{"id":9132,"date":"2022-03-29T15:51:14","date_gmt":"2022-03-29T13:51:14","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=9132"},"modified":"2022-03-29T15:51:14","modified_gmt":"2022-03-29T13:51:14","slug":"geburtstag-28-maerz-grosse-gala-mit-gaesten-zu-marburg-800","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=9132","title":{"rendered":"Geburtstag 28. M\u00e4rz: Gro\u00dfe Gala mit G\u00e4sten zu &#8222;Marburg 800&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Das wird heute sehr \u00e4rztelastig&#8220; erkl\u00e4rte Thomas Koschwitz. Der H\u00f6rfunk-<br \/>\nund Fernsehmoderator f\u00fchrte am Montag (28. M\u00e4rz) durch die Jubil\u00e4umsgala zu &#8222;Marburg 800&#8220;. <!--more--><br \/>\nEine illustre G\u00e4steschar erz\u00e4hlte am Montagabend auf der B\u00fchne im Erwin-Piscator-Haus (EPH) von eigenen Erlebnissen in Marburg. Hinzu kamen eingespielte Statements weiterer Prominenter sowie musikalische Darbietungen. Verfolgen konnte das Publikum das Ganze jedoch nur \u00fcber einen Lifestream im Internet.<br \/>\nWegen der Corona-Pandemie waren nur wenige Pressevertreter sowie die geladenen G\u00e4ste im gro\u00dfen Saal des EPH anwesend. Trotzdem kam dort schon bald Stimmung auf, nachdem Koschwitz die ersten Gespr\u00e4chspartner auf der B\u00fchne begr\u00fc\u00dfe hatte. Mit Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies und dem Sparkassen-Vorsitzenden Andreas Bartsch schloss der Moderator kurz nach 19 Uhr eine Wette ab, wie viel Geld w\u00e4hrend des Streamings bis 20.45 Uhr zugunsten der Marburger Tafel zusammenkommen w\u00fcrde.<br \/>\nK\u00e4men weniger als 800 Euro zusammen, wollten beide zwei Tage lang bei der Tafel Waren an Bed\u00fcrftige ausgeben. \u00dcbersteige die Summe jedoch den Betrag von 800 Euro, so w\u00fcrden sie zwei Stunden lang bei der Tafel arbeiten. In jedem Fall sei die Arbeit der Tafel gerade zu Zeiten der Krise unentbehrlich, erkl\u00e4rte deren Vorsitzende Rita Vaupel.<br \/>\nDas erste Video-Statement hatte Donatus Prinz und Landgraf von Hessen \u00fcbermittelt. Darin erkl\u00e4rte er die Verbundenheit seiner Familie mit Marburg als Stadt ihrer Urahnin Elisabeth von Th\u00fcringen und ehemaliger Wohnsitz seiner Vorfahren wie Philipp dem Gro\u00dfm\u00fctigen. Seine Ehefrau setze sich auch deswegen f\u00fcr die Gew\u00e4chsh\u00e4user des Botanischen gartens auf den Lahnbergen ein.<br \/>\nMit dem BliStA-Direktor Claus Duncker tauschte sich Koschwitz \u00fcber seine Erfahrungen in Marburg als &#8222;Stadt der Blinden&#8220; aus. Seinen ersten Beitrag f\u00fcr den Hessischen Rundfunk (HR) habe er aus Interviews mit BliStA-Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern erstellt, ohne de Leitung der Deutschen Blindenstudienanstalt (BliStA) zu fragen. Auch wenn ihm das viel \u00c4rger eingebracht habe, sei das wohl richtig gewesen, erkl\u00e4rte ihm Duncker, da die damalige BliStA-Leitung gegen den Widerstand der Sch\u00fclerschaft noch das Konzept eines abgeschlossenen Lern- und Wohnbereichs auf dem Schlagberg mit eigenem Laden ohne engeren Anschluss ans st\u00e4dtische Lben verfolgt habe.<br \/>\nEin vorbereitetes Gru\u00dfwort hatte Prof. Dr. Eckart von Hirschhausen auf Video bereit. Der Arzt und Kabarettist versprach, seine neue Honorarprofessur an der Philipps-Universit\u00e4t zu nutzen, um gegen den Klimawandel als &#8222;gr\u00f6\u00dfte gesundheitliche Bedrohung&#8220; zu k\u00e4mpfen. Marburg f\u00fchle er sich wegen seiner offenen Haltung und der lebendigen Universit\u00e4t verbunden, erkl\u00e4rte er.