{"id":9266,"date":"2022-04-25T16:15:00","date_gmt":"2022-04-25T14:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=9266"},"modified":"2022-04-26T18:58:43","modified_gmt":"2022-04-26T16:58:43","slug":"wieder-rueckwaertst-ausstellung-stadtgeschichten-an-drei-orten-eroeffnet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=9266","title":{"rendered":"Wieder r\u00fcckw\u00e4rts: Ausstellung &#8222;Stadtgeschichte*n&#8220; an drei Orten er\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<p>Die Ausstellung &#8222;Stadtgeschichte*n&#8220; wurde in der Stadtmitte er\u00f6ffnet. Dinge sind dabei Erinnerungsspeicher, die Marburgs Geschichte erz\u00e4hlen. <!--more--><br \/>\nDie Stadt Marburg erz\u00e4hlt &#8222;Stadtgeschichte*n 1222-2022&#8220; mit einer Ausstellung im Rathaus, im Markt 23 und im Landgrafenschloss. Verkn\u00fcpft werden acht Jahrhunderte Geschichte durch acht ausgew\u00e4hlte Objekte.<br \/>\n&#8222;Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig f\u00fcr eine Stadt, ihre Bev\u00f6lkerung und ihre G\u00e4ste&#8220;, erkl\u00e4rte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. &#8222;Die Geschichte stiftet Identit\u00e4t und Reflexionsr\u00e4ume.&#8220;<br \/>\nAu\u00dferdem nutze das Gehirn die Vergangenheit, um Vorhersagen f\u00fcr die Zukunft zu machen. &#8222;Erinnerungsarbeit ist also Zukunft machen&#8220;, meinte Spies.&#8220; Deshalb habe die Geschichte unter dem Themenschwerpunkt &#8222;Marburg erinnern&#8220; auch einen wichtigen Teil im Programm des Jubil\u00e4umsjahrs &#8222;Marburg800&#8220;.<br \/>\nZum Stadtgeburtstag \u00f6ffnete daher eine besondere Ausstellung: &#8222;Stadtgeschichte*n 1222-2022&#8220; hat der Fachdienst Kultur der Stadt gemeinsam mit dem Museum f\u00fcr Kunst- und Kulturgeschichte der Philipps-Universit\u00e4t entwickelt. Knapp 500 Jahre sind Stadt und Universit\u00e4t gemeinsam durch die Zeit gegangen.<br \/>\n&#8222;&#8220;In dieser Ausstellung zeigt sich, wie innovativ wir gemeinsam sein k\u00f6nnen&#8220;, sagte Universit\u00e4tspr\u00e4sident Prof. Dr. Thomas Nauss. &#8222;Ich freue mich auf das gemeinsame Experiment, in dem Stadt, Stadtgesellschaft und Universit\u00e4t entlang von Sammlungsobjekten neue Wege in die Vergangenheit gehen.&#8220;<br \/>\nEine neunk\u00f6pfige Arbeitsgruppe von Fachleuten hat sich f\u00fcr die Ausstellung auf Spurensuche in die Geschichte Marburgs, in die Sammlung des Landgrafenschlosses und in die Archive von Stadt und Land begeben. Insgesamt haben sich mehr als 100 Menschen an der Entstehung beteiligt. Das Ergebnis ist eine Ausstellung, die Marburgs Geschichte anhand von Objekten anschaulich machen soll.<br \/>\nVerteilt ist sie auf drei besondere Orte in der Stadt. &#8222;Dinge und Orte sind Erinnerungsspeicher, die eine eigene Geschichte haben und die Geschichte Marburgs erz\u00e4hlen&#8220;, erl\u00e4uterte Spies.<br \/>\nNeue Erinnerungen hat die Stadt dann auch zur Er\u00f6ffnung der dreigeteilten Ausstellung geschaffen: Auf dem Marktplatz fand begleitend ein kulturelles und geschichtliches Programm statt. F\u00fcr Musik sorgten die &#8222;The Small Easy&#8220; -Marchingband und das Samuel Bos Jazztrio.<br \/>\nZudem gab es eine Gespr\u00e4chsrunde zur Stadtgeschichte und Kurzperformances zu der Ausstellung &#8211; Dabei erz\u00e4hlten Dr. Christoph Becker, Dominque Macri und das Fast Foward Theater, was sie mit &#8222;Stadtgeschichte*n&#8220; zu tun haben.<br \/>\nVier Treppen, acht Jahrhunderte, 64 historische Bilder, Urkunden und Gem\u00e4lde samt kurzen Infotexten &#8211; so sieht die Jahrhundertgalerie im Treppenaufgang des Rathauses aus. Die Stadt Marburg macht ihre Geschichte an dieser Stelle begehbar: Wer die vier Treppen hinaufgeht, kann dabei durch 800 Jahre Marburger Geschichte gehen und einige spannende Aspekte kennenlernen, die Marburg gepr\u00e4gt haben.<br \/>\nZu sehen sind etwa Darstellungen von Menschen, die gro\u00dfen Einfluss auf Marburgs Geschichte genommen haben: Darstellungen von der Heiligen Elisabeth, Sophie von Brabant, vom Marburger Religionsgespr\u00e4ch, von Landgrafen, von der Regentin Amelie Elisabeth, dem Physiker und Mathematiker Denis Papin, vom Staatsrechtler Sylvester Jordan, von Emil von Behring, Martin Heidegger und Wolfgang Abendroth.