten Seite führt. Das Aufrufen von Websites über einen Link aus einer E-Mail heraus sollte unbedingt vermieden werden. So reduziert man die Gefahr, auf Phishing-Websites geleitet zu werden.
Nutzt man den Urlaub, um tatsächlich einmal abzuschalten, ist es nach der Rückkehr häufig so, dass das E-Mail-Postfach überquillt. Auch hier gilt, Mails mit gebotener Vorsicht und in Ruhe zu prüfen, um nicht auf eine Phishing- oder eine andere betrügerische E-Mail hereinzufallen. „Fragen Sie sich beim Lesen stets: Kenne ich den Absender? Ist der Betreff sinnvoll? Erwarte ich einen Anhang?“
Als Fachberater für den Bereich der Cybercrimeprävention im Polizeipräsidium Mittelhessen steht Kriminalhauptkommissar Kaiserbei Fragen gerne zur Verfügung. Erreichbar ist der Präventionsexperte unter der Telefonnummer 0641/7006-2942 oder unter Praevention.PPMH@polizei.hessen.de.
* pm: Polizei Marburg