<br \/>\nSpannend wurde es bei den weiteren Gespr\u00e4chsrunden mit ehemaligen Marburgerinnen und Marburgern wie der einstigen Taz- und FR-Chefredakteurin Prol. Dr. Bascha Mika, der fr\u00fcheren Viva-Moderatorin Nkechi Madubuko und der Theologin Prof. Dr. Margot K\u00e4\u00dfmann. Sie berichteten von guten Erinnerungen ebenso wie vom fortw\u00e4hrenden Wandel der Vielfalt und Offenheit in der mittelhessischen Universit\u00e4tsstadt sowie von m\u00e4nnlichen Mitbewohnern in Wohngemeinschaften, die das Kochen und Putzen als Aufgabe der Frauen gesehen h\u00e4tten. Heimlich habe sie im Standesamt im &#8222;Steinernen Haus&#8220; geheiratet, berichtete K\u00e4\u00dfmann, weil die Engelische Kirche die Verbindung zweier Studierender noch sehr kritisch be\u00e4ugt habe.<br \/>\nDie Netflix-Autorin Jantje Friese berichtete, sie sei durch ein Theaterst\u00fcck \u00fcber die Heilige Elisabeth zu ihrem Beruf gelangt. Damals in der Schule habe sie die Hauptrolle spielen wollen, aber nur die Sophie von Brabant darstellen d\u00fcrfen. Die Kasematten und der Hexenturm am Schloss h\u00e4tten mit dazu beigetragen, dass sie sich auch Gedanken \u00fcber die &#8222;dunklen Seiten hinter den Fassaden&#8220; gemacht habe, die sie nun in ihren Drehb\u00fcchern \u00fcberaus erfolgreich thematisiert.<br \/>\n1989 verlie\u00df Michael Frowein seine Heimatstadt Marburg, um Berlin und die Welt kennenzulernen. Als &#8222;Chauffeur der Kanzlerin&#8220; hat der Kabarettist und Theaterleiter dann Karriere gemacht. Nach Marburg kehrt er aber immer wieder gerne zur\u00fcck.<br \/>\nBei Prof. Dr. Stephan Becker entschuldigte sich Koschwitz daf\u00fcr, dass er ihn h\u00e4ufig f\u00fcr den Hessischen Rundfunk schon morgens fr\u00fch zu Corona befrage. Der Virologe erkl\u00e4rte ihm, dass er wegen des &#8222;Marburg-Virus&#8220; zu diesem Thema gekommen ist. 1967 suchte eine heimt\u00fcckische Viruserkrankung Marburg heim, dessen Erreger deswegen den Namen &#8222;Marburg-Virus&#8220; erhielt.<br \/>\nBeim Institut f\u00fc\u00e4\u00fcr Virologie der P\u00d6Philipps-Universit\u00e4t habe die Auseinandersetzung mit gef\u00e4hrlichen Viren also eine lange Tradition. Begr\u00fc\u00fc\u00fcndet hatte sie lange zuvor bereits der Arzt und Immunologe Prof. Dr. Emil von Behring. F\u00fc\u00fcr seine Arbeit zu Impfstoffen gegen Tetanus und Diphterie erhielt der Marburger 1902 den ersten Nobelpreis f\u00fcr Medizin.<br \/>\nNach einer Fernsehserie \u00fcber einen Arzt begann Prof. Dr. J\u00fcrgen Sch\u00e4fer in seiner Medizin-Vorlesung, seltene Krankheite und deren Behandlung zu er\u00f6rtern. Entstanden ist daraus das Zentrum f\u00fcr seltene Krankheiten an der Philipps-Universit\u00e4t. Dort bem\u00fcht Sch\u00e4fer sich, Kranke zu heilen, gab dem Publikum aber den einfachen Rat: &#8222;Bleiben Sie gesund!&#8220;<br \/>\nDie geb\u00fcrtige Marburgerin Jaana Bohr erz\u00e4hlte vom &#8222;Thai-Boxen&#8220;, das sie mit gro\u00dfem Erfolg unter ihrem M\u00e4dchennamen Hein betrieben hat Heute ist sie Produzentin von Filmen \u00fcber Sport. Gemeinsam mit der erfolgreichen Biathletin Verena Bentele gab sie dem Moderator Auskunft \u00fcber ihren Spport.