{"id":9679,"date":"2022-05-28T10:52:40","date_gmt":"2022-05-28T08:52:40","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=9679"},"modified":"2022-05-28T10:52:40","modified_gmt":"2022-05-28T08:52:40","slug":"marburger-mitwirkung-gentechnische-forschung-im-botanischen-garten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=9679","title":{"rendered":"Marburger Mitwirkung: Gentechnische Forschung im Botanischen Garten"},"content":{"rendered":"<p>Ein neuer Sonderforschungsbereich aus der Pflanzenforschung erh\u00e4lt rund 10 Millionen Euro. Mit gentechnischen Methoden erforscht er die genetischen Grundlagen und Schl\u00fcsselmechanismen der Anpassung von Pflanzen an Umweltver\u00e4nderungen. <!--more--><br \/>\nDie Philipps-Universit\u00e4t hat gemeinsam mit den Universit\u00e4ten K\u00f6ln, D\u00fcsseldorf, Bochum, Potsdam sowie dem Max-Planck-Institut f\u00fcr Pflanzenz\u00fcchtungsforschung in K\u00f6ln bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) eingeworben. In diesem neuen SFB TRR 341 &#8222;Plant Ecological Genetics&#8220; werden die genetischen Grundlagen f\u00fcr die Reaktionen und Anpassungen von Pflanzen auf globale Umweltver\u00e4nderungen erforscht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Anpassung von Pflanzenarten, die unter begrenzten Ressourcen, abiotischem Stress &#8211; Stressfaktoren, an denen Lebewesen nicht direkt beteiligt sind &#8211; und der Konkurrenz mit anderen Pflanzen unterschiedlich wachsen k\u00f6nnen.<br \/>\nDer neue Sonderforschungsbereich wird f\u00fcr die F\u00f6rderphase von zun\u00e4chst vier Jahren mit einer Summe von rund 10 Millionen Euro gef\u00f6rdert. Seitens der Philipps-Universit\u00e4t ist Prof. Dr. Anna Bucharova von der Arbeitsgruppe Naturschutzbiologie am Fachbereich Biologie beteiligt. Konkret wird sich das Team von Bucharova auf die \u00d6kologie und Anpassung von Hordeum murinum (M\u00e4usegerste) konzentrieren.<br \/>\nDie Marburger Forschenden koordinieren die europaweite Mustersammlung dieser Art sowie einen gro\u00dfen gemeinsamen Gartenversuch. Angesiedelt ist er im Neuen Botanischen Garten der Philipps-Universit\u00e4t auf den Lahnbergen.<br \/>\n\u00d6kosysteme sind weltweit durch vom Menschen verursachte Zerst\u00f6rung bedroht. Mehr als ein Drittel aller \u00d6kosysteme der Erde wurde in landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4chen und menschliche Siedlungen umgewandelt. Mindestens ein weiteres Drittel wurde durch Fragmentierung, nicht nachhaltige Bewirtschaftung und die Invasion exotischer Arten stark angegriffen.<br \/>\nDurch den Klimawandel werden diese negativen Trends noch versch\u00e4rft. Entscheidend f\u00fcr das Funktionieren von \u00d6kosystemen und damit f\u00fcr fast alle Nahrungsnetze sind Pflanzen.<br \/>\nUm zu \u00fcberleben m\u00fcssen sich Pflanzen an die raschen Ver\u00e4nderungen der Umwelt und den damit einhergehenden Wandel der Lebensbedingungen anpassen. Durch den Einsatz von Gentechnik in Verbindung mit einer Kombination aus Feldstudien und kontrollierten Umweltmanipulationen werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des neuen SFB eine Br\u00fccke zwischen der Realit\u00e4t der \u00f6kologischen Bedingungen und der f\u00fcr genetische Studien erforderlichen Reproduzierbarkeit schlagen. Auf diese Weise werden sie Genvariationen identifizieren, die das \u00dcberleben und die Fortpflanzung als Reaktion auf diese ver\u00e4nderten Bedingungen steuern.<br \/>\nDurch den Vergleich eng und entfernt verwandter Arten k\u00f6nnen die Forschenden beurteilen, ob die Funktionen von Genen, die die Anpassung von Pflanzen f\u00f6rdern, im Laufe der Evolution erhalten geblieben sind oder ob sie von der \u00f6kologischen Spezialisierung abh\u00e4ngen.<br \/>\n&#8222;Es ist wirklich an der Zeit, die Forschung \u00fcber molekularbiologische Funktionen auf die Untersuchung ihrer Rolle in nat\u00fcrlichen \u00d6kosystemen auszuweiten&#8220;, sagte Prof. Dr. Juliette de Meaux. &#8222;Wir hoffen, dass die erarbeiteten molekularen Informationen dazu beitragen k\u00f6nnen, k\u00fcnftige Bem\u00fchungen zur Eind\u00e4mmung des Verlustes der biologischen Vielfalt bei Pflanzen zu lenken&#8220; Die Pflanzenwissenschaftlerin an der Uni K\u00f6ln ist Sprecherin des neuen SFBs.<br \/>\nDas Konsortium ist in zwei Hauptforschungsbereiche gegliedert. Forschungsbereich A wird die Bedeutung von Kandidatengenen und -eigenschaften f\u00fcr das \u00dcberleben und die Fortpflanzung in schwierigen Umgebungen bestimmen. Forschungsbereich B wird quantitative und populationsgenetische Methoden einsetzen, um die Varianten in Pflanzengenomen zu isolieren, die zur Anpassung der Pflanzen an nat\u00fcrliche Umgebungen beitragen.<br \/>\nEine gemeinsame Datenbank wird alle gewonnenen Ergebnisse zusammenfassen und die Synthese der Erkenntnisse \u00fcber Pflanzenarten, Merkmale, Gene und Umgebungen hinweg unterst\u00fctzen. Das Konsortium umfasst auch die Einrichtung einer Graduiertenschule und wird ein Projekt auf den Weg bringen, das B\u00fcrgern in die Entwicklung und Gestaltung k\u00fcnftiger Forschung einbezieht. Letztendlich soll die Arbeit des Sonderforschungsbereichs Erkenntnisse dar\u00fcber liefern, die k\u00fcnftige Bem\u00fchungen um den Erhalt nat\u00fcrlicher \u00d6kosysteme unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neuer Sonderforschungsbereich aus der Pflanzenforschung erh\u00e4lt rund 10 Millionen Euro. 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