<br \/>\nAu\u00dferdem abgebildet sind einige spannende Schriftst\u00fccke wie die &#8222;Reinhardsbrunner Chronik&#8220;, die Urkunde, mit der Elisabeth von Th\u00fcringen heiliggesprochen wurde; eine Urkunde, die bezeugt, dass Mitglieder der Z\u00fcnfte in den Stadtrat aufgenommen wurden; die \u00e4lteste Marburger Wochenzeitung und Beschwerden \u00fcber wirtschaftliche Not wegen zu geringer Studentenzahlen. Ebenso zu entdecken ist die Baugeschichte beim Gang durch die Jahrhundertgalerie: Der &#8222;Hirschberg 13&#8220; &#8211; eines der \u00e4ltesten H\u00e4user in Marburg &#8211; sowie die Hirsem\u00fchle, der Bahnhof und viele Stadtansichten und Stadtkarten.<br \/>\nDie Wandausstellung &#8222;8 Objekte in 8 Jahrhunderten&#8220; ist im Markt 23 wenige Schritte vom Rathaus entfernt zu sehen. Die R\u00e4ume sind im Konzept der Ort, der auch zum Verweilen einl\u00e4dt. Dort stehen Stadtschriften zu historischen Themen bereit und vor allem werden geschichtliche Informationen als Podcast spielerisch erz\u00e4hlt.<br \/>\nDas geschieht mit neun H\u00f6rspielen, die sich der Stadtgeschichte kreativ aus neuer Perspektive widmen. Die &#8222;Digi.tales&#8220; wurden von in Marburger K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern geschrieben sowie im &#8222;Werkraum56&#8220; mit Sprecherinnen und Sprechern realisiert. Entstanden sind so vielf\u00e4ltige Formate &#8211; von der Radio-Persiflage \u00fcber Poesie und Science Fiction bis zu True Crime.<br \/>\n&#8222;Dieser Ausstellungsort ist der kleinste Raum. Aber er bietet eine Vernetzung in die gr\u00f6\u00dfere Welt der Medien&#8220;, erkl\u00e4rte Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck vom Universit\u00e4tsmuseum. &#8222;So sind verschiedene Ebenen der Auseinandersetzung f\u00fcr verschiedene Zielgruppen entstanden.&#8220;<br \/>\nOriginal-Exponate gibt es im Landgrafenschloss zu sehen. &#8222;Objekte erz\u00e4hlen Geschichte&#8220; machen Geschichte plastisch wie der gro\u00dfe Wandteppich aus dem 15. Jahrhundert mit der Geschichte vom verlorenen Sohn etwa, der so gro\u00df war, dass er zerschnitten wurde, um in der Elisabethkirche zu liegen. Wann und warum ist er vor mehr als 500 Jahren hergestellt worden? Und was wollten die Diebe, die ihn im fr\u00fchen 20. Jahrhundert zerschnitten haben?<br \/>\nWelche menschlichen Trag\u00f6dien hat die Wetterfahne des Rathauses mit dem Reiter w\u00e4hrend des 30-j\u00e4hrigen Kriegs im 17. Jahrhundert vorbeiziehen sehen? &#8222;Im S\u00fcdfl\u00fcgel entsteht ein dichtes, facettenartiges Bild der Stadt&#8220;, erl\u00e4uterte Otterbeck.<br \/>\n&#8222;Es ist ein Mosaik aus vielen St\u00fccken, die einen Teil der Geschichte beleuchten.&#8220;<br \/>\nZu sehen ist auch die &#8222;Justitia&#8220;, die das Rathaus ziert. Gezeigt wird die Originalversion, denn am Rathaus ist eine Kopie angebracht, um das Original vor Wind und Wetter zu sch\u00fctzen.<br \/>\nFlankiert werden die &#8222;Stadtgeschichte*n&#8220; vom Internetauftritt mit Vorlesefunktionen, \u00dcbersetzungen in Geb\u00e4rdensprache und mit einem Geschichtspuzzle f\u00fcr Kinder. Die Ausstellung soll unterschiedliche Sinne ansprechen und ist inklusiv.<br \/>\nEntstanden ist au\u00dferdem auch das Magazin &#8222;Marburg Stadtgeschichten&#8220;, das mit seinen geschichtlichen Betrachtungen weit mehr ist als ein Katalog zur Ausstellung, sondern in Text und attraktiven Bildern eigenst\u00e4ndig f\u00fcr Anregungen und Denkanst\u00f6\u00dfe steht &#8211; es ist im Buchhandel erh\u00e4ltlich.<br \/>\nDas Konzept &#8222;Stadtgeschichte*n&#8220; ist laut Fischer ein mehrstimmiges und offenes Konzept: &#8222;Stadtgeschichten lassen Raum f\u00fcr Vertiefungen und Weiterentwicklungen von Inhalten f\u00fcr verschiedene Zielgruppen und Bed\u00fcrfnisse. Stadtgeschichten lassen sich in der Zukunft weiterspinnen, verdichten oder neu aufstellen.&#8220;<br \/>\nOberb\u00fcrgermeister Spies erg\u00e4nzte: &#8222;Heute wird ein Anfang gemacht. Er bietet Grundlage und Ausgangspunkt f\u00fcr einen \u00f6ffentlichen kulturpolitischen Diskurs, der breit gef\u00fchrt werden soll.&#8220; Dazu wird im Herbst eine Tagung stattfinden, die sich der Bedeutung von Geschichtsschreibung und Tradition f\u00fcr die Zukunft widmet.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ausstellung &#8222;Stadtgeschichte*n&#8220; wurde in der Stadtmitte er\u00f6ffnet. 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