{"id":9157,"date":"2022-04-02T10:43:54","date_gmt":"2022-04-02T08:43:54","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=9157"},"modified":"2022-04-02T10:43:54","modified_gmt":"2022-04-02T08:43:54","slug":"in-den-wald-geschickt-rp-bekaempft-papageienfeder-bei-cappel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=9157","title":{"rendered":"In den Wald geschickt: RP bek\u00e4mpft Papageienfeder bei Cappel"},"content":{"rendered":"<p>Die Natur ist kein Aquarium. Deshalb ist das Aussetzen von Tieren und Pflanzen nicht erlaubt. <!--more--><br \/>\nWenn sich gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten ausbreiten, kann das die Natur gef\u00e4hrden. Verantwortlich daf\u00fcr ist der Mensch, egal ob durch Unwissenheit oder bewusstes Handeln. Gelangen etwa Aquarienpflanzen und -tiere in Gew\u00e4sser, k\u00f6nnen sie sich in den \u00d6kosystemen ausbreiten und die biologische Vielfalt bedrohen.<br \/>\nWeltweit gelten biologische Invasionen mit gebietsfremden Arten als zweitwichtigste Ursache f\u00fcr den Verlust der biologischen Vielfalt. &#8222;Als Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen sch\u00fctzen wir deshalb gemeinsam mit vielen Partnern unsere heimische Natur&#8220;, sagte Regierungspr\u00e4sident Dr. Christoph Ullrich. Ein Beispiel f\u00fcr ein solch gelungenes Projekt ist die erfolgreiche und nachhaltige Bek\u00e4mpfung der Papageienfeder in einem R\u00fcckhaltebecken im Wald s\u00fcd\u00f6stlich von Marburg.<br \/>\nDie Papageienfeder ist eine aus S\u00fcdamerika stammende invasive Pflanze. Sehr wahrscheinlich wurde sie durch einen Aquarianer in das Becken ausgesetzt und lange nicht erkannt. Durch ihr starkes Ausbreitungsverhalten kann sie die regionale Artenvielfalt gef\u00e4hrden.<br \/>\n&#8222;Die auch als Brasilianisches Tausendblatt bezeichnete Wasserpflanze hatte sich in dem Gew\u00e4sser stark ausgebreitet&#8220;, berichtete Jutta Neumann aus dem zust\u00e4ndigen Naturschutzdezernat des RP Gie\u00dfen. Dadurch ist die vielf\u00e4ltige heimische Tier- und Pflanzenwelt zunehmend verdr\u00e4ngt und der Lebensraum massiv ver\u00e4ndert worden. Die Biodiversit\u00e4t in dem Gew\u00e4sser war akut bedroht.<br \/>\nIn einem gemeinschaftlichen Projekt mit der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda, HessenForst sowie der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde der Stadt Marburg ist es dem RP Gie\u00dfen nach mehreren Jahren konsequenter Beseitigung gegl\u00fcckt, die Papageienfeder in dem R\u00fcckhaltebecken vollst\u00e4ndig zu entfernen. Erfreulicherweise konnten bislang seit zwei Jahren keinerlei Sprossen der invasiven Wasserpflanze mehr in dem Teich nachgewiesen werden. Nichtsdestotrotz sind k\u00fcnftig weitere Kontrollen n\u00f6tig, um sofort ein Wiederaufkommen der invasiven Wasserpflanze zum Schutz der heimischen Fauna und Flora zu verhindern.<br \/>\nVerschiedene gesch\u00fctzte Libellen- und Amphibienarten- aber auch heimische Wasserpflanzen &#8211; k\u00f6nnen sich nun wieder ungest\u00f6rt in ihrem Lebensraum entfalten. Um diese positive Entwicklung zu unterst\u00fctzen und um einer schleichenden Verlandung des Beckens entgegenzuwirken, lie\u00df die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde der Stadt Marburg einige offene Wasserfl\u00e4chen wiederherstellen. Mit Landesmitteln zur F\u00f6rderung der Biodiversit\u00e4t konnte damit ein wertvolles, artenreiches Biotop im Marburger Wald gerettet werden. Die Europ\u00e4ische Union (EU) hat eine Vielzahl gebietsfremder invasiver Tier-<br \/>\nund Pflanzenarten auf die sogenannte &#8222;Unionsliste&#8220; gesetzt. Diese Arten d\u00fcrfen innerhalb der EU unter anderem nicht mehr gehandelt und freigesetzt werden.<br \/>\n&#8222;Immer mehr Tier- und Pflanzenarten werden in einer globalisierten Welt verschleppt, die sich dann in Gebieten au\u00dferhalb ihres nat\u00fcrlichen Herkunftsbereiches ansiedeln k\u00f6nnen&#8220;, erkl\u00e4rte Ullrich den gesetzlichen Auftrag seiner Beh\u00f6rde und appelliert zugleich: &#8222;Setzen Sie bitte deshalb nichts aus, was in ein Aquarium geh\u00f6rt.&#8220;<br \/>\nAuch die Papageienfeder geh\u00f6rt zu den Aquarienpflanzen, die diesen Verboten unterliegen. Zudem ist sie eine von zehn invasiven Pflanzenarten, die auf der &#8222;Schwarzen Liste&#8220; des Bundesamts f\u00fcr Naturschutz aufgef\u00fchrt ist. F\u00fcr die dort genannten Arten empfiehlt die Fachbeh\u00f6rde nachhaltige Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung.<br \/>\nDeshalb weist das RP Gie\u00dfen darauf hin, dass das Aussetzen von Tieren und Pflanzen in der Natur ohne die dazu erforderliche Berechtigung grunds\u00e4tzlich nicht erlaubt ist und mit einem Bu\u00dfgeldverfahren verfolgt werden kann. Weitere Informationen dazu sind auf der Internetseite des Regierungspr\u00e4sidiums Gie\u00dfen unter <a href=\"https:\/\/rp-giessen.hessen.de\/umwelt-natur\/forsten-naturschutz\/biodiversit%C3%A4t\/invasive-arten\">rp-giessen.hessen.de\/umwelt-natur\/forsten-naturschutz\/biodiversit\u00e4t\/invasive-arten<\/a> oder bei den RP-Mitarbeiterinnen Jutta Neumann und Lisa K\u00fcchenunter den E-Mail-Adressen jutta.neumann@rpgi.hessen.de sowie lisa.kuechen@rpgi.hessen.de) erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>* pm: Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Natur ist kein Aquarium. 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