Im Gebet möglich: Unterstützung für Frauen in Nigeria

Der Weltgebetstag wird auch in Marburg gefeiert. Gebetet wird dabei ökumenisch für Frauen in Nigeria.
„Kommt! Bringt eure Last“ lautet das Motto des diesjährigen Weltgebetstags. In jedem Jahr stehen die Frauen eines anderen Landes im Mittelpunkt dieses Tages und bereiten die Liturgie für Gottesdienste rund um den Globus vor. 2026 richtet sich der Blick auf Nigeria, das bevölkerungsreichste Land des afrikanischen Kontinents. Auch im Kirchenkreis Marburg finden rund um den 6. März wieder Gottesdienste zum Weltgebetstag statt.
Den größten gibt es in der Marburger Elisabethkirche. „Wir haben unglaublich viel gelernt in den vergangenen Jahren und so viele spannende Begegnungen gehabt“, berichtete Andrea Wöllenstein. Die Pfarrerin, die eigentlich schon im Ruhestand ist, gehört auch in diesem Jahr wieder zum Team, das den Gottesdienst zum Weltgebetstag der Marburger Innenstadtgemeinden verantwortet.
Frauen unterschiedlicher Konfessionen kommen zusammen und beschäftigen sich mit einem Land und mit der Gottesdienstordnung, die Frauen aus eben diesem Land gestaltet haben. Es seien schon Länder dabei gewesen, die man erst einmal im Atlas hat suchen müssen, gesteht Wöllenstein. In diesem Jahr ist es Nigeria.
Als Motto steht ein Bibelwort aus dem Matthäus-Evangelium über dem Tag: „Kommt! Bringt eure Last“.“ Wie groß die Lasten sind, die Frauen und Mädchen in Nigeria zu tragen haben, sollen die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes in der Elisabethkirche anhand ganz konkreter Beispiele nachvollziehen können. Da ist zum Beispiel Beatrice – Mutter von drei kleinen Kindern und als Witwe in Nigeria geächtet. Da sind Blessing und ihre Nachbarin Grace, die sich mit dem Verkauf von selbstgemachten Seifen eine kleine Existenz aufgebaut hat.
Dass Frauen wie Beatrice am Weltgebetstag erleben, dass mit ihnen und für sie gebetet werde, sei ein wichtiges Zeichen und eine Ermutigung, erklärt Ulrike Brodbeck von der evangelisch-methodistischen „Christ Church“ in Marburg. Sie gehört ebenfalls zum Vorbereitungsteam und hat vor 40 Jahren eine Zeit ihres Lebens in Nigeria verbracht. Maria Müller ist als Katholikin mit dabei und jedes Jahr fasziniert davon, wie die Beschäftigung mit der Situation von Frauen in unterschiedlichen Ländern den eigenen Blick weitet: „Oft scheint vieles exotisch, aber wenn man genauer hinschaut, entdeckt man Berührungspunkte.“ Dass Frauen hier in Deutschland nicht gleichberechtigt waren, sei noch gar nicht so lange her.
Am Gottesdienst in der Elisabethkirche wird auch Franca Onya Kenneth teilnehmen. Die 22-jährige Studentin stammt aus Nigeria. An der Philipps-Universität studiert sie im Masterstudiengang „Economics“. Sie wird die Gäste in mehreren nigerianischen Sprachen begrüßen.
Der Gottesdienst in der Elisabethkirche findet am Freitag (6. März) um 18 Uhr statt und startet mit Informationen über und vielen Bildern aus Nigeria. Für musikalische Impulse sorgt der Chor „Joy of Life“ mit Jean Kleeb. Und im Anschluss an den Gottesdienst wird es einen landestypischen Imbiss geben.
Auch in anderen Kirchengemeinden und Orten im Kirchenkreis Marburg haben Frauen unterschiedlicher Konfessionen gemeinsam Gottesdienste vorbereitet. Wenn Frauen unterschiedlicher Konfessionen gemeinsam glauben, vorbereiten, einladen und feiern und singen, werde Kirche spürbar als Gemeinschaft über Grenzen hinweg, erläuterte die Pfarrerin. Wie lebendig und kraftvoll weltweite Verbundenheit im Glauben sein kann, zeige der Entwurf für den Gottesdienst, den Frauen aus Nigeria vorbereitet hat. Dazu gehören auch Lieder.
„Keleya“ beispielsweise stammt aus der Sprache der Igbo – einer Ethnie in Nigeria, der rund 30 Millionen Menschen angehören. In Nigeria werden über 500 verschiedene Sprachen gesprochen und das Land hat die größte Bevölkerung in ganz Afrika. 70 Prozent der Menschen sind jünger als 30 Jahre.
Ein Ziel des Weltgebetstags ist über die Signalwirkung des Tages hinaus, vom Beten ins Handeln zu kommen. Die Kollekten aus Deutschland unterstützen rund 100 internationale Hilfsprojekte, die Frauen und Mädchen stärken. Auch im Marburger Stadtteil Wehrda waren Frauen in einem ökumenischen Kreis mit der Vorbereitung beschäftigt. Sie laden für Freitag (6. März) um 19 Uhr in die Trinitatiskirche ein.
Die Informationen und Themen werden vielerorts eben auch für Kindergottesdienste altersgerecht aufbereitet, so dass auch kleine Besucherinnen und Besucher einen Eindruck von Nigeria bekommen können. Innerhalb der Kooperation der Marburger Innenstadtgemeinden sind Kinder gleich zu zwei Terminen eingeladen, den Weltgebetstag zu feiern: Kindergottesdienste gibt es am Samstag (7. März) um 10 Uhr in einer Kinderkirche im Teehäuschen der Lutherischen Pfarrkirche und am Sonntag (8. März) um 11:15 Uhr in einem Gottesdienst für Kinder und Erwachsene im Michelchen.

* pm: Evangelischer Kirchenkreis Marburg

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