{"id":9651,"date":"2022-05-25T13:32:42","date_gmt":"2022-05-25T11:32:42","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=9651"},"modified":"2022-05-30T10:52:14","modified_gmt":"2022-05-30T08:52:14","slug":"ausstellerischer-auftakt-juedisches-leben-auch-mit-vr-brille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=9651","title":{"rendered":"Ausstellerischer Auftakt: J\u00fcdisches Leben auch mit VR-Brille"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;F\u00fcr Antisemitismus ist in unserer Stadt kein Millimeter Platz&#8220;, versicherte Dr. Thomas Spies. Der Oberb\u00fcrgermeister er\u00f6ffnete die Ausstellung &#8222;J\u00fcdisches Leben in Marburg: Erinnern schafft Identit\u00e4t&#8220; am Dienstag (24. Mai) im Rathaus. <!--more--><br \/>\nDie Ausstellung ist in Verbindung mit dem Institut f\u00fcr Religionswissenschaften der Philipps-Universit\u00e4t entstanden. Die Kuratorinnen Dr. Susanne Rodemeier und Alisha Meininghaus, sowie Prof. Dr. Edith Franke von der Religionskundlichen Sammlung haben \u00fcber mehrere Jahre Mitglieder der j\u00fcdischen Gemeinde Marburg interviewt und mit ihrem Team die Ausstellung ins Leben gerufen.<br \/>\nRodemeier berichtete von den Interviews mit den insgesamt neun Gespr\u00e4chspartnern. Jeder wurde gebeten, ein Objekt mitzubringen. Diese Objekte sollten &#8222;f\u00fcr ihr J\u00fcdisch-Sein eine ganz besondere Rolle spielen&#8220;, erg\u00e4nzte Meininghaus.<br \/>\nJedes Objekt wird in einer Vitrine ausgestellt, erkl\u00e4rte Rodemeier. Dazu gibt es Informationen zur Lebensgeschichte der Person und des Objekts.<br \/>\n&#8222;Damit sammeln wir nicht nur Wissen und Erkenntnis \u00fcber verschiedene Religionen, sondern wir m\u00f6chten Einblick geben, was Menschen bewegt in ihren religi\u00f6sen Haltungen, Entscheidungen zu treffen und zu handeln&#8220;, f\u00fchrte Franke aus. Die Ausstellung solle individuelle Erfahrungen und Lebenswelten zur Geltung bringen, um so ein besseres Verst\u00e4ndnis von der Kultur zu schaffen.<br \/>\nDer aktuelle <a href=\"http:\/\/marburg.news\/?p=9615\">Leuchtfeuer-Preistr\u00e4ger Amnon Orbach<\/a> war ein essenzieller Teil des Entstehungsprozesses. Als Gr\u00fcnder der j\u00fcdischen Gemeinde Marburg konnte er viel zu ihrer Geschichte berichten. &#8222;Eigentlich h\u00e4tten wir Sie ausstellen sollen&#8220;, sagte Rodemeier.<br \/>\nDie Ausstellung gliedert sich in mehrere Themenbereiche. Zum einen wird die Geschichte der Gemeinde beleuchtet und wie Orbach eine &#8222;lebendige, vielf\u00e4ltige Gemeinde quasi aus dem Nichts erschaffen hat&#8220;, erl\u00e4uterte Meininghaus. Der Fokus liegt dabei auf dem j\u00fcdischen Leben im Marburg der Gegenwart.<br \/>\nSie besch\u00e4ftigt sich auch mit den sogenannten &#8222;Kontingentfl\u00fcchtlingen&#8220;. Die j\u00fcdische Gemeinde wurde ein Anlaufpunkt f\u00fcr die Neuank\u00f6mmlinge, die in den 90er Jahren aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland kamen.<br \/>\nAu\u00dferdem beinhaltet die Ausstellung den Themenbereich &#8222;Konversion zum Judentum&#8220;. Sie betrachtet das Leben einiger Konvertiten, sowie deren Beweggr\u00fcnde und Lernprozesse, sich in dieser neuen Kultur zurechtzufinden.<br \/>\nDas Leben von j\u00fcdischen Menschen in Deutschland sei in den letzten Jahren verwundbarer geworden, sagte Spies. &#8222;Mir ist es wichtig, f\u00fcr alle anderen deutlich zu machen, wie selbstverst\u00e4ndlich, normal, wie gegenw\u00e4rtig, wie einfach dazugeh\u00f6rig j\u00fcdisches Leben in unserer Stadt ist und sein sollte.