{"id":9730,"date":"2022-06-01T08:33:41","date_gmt":"2022-06-01T06:33:41","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=9730"},"modified":"2022-06-01T10:30:57","modified_gmt":"2022-06-01T08:30:57","slug":"fuer-forschung-45-millionen-euro-von-react-eu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=9730","title":{"rendered":"F\u00fcr Forschung: 4,5 Millionen Euro von REACT-EU"},"content":{"rendered":"<p>Die Philipps-Universit\u00e4t erh\u00e4lt 4,5 Millionen Euro im Rahmen von &#8222;REACT-EU&#8220;. Diese EU-F\u00f6rderung st\u00e4rkt Corona- und Nachhaltigkeitsforschung. <!--more--><br \/>\nDie Folgen der COVID19-Pandemie abzufedern und die Weichen f\u00fcr die Zukunft Europas zu stellen, sind Ziele innerhalb des Programms &#8222;REACT-EU&#8220; der Europ\u00e4ischen Union (EU), in dessen Rahmen acht Vorhaben an der Philipps-Universit\u00e4t gef\u00f6rdert werden. Mit insgesamt 4,5 Millionen Euro wird insbesondere die Infrastruktur zur COVID19- sowie Nachhaltigkeitsforschung verbessert. So k\u00f6nnen unter anderem Studien zu neuen Therapie- und Behandlungsm\u00f6glichkeiten von COVID19-Erkrankten sowie zur klimaneutralen Energiegewinnung und -speicherung umgesetzt werden.<br \/>\n&#8222;Die Philipps-Universit\u00e4t Marburg kann hervorragende Forschungsexpertise vorweisen &#8211; sowohl im Kontext hochpathogener viraler Erkrankungen als auch im Forschungsfeld der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes&#8220;, erkl\u00e4rte Universit\u00e4ts-Vizepr\u00e4sident Prof. Dr. Gert Bange. &#8222;Ich freue mich sehr, dass wir durch die EU-F\u00f6rderung unsere Forschungsinfrastruktur deutlich st\u00e4rken k\u00f6nnen. Es handelt sich um zwei Themenfelder, die f\u00fcr die Zukunft unserer Gesellschaft hochrelevant sind.&#8220;<br \/>\nProf. Dr. Andreas Rembert Koczulla wird eine Studie zur Atemgasanalyse von post-COVID oder long-COVID-Patientinnen und -Patienten zum Verlaufsmonitoring der Erkrankung umsetzen. Bislang ist die Verlaufskontrolle von Covid 19 mit einer Blutentnahme, einer Computertomografie der Lunge und Abstrichen des oberen Atemwegs sehr kostenintensiv und zeitaufwendig. Das Ziel der Studie ist, bei post- und long-COVID-Patientinnen und Patienten m\u00f6gliche Muster in der Ausatemluft zu erkennen.<br \/>\nProf. Dr. Michael Lohoff wird die Notwendigkeit weiterer COVID-Impfungen erforschen unter anderem mittels eines innovativen Zellsorters, der die analysierten Zellen nicht zerst\u00f6rt, so wie es mit sonst \u00fcblichen Messmethoden der Fall ist. Lohoff analysiert unter anderem die Qualit\u00e4t der durch Impfung generierten T-Zellen im Vergleich zu denjenigen, die nach der nat\u00fcrlichen Infektion generiert werden, sowie zu Unterschieden der Immunantwort bei jungen versus betagten Personen.<br \/>\nDie verf\u00fcgbaren Therapieoptionen bei einer Covid 19-Erkrankung sind bisher stark limitiert. Ziel des Teilvorhabens von Prof. Dr. Thomas Worzfeld ist daher die Erforschung neuartiger Therapieans\u00e4tze gegen Covid 19. Er verfolgt hier den Ansatz der pharmakologischen Inhibition bestimmter zellul\u00e4rer Enzyme zur Behandlung von Covid 19.