{"id":9306,"date":"2022-04-29T13:04:06","date_gmt":"2022-04-29T11:04:06","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=9306"},"modified":"2022-04-29T13:04:06","modified_gmt":"2022-04-29T11:04:06","slug":"jahrelang-neubau-fuer-neuartiges-elektronenmikroskop","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=9306","title":{"rendered":"Jahrelang: Neubau f\u00fcr neuartiges Elektronenmikroskop"},"content":{"rendered":"<p>Der Wissenschaftsrat empfiehlt einen Forschungsbau f\u00fcr die Materialwissenschaften. Ein Geb\u00e4ude f\u00fcr das Elektronenmikroskop der neusten Generation entsteht auf dem Campus Lahnberge. <!--more--><br \/>\nIn den kommenden Jahren entsteht auf dem Campus Lahnberge der Philipps-Universit\u00e4t ein neuer Forschungsbau f\u00fcr Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) zur Erforschung neuartiger Materialien. Daf\u00fcr hat sich jetzt der Wissenschaftsrat ausgesprochen. Die endg\u00fcltige Entscheidung f\u00e4llt in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) Anfang Juli 2022.<br \/>\nDie Empfehlung des Wissenschaftsrats gilt aber als wegweisendes Zeichen f\u00fcr den Bau. Advanced Transmission Electron Microscopy&#8220; (ATEMMA) Marburg) soll im Jahr 2026 in Betrieb gehen.<br \/>\nDie Gesamtkosten belaufen sich nach derzeitigem Stand auf etwa 10,75 Millionen Euro. Auf das Geb\u00e4ude entfallen davon etwa 4,75 Millionen Euro, auf das Rastertransmissionselektronenmikroskop etwa 6 Millionen Euro.<br \/>\n&#8222;Der Bau von ATEMMA st\u00e4rkt den Schwerpunkt Materialwissenschaften an der Universit\u00e4t Marburg und f\u00f6rdert die inter- und transdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit der beiden mittelhessischen Universit\u00e4ten bei der Erforschung von Themen, die f\u00fcr die Zukunft essenziell sind&#8220;, erkl\u00e4rte Universit\u00e4tspr\u00e4sident Prof. Dr. Thomas Nauss.. &#8222;Ich freue mich sehr, dass Prof. Dr. Kerstin Volz und ihr Team mit ATEMMA erfolgreich waren.&#8220;<br \/>\nDie Entwicklung neuartiger Materialien f\u00fcr Kommunikations- und Energietechnologien ist von zentraler Bedeutung f\u00fcr die Gesellschaft. Dabei besteht gro\u00dfes Potenzial und entscheidende Weiterentwicklungen werden m\u00f6glich, wenn der immense Bedarf nach quantitativem Strukturverst\u00e4ndnis der zum Einsatz kommenden Stoffe gedeckt wird.<br \/>\nDas l\u00e4sst sich mit Hilfe eines Transmissionselektronenmikroskops etablieren. &#8222;Wir betreiben Grundlagenforschung zur Wechselwirkung von Elektronen und Materialien&#8220;, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Kerstin Volz. &#8222;Nur, wenn wir die Methodenentwicklung und das Verst\u00e4ndnis von Materialien zusammenbringen, k\u00f6nnen wir die Forschung auch in der Anwendung einsetzen.&#8220;<br \/>\nDie Professorin am Fachbereich Physik leitet das Wissenschaftliche Zentrum f\u00fcr Materialwissenschaften (WZMW) als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Direktorin. &#8222;In der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie wichtig eine schnelle Daten\u00fcbertragung in der digitalen Kommunikation und wie gro\u00df dabei der Verbesserungsbedarf ist&#8220;, erl\u00e4uterte Volz. &#8222;Auch der Klimawandel erfordert bei der Gewinnung und der Speicherung von Energie radikale technologische Fortschritte f\u00fcr eine nachhaltige Gestaltung unserer Zukunft.&#8220;<br \/>\nIn zahlreichen Arbeitsgruppen der Philipps-Universit\u00e4t und in Kooperationen mit anderen Hochschulen &#8211; vor allem mit der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen (JLU) &#8211; wird zur Charakterisierung von Materialien und inneren Grenzfl\u00e4chen geforscht. &#8222;Die TEM nimmt eine Schl\u00fcsselrolle bei der Materialcharakterisierung ein, denn sie erm\u00f6glicht es, die Struktur von Materialien bis hin zum atomaren Ma\u00dfstab zu untersuchen.