Ihre neue Geschäftsführung haben Gewobau und SEG vorgestellt. Die beiden städtischen Gesellschaften sind zuständig für Bauen und Wohnen in Marburg.
Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau und die Stadtentwicklungsgesellschaft SEG arbeiten – auf unterschiedliche Arten – an der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und an Projekten rund um Bauen, Wohnen und Gewerbeentwicklung in Marburg. An der Spitze stehen bei beiden städtischen Gesellschaften neue Geschäftsführungen. Das hat die Stadt am Freitag (15. Mai) mitgeteilt.
Mit Jürgen Rausch hat sich im April 2026 ein Fachmann rund um das Bauen und Wohnen in Marburg in den Ruhestand verabschiedet. Er war zuletzt tätig als Geschäftsführer der Gewobau – gemeinsam mit Matthias Knoche – und der SEG. Seine Arbeit wird von kompetenten Geschäftsführungen in beiden städtischen Gesellschaften weitergeführt. Dabei hat der Magistrat sich entschlossen, die Führung beider Gesellschaften personell zu trennen und neu aufzustellen.
Mit der personellen Neuaufstellung von Gewobau und SEG stellen wir unsere Stadtentwicklung noch zukunftsfester auf“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender beider Gesellschaften ist. „Die Gewobau konzentriert sich auf bezahlbaren, klimagerechten Wohnraum, die SEG auf eine nachhaltige Flächen- und Gewerbeentwicklung. Beide Gesellschaften arbeiten dabei miteinander und mit der Stadtverwaltung eng und effizient zusammen – im Sinne der Marburger*innen.“ Spies dankte Rausch ausdrücklich für seine jahrzehntelange, prägende Arbeit und zeigte sich überzeugt, dass die neuen Geschäftsführungen diese erfolgreiche Linie mit neuen Impulsen fortführen werden.
Seit Freitag (1. Mai) ist Dr. Sebastian-Johannes Ernst neuer Geschäftsführer der Gewobau Marburg. Ernst bringt umfangreiche Erfahrung in den Bereichen Wärmewende und Energieversorgung aus seiner Tätigkeit am Fraunhofer ISE mit. Zudem kennt er die Herausforderungen der Wohnungswirtschaft aus seiner jüngsten Position als Abteilungsleiter für Klimaschutz, Technik und Digitalisierung beim Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft. Gemeinsam mit Matthias Knoche, der seit mehreren Jahren erfolgreich die Geschäfte der Gewobau führt, wird er die strategische Weiterentwicklung der Gewobau gestalten.
„Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die nachhaltige Weiterentwicklung unseres Bestandes und die Anpassung an gesellschaftliche Veränderungen gehören zu den zentralen Aufgaben der kommenden Jahre“, betonte Ernst. „Ich freue mich sehr darauf, diese gemeinsam mit Matthias Knoche, dem engagierten Team der Gewobau sowie unseren Partnern und Gremien aktiv zu gestalten.“
Rausch prägte die Entwicklung der Gewobau Marburg seit 2018 maßgeblich. In seine Amtszeit fallen zahlreiche Neubau- und Modernisierungsprojekte sowie bedeutende Vorhaben wie der Bau des Altenzentrums Richtsberg der Marburger Altenhilfe St. Jakob.
Bereits zum 1. April wurden Philipp Höhn und Karsten Dittmar zu Geschäftsführern der Stadtentwicklungsgesellschaft Marburg mbH (SEG) ernannt. Höhn war bislang als Prokurist der SEG und zuvor seit 2016 bei der Stadt Marburg beschäftigt. Er kennt die Aufgaben und Herausforderungen der SEG aus erster Hand und übernimmt die Geschäftsführung in Vollzeit zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben. Eine weitere Stelle wird nicht nachbesetzt. Dittmar leitet hauptberuflich den Fachbereich Planen und Bauen der Universitätsstadt Marburg und ermöglicht durch seine Ernennung eine engere Abstimmung zwischen Bauamt und SEG.
„Für uns steht die Bereitstellung von Gewerbeflächen für die nachhaltige Stadtentwicklung im Mittelpunkt, allen voran am Pharmastandort“, erläuterte Höhn. Zugleich vermarktet die SEG zusammen mit der Gemeinde Lahntal und der Stadt Marburg das Industriegebiet Spiegelshecke. Höhn ist zudem Geschäftsführer der InterKom GmbH der Gemeinde Ebsdorfergrund und der Städte Staufenberg und Marburg.
Neben Gewerbe ist die Förderung von Wohnraum das zweite Standbein der SEG. „Am Rinnacker in Ginseldorf und am oberen Rotenberg sind wir schon mitten in Planung und Umsetzung; am Hasenkopf läuft das B-Plan-Verfahren zusammen mit dem Umlegungsverfahren und dem weiteren Flächenankauf“, berichtete Dittmar. Auch in der Unterstützung von Wohngruppen sieht die SEG Potenziale. „Von Wohnen bis Gewerbe: Wir arbeiten gemeinwohlorientiert“, sind sich Höhn und Dittmar einig.
Die „Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH Marburg/Lahn“ (Gewobau Marburg) ist das kommunale Wohnungsunternehmen der Stadt Marburg. Seit über 75 Jahren plant, finanziert, baut und bewirtschaftet sie Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung und steht für bezahlbares Wohnen in sozial stabilen Quartieren. Der Bestand umfasst rund 2.750 Wohnungen. Die erwirtschafteten Mieteinnahmen werden konsequent in die Instandhaltung, Modernisierung und den Neubau sowie in die Weiterentwicklung des Wohnumfeldes reinvestiert.
Die SEG kauft, erschließt und vermarktet Grundstücke im Auftrag der Stadt und weiteren Partnern in der Region. Sie ist Eigentümerin von insgesamt 54 Hektar Fläche in Marburg. Darunter sind auch Flächen auch am Pharmastandort.
* pm: Stadt Marburg