{"id":992,"date":"2017-08-19T13:05:36","date_gmt":"2017-08-19T11:05:36","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=992"},"modified":"2017-08-19T13:05:36","modified_gmt":"2017-08-19T11:05:36","slug":"marburg-virus-toedliche-krankheit-aengstigte-marburg-vor-50-jahren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=992","title":{"rendered":"Marburg-Virus: T\u00f6dliche Krankheit \u00e4ngstigte Marburg vor 50 Jahren"},"content":{"rendered":"<p>Eine gef\u00e4hrliche Seuche grassierte im August 1967 in Marburg. 31 Menschen hatten sich mit einem unbekannten Erreger infiziert. Sieben von ihnen starben. <!--more--><br \/>\nZun\u00e4chst hielten \u00c4rzte die Erkrankungen f\u00fcr eine etwas schwerer ausgefallene Sommergrippe. Doch bald schon erkannten sie die t\u00f6dliche Gefahr dieser mysteri\u00f6sen Epidemie. Wegen des Orts ihres Auftretens nannten sie die Seuche &#8222;Marburger Krankheit&#8220;.<br \/>\nKrankheitsf\u00e4lle traten zwar auch in Frankfurt und Belgrad auf, doch die meisten Patienten lebten in Marburg. Au\u00dferdem hatten alle Infizierten enge Verbindungen zu den Behringwerken.<br \/>\nAngst machte sich breit in der beschaulichen Universit\u00e4tsstadt. Niemand wusste, wie sich diese unbekannte Seuche weiterentwickeln und verbreiten w\u00fcrde. Keiner konnte m\u00f6gliche Sp\u00e4tfolgen ausschlie\u00dfen.<br \/>\nErst nachdem die zwischenzeitlich genesenen Patienten im September 1967 wieder aus dem Krankenhaus entlassen waren, trauten sich Forscher der Philipps-Universit\u00e4t an die Isolierung des unbekannten Erregers heran. Dem damaligen Forschungsassistenten Dr. Werner Slenczka gelang am 20. Oktober 1967 im Labor der Marburger Virologie der Nachweis des Erregers. Fortan hie\u00df der Erreger der Marburger Krankheit nur noch &#8222;Marburg-Virus&#8220;.<br \/>\nAffen f\u00fcr das Forschungslabor der Behringwerke hatten ihn aus Uganda eingeschleppt. Ihnen freilich konnte der Virus nichts anhaben. Menschen hingegen besa\u00dfen keinen k\u00f6rpereigenen Schutz vor ihm.<br \/>\nDer &#8222;Marburg-Virus&#8220; ist ein enger Verwandter des Lhassa-Fiebers und des Ebola-Virus. Die Erfahrungen der Marburger Virologen um den heute 82-j\u00e4hrigen Prof. Dr. Werner Slenczka und seinen Nachfolger Prof. Dr. Stefan Becker helfen heute noch nachhaltig bei der Bek\u00e4mpfung dieser hochpathogenen Viren.<br \/>\nAllerdings wird der &#8222;Marburg-Virus&#8220; auch im US-Army Medical Institute for Diseases (USAMRID) als Biologische Waffe vorr\u00e4tig gehalten. Da nur wenige Laboratorien \u00fcber isolierte Marburg-Viren verf\u00fcgen, k\u00f6nnen sich alle anderen nur schwer gegen durch ihn ausgel\u00f6ste Erkrankungen wehren.<br \/>\nIm Vordergrund der medizinischen Tradition Marburgs jedoch steht bereits seit den Zeiten des Immunologen Prof. Dr. Emil von Behring die Seuchenbek\u00e4mpfung. Innerhalb der ethischen Maximen des ersten Nobelpreistr\u00e4gers f\u00fcr Medizin bewegt sich die virologische, immunologische und virologische Forschung der Philipps-Universit\u00e4t bis heute.<br \/>\nDank dieser Tradition befindet sich das erste Hochsicherheits-Genlabor in Deutschland auf den Lahnbergen. Becker leitet das hermetisch abgedichtete Forschungslabor der h\u00f6chsten Sicherheitsstufe.<br \/>\nDort entwickeln die Wissenschaftler Impfstoffe gegen todbringende Krankheiten wie Ebola. Damit profitiert die Marburger Virologie auch 50 Jahre nach dem ersten Auftreten des &#8222;Marburg-Virus&#8220; immer noch von den Erfahrungen der Entdecker des Virus mit diesem heimt\u00fcckischen Krankheitserreger.<\/p>\n<p>* Franz-Josef Hanke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine gef\u00e4hrliche Seuche grassierte im August 1967 in Marburg. 31 Menschen hatten sich mit einem unbekannten Erreger infiziert. Sieben von ihnen starben.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[26,655,656],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-g0","jetpack-related-posts":[{"id":996,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=996","url_meta":{"origin":992,"position":0},"title":"Tagung zum Jubil\u00e4um: Forscher diskutieren \u00fcber 50 Jahre Marburg-Virus","date":"22. August 2017","format":false,"excerpt":"In diesen Tagen j\u00e4hrt sich die Erstbeschreibung des ber\u00fcchtigten Marburg-Virus zum 50. Mal. Am 24. August 1967 gab es die ersten Berichte \u00fcber Krankheitsf\u00e4lle im Umfeld der Marburger Behringwerke. 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