&#8220;<br \/>\n&#8222;Ich freue mich \u00fcber diesen gro\u00dfartigen Erfolg der Philipps-Universit\u00e4t Marburg&#8220;, sagte die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn. &#8222;Eine F\u00f6rderempfehlung des Wissenschaftsrates wird nur ausgesprochen, wenn das Forschungsprogramm eine herausragende wissenschaftliche Qualit\u00e4t hat und von \u00fcberregionaler Bedeutung ist.&#8220;<br \/>\nSie erg\u00e4nzte: &#8222;Dies wurde f\u00fcr den Forschungsbau ATEMMA der Philipps-Universit\u00e4t Marburg eindeutig best\u00e4tigt und stellt ein gro\u00dfes Lob f\u00fcr die exzellente Arbeit der Forscherinnen und Forscher dar. Damit zeigt sich erneut die gro\u00dfe St\u00e4rke hessischer Hochschulen, die ma\u00dfgeblich zu grundlegenden Innovationen f\u00fcr die Gesellschaft beitragen.&#8220;<br \/>\nF\u00fcr die Kommunikationstechnologie sollen etwa Materialien f\u00fcr effizientere Laser f\u00fcr neue Wellenl\u00e4ngenbereiche, Stoffe f\u00fcr neuartige &#8211; zum Beispiel ultraschnelle oder flexible Transistorkonzepte &#8211; aber auch Datenspeicher untersucht werden. Im Bereich Energietechnologien stehen Konzepte f\u00fcr hocheffiziente Solarzellen und f\u00fcr die Erzeugung von gr\u00fcnem Wasserstoff zur ressourcenschonenden Energieerzeugung ebenso im Mittelpunkt wie die Entwicklung von leistungsf\u00e4higen, kosteng\u00fcnstigen und ressourcenvertr\u00e4glichen elektrochemischen Energiespeichern.<br \/>\nEin besonderer Forschungsfokus liegt auf dem Einfluss innerer Grenzfl\u00e4chen auf die Struktur und Eigenschaften dieser Materialien, um neue Erkenntnisse \u00fcber optische Anregungen entlang der Grenzfl\u00e4chen oder \u00fcber diese hinweg zu gewinnen. Hier k\u00f6nnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf ihre bereits gewonnenen Erkenntnisse im Sonderforschungsbereich 1083 &#8222;Struktur und Dynamik innerer Grenzfl\u00e4chen&#8220; aufbauen, der bereits 2013 an der Philipps-Universit\u00e4t gegr\u00fcndet wurde.<br \/>\nF\u00fcr alle Forschungsthemen ist die methodische Weiterentwicklung der TEM wichtig. Sie bildet die Voraussetzung f\u00fcr entscheidende Innovationen im Materialbereich und er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit, weitreichende Informationen m\u00f6glichst pr\u00e4zise und f\u00fcr unterschiedlichste Materialien zu erlangen.<br \/>\n&#8222;ATEMMA&#8220; soll von etwa 20 Arbeitsgruppen der Philipps-Universit\u00e4t und der JLU genutzt werden. Im gemeinsamen Forschungsschwerpunkt &#8222;Material, Molek\u00fcl, Energie&#8220; am Forschungscampus Mittelhessen (FCMH) forschen die AGs zusammen in mehreren koordinierten Verb\u00fcnden und zahlreichen Projekten auf internationalem Spitzenniveau. ATEMMA wird Gruppen aus Physik, Chemie, Materialwissenschaften und Informatik zusammenbringen, die zum einen direkt am Materialfortschritt arbeiten und zum anderen TEM als Methode weiter voranbringen und f\u00fcr die Auswertung von Bildern auch KI-gest\u00fctzte Methoden einsetzen. Das neue Rastertransmissionselektronenmikroskop wird eine exzellente Orts-,<br \/>\nEnergie- und Zeitaufl\u00f6sung besitzen sowie eine hohe Flexibilit\u00e4t bei der Wahl der Beschleunigungsspannung. Kombiniert mit extrem schnellen und empfindlichen Kameras k\u00f6nnen so neue Methoden entwickelt werden, die eine deutlich besseren Einblick in Materialien als bisher erm\u00f6glichen.<br \/>\nDer Forschungsbau &#8222;ATEMMA&#8220; soll als Anbau mit direktem Zugang von den bestehenden Laboren und B\u00fcror\u00e4umen des WZMWs am Campus Lahnberge entstehen. Die Geb\u00e4udeh\u00fclle f\u00fcr das sehr empfindliche und komplexe Mikroskop ist notwendig, um Vibrationen zu minimieren und Magnetfelder abzuschirmen.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wissenschaftsrat empfiehlt einen Forschungsbau f\u00fcr die Materialwissenschaften. 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