{"id":9141,"date":"2022-03-31T13:26:00","date_gmt":"2022-03-31T11:26:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=9141"},"modified":"2022-03-31T13:26:00","modified_gmt":"2022-03-31T11:26:00","slug":"aktuelle-aufgabe-politische-gewalt-erforschen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=9141","title":{"rendered":"Aktuelle Aufgabe: Politische Gewalt erforschen"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcnf hessische Forschungsinstitutionen kooperieren in neuem Verbundprojekt zu &#8222;Transformationen politischer Gewalt&#8220;. Beteiligt daran ist auch die Philipps-Universit\u00e4t. <!--more--><br \/>\nWelchen Effekt haben globale Entwicklungen wie Technologisierung und Klimawandel auf politische Gewalt? Wie kann politische Gewalt von internationalen Institutionen begrenzt oder aber legitimiert werden? Wie wird sie gedeutet und gerechtfertigt?<br \/>\nDiesen Fragen widmet sich das interdisziplin\u00e4re Verbundprojekt &#8222;Regionales Forschungszentrum &#8211; Transformations of Political Violence&#8220; (TraCe), in dem f\u00fcnf hessische Forschungsinstitutionen zusammenarbeiten. An dem Zentrum, das im April seine Arbeit aufnimmt, sind das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), die Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt (GU), die Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen (JLU), das Zentrum f\u00fcr Konfliktforschung (ZfK) der Philipps-Universit\u00e4t und die Technische Universit\u00e4t Darmstadt (TUDa) beteiligt. Das Verbundprojekt wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) mit circa 5,2 Millionen Euro gef\u00f6rdert.<br \/>\nMit der Errichtung des Regionalen Forschungszentrums intensivieren die beteiligten Institutionen ihre bestehende Zusammenarbeit und b\u00fcndeln ihre Forschungen auf dem Gebiet der Gewaltforschung.Dadurch entsteht ein regionales Kompetenzzentrum f\u00fcr Forschung, Lehre und Wissenstransfer, das international sichtbar ist und dessen Erkenntnisse systematisch zur Einhegung und Pr\u00e4vention politischer Gewalt beitragen.<br \/>\nDas Forschungszentrum ist interdisziplin\u00e4r besetzt: Es bringt unterschiedliche Perspektiven aus Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichts- und Rechtswissenschaften, Sozialanthropologie, Sozialpsychologie, Kultur- und Sprachwissenschaften und Informatik sowie unterschiedliche methodologische Ans\u00e4tze zusammen.<br \/>\nDie Zielsetzung des Verbundvorhabens ist, die Konsequenzen gegenw\u00e4rtiger Gewalttransformationen f\u00fcr den innergesellschaftlichen und internationalen Frieden zu identifizieren und Strategien zur Eind\u00e4mmung politischer Gewalt unter den sich ver\u00e4ndernden Bedingungen zu entwickeln. Das Forschungsprojekt wird Typen und Ebenen politischer Gewalt systematisch in drei thematischen Forschungsfeldern analysieren.<br \/>\nDas erste Forschungsfeld besch\u00e4ftigt sich mit dem Formenwandel politischer Gewalt und dem Einfluss globaler Trends wie Technologisierung und Klimawandel auf Gewaltdynamiken. Das zweite Forschungsfeld geht der Frage nach, wie internationale Institutionen politische Gewalt einhegen &#8211; aber auch legitimieren und wie neue Gewaltformen institutionell erfasst werden k\u00f6nnen. Das dritte Forschungsfeld befasst sich mit den komplexen Beziehungen zwischen ver\u00e4nderten Deutungs- und Rechtfertigungsmustern von politischer Gewalt und verschiedenen Erinnerungsr\u00e4umen wie zum Beispiel St\u00e4dten. In einem \u00fcbergreifenden vierten Forschungsfeld werden Wechselwirkungen zwischen dem Formwandel, der institutionellen Hegung und Interpretationen politischer Gewalt untersucht.<br \/>\nUm die Forschung des Verbundprojekts in der \u00d6ffentlichkeit sichtbar zu machen, wird der Austausch mit gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren gesucht: Transferveranstaltungen wie Workshops, Podiumsdiskussionen und Ringvorlesungen, aber auch verschiedene Publikationsformate &#8211; tragen dazu bei, die Forschungserkenntnisse f\u00fcr die politische Bildung, zivilgesellschaftliches Engagement und den Wissenschaftsjournalismus nutzbar zu machen.<br \/>\n&#8222;Wir freuen uns sehr, die Arbeit im TraCe-Verbundprojekt aufzunehmen, das die interdisziplin\u00e4re Kollaboration und internationale Vernetzung der beteiligten Einrichtungen vorantreibt&#8220;, &#8222;Prof. Dr. Christopher Daase. &#8222;Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine verdeutlichen in tragischer Weise die Notwendigkeit, ein Regionales Forschungszentrum dieser Art zu errichten, das die Ursachen, Dynamiken und Effekte politischer Gewalt untersucht.&#8220; Daase ist stellvertretendes gesch\u00e4ftsf\u00fchrendes Vorstandsmitglied der HSFK und Ko-Sprecher des Verbundprojekts.<br \/>\nDas Verbundprojekt geht auf eine bundesweite Ausschreibung des BMBF zur F\u00f6rderung und Weiterentwicklung von Forschungsverb\u00fcnden im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung zur\u00fcck. Von Seiten des ZfK sind Prof. Dr. Thorsten Bonacker, Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel, Prof. Dr. Christopher Cohrs, Prof. Dr. Anika Oettler und Prof. Dr. Felix Anderl als &#8222;Principal Investigators&#8220; beteiligt. Sie forschen insbesondere im dritten Forschungsfeld des Verbundprojekts zu &#8222;Interpretationen politischer Gewalt&#8220; sowie im vierten \u00fcbergreifenden Forschungsfeld zu &#8222;konzeptionellen und theoretischen Fragen&#8220;.<br \/>\nDie Philipps-Universit\u00e4t wird vom BMBF mit ca. 910.000 Euro gef\u00f6rdert. Weitere Informationen zum Verbundvorhaben finden Interessierte im Internet auf <a href=\"https:\/\/www.hsfk.de\/forschung\/transformations-of-political-violence\">www.hsfk.de\/forschung\/transformations-of-political-violence<\/a>.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcnf hessische Forschungsinstitutionen kooperieren in neuem Verbundprojekt zu &#8222;Transformationen politischer Gewalt&#8220;. 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