<br \/>\nSchweres Lungenversagen ist die Haupttodesursache bei COVID-Patienteninnen und -Patienten auf der Intensivstation. Die konventionelle Beatmung, die bei diesen Patientinnen und Patienten oft \u00fcber Wochen erforderlich ist, f\u00fchrt &#8211;<br \/>\nzus\u00e4tzlich zu der COVID-Sch\u00e4digung &#8211; zu oft irreversiblen Strukturver\u00e4nderungen der Lunge. Durch Organersatzverfahren soll dem Organismus und speziell der Lunge Zeit zur Regeneration gegeben werden, bis das Infektionsstadium \u00fcberwunden ist. Diese Effekte erforschen Prof. Dr. Hinnerk Wulf und das Team der An\u00e4sthesie &amp; Intensivmedizin.<br \/>\nUm das Klima zu sch\u00fctzen, muss die Energieproduktion ohne die Erzeugung von CO2 erfolgen. Wasserstoff ist einer der Hoffnungstr\u00e4ger f\u00fcr die Zukunft, da er &#8211; im Gegensatz zu Kohle und \u00d6l &#8211; ohne R\u00fcckst\u00e4nde verbrannt werden kann. Dar\u00fcber hinaus ist Wasserstoff speicherbar. Prof. Dr. Kerstin Volz plant, Wasserstoff direkt durch Photokatalyse zu erzeugen und wird dieses Verfahren zur Zerlegung von Wasser in seine Bestandteile mit Hilfe von Sonnenlicht weiter erforschen.<br \/>\nDer enorme Ausbau der Photovoltaik auf der ganzen Welt f\u00fchrt zu Herausforderungen insbesondere im Bereich der Material- und Ressourcenverf\u00fcgbarkeit. In diesem Kontext setzt Prof. Dr. Jan Christoph Goldschmidt insbesondere auf Perowskit-basierte Tandemsolarzellen. Diese vielversprechende Technologie verbraucht weniger Ressourcen und ist weniger kostenintensiv.<br \/>\nEin wichtiger Arbeitsschritt bei der Erforschung und Herstellung entsprechender Solarzellen ist die Charakterisierung und Vermessung der hergestellten Materialien. Durch die F\u00f6rderung wird weitere hochinnovative Laborinfrastruktur zur Erforschung dieser Technologie beschafft.<br \/>\nDem enormen Interesse an neuen Materialien zur effizienteren Gewinnung, Umwandlung und Speicherung von Energie stehen gro\u00dfe Herausforderungen bei der Materialsynthese gegen\u00fcber, denn die elektronischen, mechanischen und Transport-Eigenschaften vieler Materialien sind stark strukturabh\u00e4ngig. Das Team um Prof. Dr. Michael Gottfried wird mittels eines neuen Tieftemperatur-Rastersondenmikroskops fu\u00a8r h\u00f6chstaufl\u00f6sende Rastertunnelmikroskopie, Rasterkraftmikroskopie und Rastertunnelspektroskopie pr\u00e4zise Analysen der Struktur neuer Materialien auf molekularer und atomarer Skala vornehmen.<br \/>\nProf. Dr. J\u00f6rg Bendix und Prof. Dr. Anke Becker planen den Aufbau einer einmaligen Infrastruktur: MAC-Y im neuen SYNMIKRO-Forschungsgeb\u00e4ude soll zur Etablierung des neuen Forschungsfelds der &#8222;atmosph\u00e4rischen Mikrobiologie&#8220; beitragen, die nur in der Kombination von Atmosph\u00e4renwissenschaften und Mikrobiologie m\u00f6glich ist. Das Ziel ist die Analyse von \u00d6kosystem-Mikroben-Wolkeninteraktionen als zentraler Beitrag zum Klimaschutz. Bendix und Becker arbeiten dazu mit Prof. Dr. Tobias Erb von MPI fu\u00a8r terrestrische Mikrobiologie in Marburg zusammen.<br \/>\nMit &#8222;REACT-EU&#8220; hat die Europ\u00e4ische Union eine Aufbauhilfe aufgelegt, mit der die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der COVID19-Pandemie in Europa abgefedert werden sollen. &#8222;REACT-EU&#8220; steht f\u00fcr &#8222;Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe&#8220; (Aufbauhilfe f\u00fcr den Zusammenhalt und die Gebiete Europas) und ist das zweitgr\u00f6\u00dfte F\u00f6rderinstrument im Rahmen von &#8222;NextGenerationEU&#8220;.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Philipps-Universit\u00e4t erh\u00e4lt 4,5 Millionen Euro im Rahmen von &#8222;REACT-EU&#8220;. 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