{"id":9199,"date":"2022-04-08T11:11:06","date_gmt":"2022-04-08T09:11:06","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=9199"},"modified":"2022-04-08T11:11:06","modified_gmt":"2022-04-08T09:11:06","slug":"neuer-verbund-fortwirkende-hierarchien-der-kolonialzeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=9199","title":{"rendered":"Neuer Verbund: Fortwirkende Hierarchien der Kolonialzeit"},"content":{"rendered":"<p>Die Philipps-Universit\u00e4t \u00fcbernimmt die Federf\u00fchrung in einem neuen Kompetenznetzwerk. Es erforscht, wie Hierarchien aus der Kolonialzeit in aktuellen Konflikten wirken. <!--more--><br \/>\nAuch lange nach dem Ende der Kolonialzeit haben Hierarchien aus dieser Epoche eine gro\u00dfe Wirkmacht bei der Entstehung und der Dynamik von Gewaltkonflikten sowie bei Versuchen, diese Konflikte zu befrieden. Das ist die Ausgangsbeobachtung des Kompetenznetzwerks &#8222;Postcolonial Hierarchies in Peace and Conflict&#8220;. Das Netzwerk &#8222;Postkoloniale Hierarchien in Frieden und Konflikt&#8220; hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Asymmetrien zu erforschen.<br \/>\nZugleich will es damit auch dazu beitragen, Konzepte und Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze der Friedens- und Konfliktforschung weiterzuentwickeln. Das Netzwerk unter Federf\u00fchrung der Philipps-Universit\u00e4t hat seine Arbeit zum 1. April 2022 aufgenommen.<br \/>\nIn den kommenden vier Jahren forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universit\u00e4ten in Marburg, Bayreuth und Erfurt sowie des Arnold-Bergstraesser-Instituts in Freiburg gemeinsam daran, wie sich postkoloniale Hierarchien in heutigen Konfliktdynamiken niederschlagen und welche Schl\u00fcsse daraus f\u00fcr k\u00fcnftige Konflikttransformation gezogen werden k\u00f6nnen. Die Philipps-Universit\u00e4t \u00fcbernimmt die Koordination des Netzwerks.<br \/>\nIm Fokus stehen vor allem die Bedeutung postkolonialer Hierarchien f\u00fcr die Entstehung und den Verlauf von Konflikten in ehemals kolonialisierten Gesellschaften, aber auch in den Gesellschaften ehemaliger Kolonialm\u00e4chte, die Kontinuit\u00e4ten kolonialer Verst\u00e4ndnisse von Frieden und Sicherheit sowie die M\u00f6glichkeiten der Transformation solcher Kontinuit\u00e4ten durch die Aufarbeitung kolonialer Gewalt. Ein wichtiger Teil der gemeinsamen Arbeit in den n\u00e4chsten vier Jahren besteht darin, eine weltweit erreichbare virtuelle Enzyklop\u00e4die zu diesen Themen zu erstellen.<br \/>\nDer standort\u00fcbergreifende Austausch ist f\u00fcr das Netzwerk besonders wichtig und wird in verschiedenen Formaten organisiert. Ziel ist dabei, nicht nur konzeptionelle Fragen zu postkolonialen Perspektiven in der Friedens- und Konfliktforschung zu diskutieren, sondern auch Debatten aus angrenzenden Wissenschaftsfeldern wie der Soziologie, den Kultur- und Literaturwissenschaften und den Geschichtswissenschaften zu erschlie\u00dfen. In der \u00fcberregionalen Zusammenarbeit werden existierende Forschungsschwerpunkte geb\u00fcndelt und weiterentwickelt.<br \/>\n&#8222;Post-koloniale Hierarchien in Frieden und Konflikt &#8211; sowie in Forschung und Praxis &#8211; zu untersuchen, ist h\u00f6chst relevant und \u00fcberf\u00e4llig&#8220;, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel. &#8222;Mit dem Kompetenznetzwerk m\u00f6chten wir in Kooperationen mit Partnerinstituten globale Machtasymmetrien herausarbeiten und ihre Wirkung auf aktuelles Konfliktgeschehen beleuchten.&#8220;<br \/>\nDie Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Direktorin des Zentrums f\u00fcr Konfliktforschung (ZfK) an der Philipps-Universit\u00e4t leitet das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Thorsten Bonacker. &#8222;Wir wollen mit der Vernetzung das vorhandene Potenzial an den vier Standorten besser aussch\u00f6pfen und eine nachhaltige Kooperationsstruktur schaffen&#8220;, erl\u00e4uterte Bonacker. &#8222;Durch die Einbeziehung der BMBF Merian-Zentren an den drei Standorten Tunis, Accra und Delhi sowie des DFG Exzellenzclusters &#8222;Africa Multiple&#8220; werden bestehende Kooperationen mit Forschenden aus unterschiedlichen Weltregionen in das Netzwerk eingebunden und ein Austausch mit Partnern au\u00dferhalb Europas erm\u00f6glicht.&#8220;<br \/>\nDas Kompetenznetzwerk wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Gesamtsumme von knapp 4 Millionen Euro gef\u00f6rdert. Nach der sehr erfolgreichen Evaluierung der deutschen Friedens- und Konfliktforschung durch den Wissenschaftsrat hatte das Ministerium die F\u00f6rderung von Forschungsverb\u00fcnden zur F\u00f6rderung und Weiterentwicklung der Friedens- und Konfliktforschung ausgeschrieben. Weitere Informationen zu dem neuen Netzwerk finden Interessierte im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.postcolonial-hierarchies.net\">www.postcolonial-hierarchies.net<\/a>.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Philipps-Universit\u00e4t \u00fcbernimmt die Federf\u00fchrung in einem neuen Kompetenznetzwerk. 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