{"id":9227,"date":"2022-04-14T12:28:20","date_gmt":"2022-04-14T10:28:20","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=9227"},"modified":"2022-04-14T12:28:20","modified_gmt":"2022-04-14T10:28:20","slug":"freude-am-trainieren-sicherheitstraining-fuer-senioren-kommt-gut-an","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=9227","title":{"rendered":"Freude am Trainieren: Sicherheitstraining f\u00fcr Senioren kommt gut an"},"content":{"rendered":"<p>Das kostenlose Sicherheitstraining der Stadt Marburg kommt gut an. Mit &#8222;Krav Maga&#8220; kommen die Teilnehmenden bewusster und sicherer durch den Alltag. <!--more--><br \/>\nSicherheit ist vor allem auch subjektives Empfinden. Doch wann f\u00fchlt sich etwas sicher an? Welche Situationen k\u00f6nnen eigentlich gef\u00e4hrlich werden und wie sollte man dann am besten reagieren?<br \/>\nDiesen und weiteren Fragen stellten sich die Teilnehmenden des kostenlosen Sicherheitstrainings der Universit\u00e4tsstad Marburg vor Allem praktisch. &#8222;Vielen Dank f\u00fcr das Training, aus dem ich sehr viel f\u00fcr mich mitnehme&#8220;, sagte Stadtr\u00e4tin Kirsten Dinnebier in der Feedback-Runde. Denn die Sozialdezernentin hat selbst an der letzten Einheit des kostenlosen Sicherheitstrainings der Stadt teilgenommen.<br \/>\n&#8222;Die vielen positiven R\u00fcckmeldungen, die bei uns zu diesem Programm eingetroffen sind, und die lange Warteliste zeigen, dass das Angebot gut angenommen wird&#8220;, erkl\u00e4rte die Stadtr\u00e4tin. &#8222;Daher planen wir, das Sicherheitstraining in Zukunft fortzuf\u00fchren.&#8220; Das kostenlose Sicherheitstraining f\u00fcr Marburgerinnen und Marburger ab 50 wurde bereits in den Stadtteilen Schr\u00f6ck, Stadtwald und Moischt zu je drei Terminen angeboten.<br \/>\nDoch wie l\u00e4uft so eine &#8222;Krav-Maga&#8220;-Einheit ab? Eine kurze Begr\u00fc\u00dfung, ein Blick in die Runde, dann geht es auch schon los. Trainer und Head Instructor des &#8222;I. S. D. Krav Maga Germany&#8220; Tayfur Imprahem k\u00fcndigt die erste \u00dcbung an.<br \/>\n&#8222;Zombie-Game&#8220; ist kein apokalyptisches Szenario; sondern es soll mehrere F\u00e4higkeiten auf einmal trainieren. W\u00e4hrend die eine H\u00e4lfte die Arme nach vorne ausstreckt wie &#8222;Zombies&#8220;, legt die andere H\u00e4lfte die Arme eng an den K\u00f6rper. Nun bewegen sich die Teilnehmenden in einem engen Radius umeinander und d\u00fcrfen sich nicht ber\u00fchren.<br \/>\nGanz sch\u00f6n wuselig sei das. Bei der \u00dcbung geht es um \u00dcberblick und Aufmerksamkeit.<br \/>\nEine Ausnahme in Sachen Ber\u00fchrung gibt es jedoch: Kann einem Zombie nicht ausgewichen werden, so wird er abgewehrt.<br \/>\nMit welcher Technik, entscheiden die Trainer auf Zuruf. Neben der Aufmerksamkeit schult die \u00dcbung also auch die Reaktionsf\u00e4higkeit &#8211; auf akustische Signale (Zurufe der Trainer), aber auch auf die jeweilige Situation (ausweichen oder abwehren).<br \/>\nDie Gr\u00f6\u00dfe einer Gruppe variiert zwischen 15 und 20 Personen. Um auf die unterschiedlichen Bed\u00fcrfnisse der Teilnehmenden eingehen zu k\u00f6nnen, unterrichten die Trainer stets zu zweit oder gar zu dritt. Dabei werden auch individuelle Probleme ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nWer Knieprobleme hat, muss sich gegebenenfalls anders verteidigen, als jemand, der es im R\u00fccken hat. Wer nicht schnell laufen kann, lernt stattdessen, welche M\u00f6glichkeiten zur Verteidigung es in der Umgebung gibt und pers\u00f6nlich genutzt werden k\u00f6nnen.<br \/>\n&#8222;Es muss realistisch sein&#8220;, sagte Tayfur Imprahem. &#8222;Viele lernen Verteidigungsmechanismen, die gar nicht zu ihrer Pers\u00f6nlichkeit oder ihren M\u00f6glichkeiten passen. Das ist im Ernstfall aber nicht hilfreich, da diese Reaktion dann nicht nat\u00fcrlich abgerufen werden kann. Im Krav Maga schulen wir Reflexe, die bereits da sind, und finden gemeinsam heraus, was f\u00fcr die einzelne oder den einzelnen passt.&#8220;<br \/>\nDas Bewusstsein f\u00fcr potenzielle Gefahrensituationen zu schulen, bildet einen der Schwerpunkte des Sicherheitstrainings. &#8220; die Stadtr\u00e4tin.