&#8220;<br \/>\nDie Ausstellung solle vor allem in die Vielfalt j\u00fcdischer Lebenswelten Erleuchtung bringen. Sie reihe sich ein in die 500-j\u00e4hrige Tradition der Stadt, &#8222;als oben im Schloss Fragen des Glaubens mit Worten und nicht mit Schwertern bestritten wurden&#8220;.<br \/>\nDie Hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn schloss sich dieser Ansicht an. &#8222;Uns alle hier eint eine Grund\u00fcberzeugung. Eine Grund\u00fcberzeugung, dass es unsere Verantwortung ist, die Voraussetzung zu schaffen, dass sich j\u00fcdisches Leben hier entfalten kann.&#8220;<br \/>\nDazu geh\u00f6ren die Bek\u00e4mpfung von Antisemitismus und die F\u00f6rderung j\u00fcdischer Kultur, sagte Dorn. &#8222;Am Ende wollen wir das Ziel erreichen, dass J\u00fcdinnen und Juden heute wirklich in ihrer Vielfalt frei sind und frei von Diskriminierung leben k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\nDes Weiteren stellte Thomas Winzer von Inosoft Marburg ein besonderes Projekt vor. Die ehemalige Synagoge aus dem 14. Jahrhundert wurde mittels Virtual Reality (VR) visualisiert. Die Ausgrabung am Willy-Sage-Platz wurde ausgemessen und in eine virtuelle Darstellung \u00fcbernommen.<br \/>\nMit sogenannten &#8222;VR-Brillen&#8220; kann man immersiv erfahren, wie die Synagoge damals aussah. In der Br\u00fcder-Grimm-Stube am Marktplatz und bei Inosoft in Cappel kann man dieses Erlebnis austesten.<br \/>\nSpies freute sich zudem, dass die Er\u00f6ffnung die erste Veranstaltung war, die nach zwei Jahren Abstandsregelungen den Historischen Saal des Rathauses wieder in voller Kapazit\u00e4t nutzen durfte. Die Ausstellung &#8222;J\u00fcdisches Leben in Marburg: Erinnern schafft Identit\u00e4t&#8220; ist bis Mittwoch (24. August) im Rathaus zu besichtigen. Dazu werden jeden Dienstag um 12 Uhr kostenlose F\u00fchrungen angeboten.<\/p>\n<p>* Laura Schiller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;F\u00fcr Antisemitismus ist in unserer Stadt kein Millimeter Platz&#8220;, versicherte Dr. Thomas Spies. Der Oberb\u00fcrgermeister er\u00f6ffnete die Ausstellung &#8222;J\u00fcdisches Leben in Marburg: Erinnern schafft Identit\u00e4t&#8220; am Dienstag (24. Mai) im Rathaus.<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":9665,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5,3],"tags":[2307,216,4055],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/marburg.news\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/DSC_0058.NEF-01-scaled.jpeg?fit=2560%2C1918","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-2vF","jetpack-related-posts":[{"id":9607,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=9607","url_meta":{"origin":9651,"position":0},"title":"J\u00fcdisches Leben: Ausstellung mit virtueller Synagoge","date":"21. 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August) um 18 Uhr im historischen Saal des Rathauses mit dem Musiker und Kabarettisten Aliosha\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":10092,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=10092","url_meta":{"origin":9651,"position":4},"title":"J\u00fcdische Musik: Konzert mit Jascha Nemtsov in der Alten Aula","date":"9. Juli 2022","format":false,"excerpt":"J\u00fcdische Musik steht im Fokus eines Konzertabends mit Prof. Jascha Nemtsov in der Aula der Alten Universit\u00e4t. Der Eintritt ist frei. Zum ersten Mal seit zwei Jahren findet in der Aula der Alten Universit\u00e4t wieder eine \u00f6ffentliche Veranstaltung statt. 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