{"id":9441,"date":"2022-05-11T12:26:09","date_gmt":"2022-05-11T10:26:09","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=9441"},"modified":"2022-05-11T12:39:09","modified_gmt":"2022-05-11T10:39:09","slug":"im-kreis-marian-zachow-moechte-landrat-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=9441","title":{"rendered":"Im Kreis: Marian Zachow m\u00f6chte Landrat werden"},"content":{"rendered":"<p>Die Verkehrswende ist Marian Zachow ein dringendes Anliegen. Damit kandidiert er am Sonntag (15. Mai) als Landrat.<br \/>\n&#8222;Der Verkehr ist einer der gr\u00f6\u00dften Verursacher klimasch\u00e4dlicher Emissionen&#8220;, sagt Zachow. In einer Verringerung des Verkehrs wie auch im Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel sieht der Christdemokrat deshalb eine geeignete Stellschraube zum Umsteuern beim Klimaschutz. Einer seiner Vorschl\u00e4ge ist dabei die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken im Kreis.<br \/>\n&#8222;Als ich das vor einigen Jahren vorgeschlagen habe, bin ich von einigen in meiner Partei ausgelacht worden&#8220;, berichtet Zachow. &#8222;Inzwischen ist das anders.&#8220; Mit Geduld und Stehverm\u00f6gen setzt sich Zachow f\u00fcr die Wiederer\u00f6ffnung der alten Eisenbahnlinien ein.<br \/>\nWie wichtig ein engmaschiges Schienenetz gerade in Kriegs- und Krisenzeiten ist, k\u00f6nnen Interessierte derzeit in der Ukraine beobachten. &#8222;Das war eine der letzten Stellungnahmen vor dem Abbau der Gleise deer Aartal-Salzb\u00f6de-Bahn&#8220;, erinnert sich Zachow: &#8222;\u00dcber diese Strecke k\u00f6nnten Z\u00fcge den Knotenpunkt Gie\u00dfen bei St\u00f6rungen in Richtung Ruhrgebiet umfahren.&#8220;<br \/>\nSeit 2014 ist der Theologe Erster Kreisbeideordneter des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Seit dem <a href=\"http:\/\/marburg.news\/?p=8598\">Tod der Landr\u00e4tin Kirsten Fr\u00fcndt<\/a> am Mittwoch (19. Januar) leitet der 42-j\u00e4hrige Wahlbeamte die Kreisverwaltung kommissarisch. Aus dieser Position heraus bewirbt er sich um die Nachfolge der Sozialdemokratin, f\u00fcr die er viele lobende Worte findet.<br \/>\n&#8222;Kirsten Fr\u00fcndt hat die sachgrundlose Befristung von Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen im Kreis abgeschafft&#8220;, erkl\u00e4rt Zachow. &#8222;Nominal hatten wir hinterher mehr Stellen im Haushalt, aber tats\u00e4chlich genauso viele Besch\u00e4ftigte wie fr\u00fcher, nur dass sie nicht um eine Verl\u00e4ngerung ihrer Jobs bangen mussten.&#8220;<br \/>\nAls Gewerkschafter sieht Zachow diese Ma\u00dfnahme \u00fcberaus positiv. Letztlich verbessere sie das Betriebsklima in der Kreisverwaltung. Das komme Besch\u00e4ftigten wie auch der Bev\u00f6lkerung zugute.<br \/>\nZachow ist stellvertretender Landesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA). &#8222;Leider kann ich nicht allzuviel Zeit f\u00fcr dieses Ehrenamt aufbringen&#8220;, beklagt er. &#8222;Aber ich kann Zeichen setzen f\u00fcr faire Arbeitsbedingungen und Soziale Gerechtigkeit sowie f\u00fcr die wichtige Bedeutung der Einheitsgewerkschaft.&#8220;<br \/>\nWichtig ist ihm auch ein menschenw\u00fcrdiger Umgang mit Gefl\u00fcchteten. &#8222;Seit ich 2014 ins Amt gekommen bin, hatten wir immer einen unabl\u00e4ssigen Zustrom von Fl\u00fcchtlingen&#8220;, berichtet er. &#8222;Eine gute Unterbringung und Bildung sowie Sprachkurse waren uns dabei immer wichtig.&#8220;<br \/>\nDankbar \u00e4u\u00dfert sich der Kommunalpolitiker f\u00fcr die breite Unterst\u00fctzung aus der Bev\u00f6lkerung bei diesem Thema. &#8222;Die gro\u00dfe Mehrheit hat sich offen gezeigt und f\u00fcr die Menschen eingesetzt, die zu uns kommen&#8220;, berichtet Zachow.