<br \/>\nEs geht darum, die Unversehrtheit von Leib und Seele sowie Hab und Gut zu sch\u00fctzen&#8220;, erl\u00e4uterte Bernd Runckel. Er ist Leiter des &#8222;I. S. D. Krav Maga Germany&#8220; in Marburg und Kirchhain.<br \/>\nAuch ein theoretischer Teil geh\u00f6rt zum Training unter anderem mit Infos, was in welcher Gefahrenlage im Rahmen der Selbstverteidigung \u00fcberhaupt erlaubt ist. &#8222;Es ist sch\u00f6n, zu sehen, wie die Teilnehmer*innen sicherer werden und ein besseres Gef\u00fchl daf\u00fcr entwickeln, was in welcher Situation angebracht ist&#8220;, berichtete Christian Scheifer vom Trainingsstandort Gie\u00dfen. Neben der Verteidigung bei k\u00f6rperlichen Angriffen wurden auch Reaktionsm\u00f6glichkeiten bei verbalen Attacken, verwirrenden Situationen und Bedr\u00e4ngungen verschiedener Art ge\u00fcbt.<br \/>\nViele unangenehme Situationen lassen sich bereits durch Mimik, Gestik, Kommunikation oder durch das Ansprechen von Passant*innen entspannen. Vor allem betonen die Trainer immer wieder, wie wichtig es ist, auf sich aufmerksam zu machen und laut zu sein. Am besten tut man das ohne komplizierte S\u00e4tze, weil daf\u00fcr im Ernstfall vor Aufregung und Anstrengung die Konzentration und die Luft fehlten.<br \/>\nEinsilbige \u00c4u\u00dferungen seien einfacher. Also sollte man &#8222;Halt&#8220; oder &#8222;Stopp&#8220; rufen oder schlicht br\u00fcllen. &#8222;Das ist laut, gibt Energie und sch\u00fcchtert Gegner*innen auch noch ein, denn die rechnen nicht damit&#8220;&#8220;, erkl\u00e4rte Imprahem.<br \/>\nInsgesamt wurde das Sicherheitstraining, das die Stadt Marburg organisiert hat, von den Teilnehmenden sehr gut angenommen. Alle Gruppen der Stadtteile w\u00fcnschten sich weitere Termine oder gar ein vertiefendes Angebot.<br \/>\n&#8222;Mir hat besonders gefallen, dass es so viel Praxis gab&#8220;, berichtete ein Teilnehmer. &#8222;Das hat sehr dabei geholfen, die Hemmungen zu \u00fcberwinden.&#8220;<br \/>\nEine weitere Teilnehmerin erkl\u00e4rte: &#8222;Ich bin der Stadt sehr dankbar, dass sie dieses Training in den Stadtteilen angeboten hat und besonders auch f\u00fcr meine Altersgruppe, ansonsten h\u00e4tte ich das wahrscheinlich nicht ausprobiert. Jetzt bin ich sehr froh, dass ich mich getraut habe.&#8220;<br \/>\nEin anderer Teilnehmer schloss die Feedback-Runde ab mit der Feststellung: &#8222;Die \u00dcbungen waren wirklich aus dem Leben gegriffen und sehr hilfreich.&#8220;<br \/>\nDr. Petra Engel vom st\u00e4dtischen Fachdienst Altenplanung betonte: &#8222;Dieses Sicherheitstraining, das speziell f\u00fcr \u00e4ltere Personen ausgerichtet ist, war uns besonders wichtig. Denn obwohl die Kriminalstatistik f\u00fcr 2020 zeigt, dass Personen h\u00f6heren Alters im Alltag weniger Gefahren ausgesetzt sind als j\u00fcngere Menschen, gibt es bei \u00c4lteren ein gr\u00f6\u00dferes Unsicherheitsgef\u00fchl. Und genau dort m\u00f6chten wir mit diesem Angebot ansetzen. Denn in Marburg sollen sich alle sicher f\u00fchlen.&#8220;<br \/>\nDas kostenlose Sicherheitstraining f\u00fcr Marburgerinnen und Marburger ab 50 haben der Fachdienst Altenplanung und das Ordnungsamt der Universit\u00e4tsstadt Marburg in Kooperation mit dem &#8222;I. S. D. Krav Maga Germany&#8220; ins Leben gerufen. Dabei gehen die Trainer speziell auf die F\u00e4higkeiten und Bed\u00fcrfnisse der \u00e4lteren Mitmenschen ein. Das Sicherheitstraining wird vom Projekt &#8222;Einsicht &#8211; Marburg gegen Gewalt&#8220; begleitet und evaluiert.<br \/>\nDabei handelt es sich um eine Wissenschaft-Praxis-Kooperation zur Abstimmung von Pr\u00e4ventionsstrategien in der Stadt. Daf\u00fcr werden die Teilnehmenden vor und nach dem Training zu ihrem Sicherheitsempfinden und ihrem Verhalten in Gefahrensituationen befragt. Um m\u00f6glichst aussagekr\u00e4ftige Ergebnisse zur Wirkung des Sicherheitstrainings zu erhalten, werden zeitgleich zu den Trainingseinheiten Marburger*innen ab 50 Jahren als Kontrollgruppe zu ihrem Sicherheitsempfinden befragt.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das kostenlose Sicherheitstraining der Stadt Marburg kommt gut an. 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