<br \/>\nAusgezahlt habe sich auch, dass die Kreisverwaltung die seit 2016 etablierten Strukturen der Integrations- und Fl\u00fcchtlingsarbeit nie reduziert oder abgebaut, sondern stets weitergef\u00fchrt und fortentwickelt hat. Als besonders beispielhaft nennt er die Einbindung und Kooperation mit den ehrenamtlichen Fl\u00fcchtlingsinitiativen. &#8222;Diese erprobten Strukturen der ehrenamtlichen Fl\u00fcchtlingshilfe haben uns auch bei der Aufnahme der Menschen aus der Ukraine sehr geholfen.&#8220;<br \/>\nWichtig ist ihm jedoch, dass es unter den Gefl\u00fcchteten &#8222;keine Zwei-Klassen-Gesellschaft gibt&#8220;. Vielmehr &#8222;m\u00fcssen wir all denen helfen, die zu uns kommen und unsere Hilfe ben\u00f6tigen&#8220;, stellt der Theologe fest. &#8222;Bisher ist uns das insgesamt gut gelungen.&#8220;<br \/>\nDabei hebt er besonders hervor, dass Fl\u00fcchtlingsintegration im Landkreis auf gutes Miteiannder sowie gesellschaftliche und politische Teilhabe zielt: &#8222;Wir sind wohl nach wie vor der einzige Landkreis, der mit &#8222;Fl\u00fcchtlingssprechern&#8220; eine echte Mitbestimmungs- und Beteiligungsstruktur f\u00fcr Neuzugewanderte pflegt.<br \/>\nAls Sozialdezernent ist Zachow im Kreis auch f\u00fcr die Arbeitslosen zust\u00e4ndig. &#8222;Ich bin sehr froh, dass wir als Optionskommune beim Sozialgesetzbuch II die M\u00f6glichkeit haben, individuelle L\u00f6sungen f\u00fcr alle zu suchen&#8220;, erkl\u00e4rt er. &#8222;Wenn die Verwaltung irgendwann einmal einen Fehler macht, k\u00f6nnen wir das auch in R\u00fccksprache mit den Betroffenen kl\u00e4ren und l\u00f6sen.&#8220;<br \/>\nDie weitere Entwicklung der Corona-Pandemie betrachtet er zwar mit Sorge, sieht darin aber auch eine Chance: &#8222;Noch nie war die Situation f\u00fcr die F\u00f6rderung des L\u00e4ndlichen Raums so gut wie jetzt, wo Hoeoffice sich in vielen Bereichen durchgesetzt hat&#8220;, erkl\u00e4rt Zachow. Den Ausbau der Breitbandverbindung sowie von Bahn und Bus auf die D\u00f6rfer k\u00f6nne der Kreis nun leichter voranbringen, weil es daf\u00fcr mehr Unterst\u00fctzung auch von Bund und Land gebe.<br \/>\n&#8222;Wir haben hier im Kreis \u00fcberdurchschnittlich viele Bioenegied\u00f6rfer und -st\u00e4dte. Energiegenossenschaften&#8220;, zuletzt seien aufgrund der Engeriepreissituation der letzten Jahre aber nur wenige neu dazu gekommen. erl\u00e4utert Zachow.<br \/>\n&#8222;Ihr Ausbau ist in letzter Zeit ins Stocken geraten. Da m\u00fcssen wir jetzt weiter vorangehen&#8220;, fordert Zachow.<br \/>\nSchwieriger sei die dauerhafte Verankerung von Dorfl\u00e4den. Da m\u00fcsse man vermutlich noch intelligentere L\u00f6sungen finden wie die \u00dcbernahme von Verwaltungsleistungen oder anderen Angeboten in den Dorfl\u00e4den und m\u00f6glicherweise auch eine Einschr\u00e4nkung der \u00d6ffnungszeiten, damit eine ehrenamtliche Begleitung m\u00f6glich bleibt. Wichtig sei jedoch, dass die D\u00f6rfer nicht weiter ausbluten, sondern ihr kulturelles und soziales Leben pflegen.<br \/>\n&#8222;Die Landratswahl ist eine Pers\u00f6nlichkeitswahl&#8220;, h\u00e4lt Zachwow abschlie\u00dfend fest. &#8222;Ich bewerbe mich um dieses Amt mit meinen F\u00e4higkeiten und Haltungen. Wenn ich nicht gew\u00e4hlt werde, bleibe ich, was ich bin.&#8220;<\/p>\n<p>* Franz-Josef Hanke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verkehrswende ist Marian Zachow ein dringendes Anliegen. Damit kandidiert er am Sonntag (15. Mai) als Landrat. &#8222;Der Verkehr ist einer der gr\u00f6\u00dften Verursacher klimasch\u00e4dlicher Emissionen&#8220;, sagt Zachow. 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