<br \/>\nDie mehrfache Paralympics-Teilnehmerin und Goldmedailliengewinnerin Bentele war sp\u00e4ter Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, bevor sie schlie\u00dflich den Vorsitz des Sozialverbands VDK \u00fcbernahm. In diesem amt muss sie nicht mehr nach Geh\u00f6r die Scheibe treffen, sondern verantwortliche Politiker der Bundesregierung von ihren Forderungen nach mehr Geld f\u00fcr Behinderte berzeugen. &#8222;Marburg hat zuwenig Schnee&#8220; erkl\u00e4rte die Wintersportlerin als Grund daf\u00fcr, dass sie inzwischen in M\u00fcnchen lebt.die Kick-Box-Weltmeisterin und Filmproduzentin kommt zur Gala wie Kabarettist, Autor und Theaterleiter Michael Frowein in ihre Heimatstadt.<br \/>\nDer langj\u00e4hrige Gef\u00e4ngnisarzt und Schauspieler Joe Bausch erinnerte sich an seine Kneipe &#8222;Destille&#8220; und einen Biefassdiebstahl vom Gel\u00e4nde der Marburger Brauerei am Pilgrimstein. Von dort habe er das Fass bis zu seiner Wohnung an der Haspelstra\u00dfe gebracht. Zuletzt wohnte er an der Biegenstra\u00dfe &#8222;nur wenige Meter von hier entfernt&#8220;, wie er im EPH berichtete.<br \/>\nSeine politische Haltung als gewaltfreier Linker musste er beweisen, als er &#8222;im wei\u00dfen Kittel&#8220; des Gef\u00e4ngnisarztes hungerstreikenden RAF-Gefangenen der zweiten Generation gegen\u00fcberstand. Dennoch vermisse er seine Arbeit immer noch, &#8222;Weil man als Arzt manche Patienten liebgewinnt und seinen beruf niemals ganz aufgibt&#8220;.<br \/>\nAls den Filialleiter eines Supermarkts an der Liebigstra\u00dfe hatte Koschwitz vor vielen Jahren den heutigen th\u00fcringischen Ministerpr\u00e4sidenten Bodo Ramelow kennengelernt. Als Gewerkschafter machte Ramelow dann Karriere zun\u00e4chst in Marburg und sp\u00e4ter beim Aufbau der Arbeitnehmervertretungen nach der Wende in Th\u00fcringen. &#8222;IN Marburg habe ich viele Themen erarbeitet, die mich heute noch begleiten&#8220;, erkl\u00e4rte der Politiker.<br \/>\n&#8222;Die Auseinandersetzungen in Marburg haben mich gepr\u00e4gt&#8220;, erl\u00e4uterte er. Seine Freundschaft mit einer KZ-\u00dcberlebenden ebenso wie die Auseinandersetzung mit studentischen Corps und deren Sch\u00fcsse auf Arbeiter in Th\u00fcringen h\u00e4tten ihn seit seiner Zeit in Marburg begleitet. In Marburg hatte der Legastheniker das Abitur nachgemacht und eine Familie gegr\u00fc\u00fcndet, weshalb er h\u00e4ufig hierher kommt.<br \/>\nDeutliche Worte fand Ramelow f\u00fcr den Angriff auf die Ukraine. Er w\u00fcnschte sich &#8222;ein Europa, wo jeder in Frieden nach den Vorstellungen leben kann, die er sich selber ausgew\u00e4hlt hat&#8220;. Der Krieg des russischen Pr\u00e4sidenten Vladimir Putin sei durch nichts zu rechtfertigen, erkl\u00e4rte Ramelow.<br \/>\nNach gut zwei Stunden Unterhaltung mit eingespielten Musikvideos kam Koschwitz allm\u00e4hlich zum Ende der gro\u00dfen Geburtstagsfeier. Am Ende \u00fcberstieg die gespendete Summe 1.800 Euro. Koschwitz verwies darauf, dass auch weiterhin Spenden an die Tafel m\u00f6glich und erw\u00fcnscht seien, denn mit dem Zustrom gefl\u00fcchteter Menschen aus der Ukraine w\u00fcchsen schlie\u00dfelich auch die Anforderungen an die Tafel.<br \/>\nDer Lifestream wurde nicht nur zeitgleich aus dem EPH ins Internet \u00fcbertragen, sondern auch aufgezeichnet. F\u00fc\u00fcr einige Tage ist er noch online abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.marburg800.de\">www.marburg800.de<\/a>. Alle Marburgerinnen und Marburger sowie alle, die einmal in der mittelhessischen Universit\u00e4tsstadt gelebt haben, werden darin viele kurzweilige und heitere Reminiszenzen an legend\u00e4re Kneipen wie die &#8222;Cavete&#8220; oder Tanzschulen und die Wohnanschriften in der Uferstra\u00df\u00dfe 10 oder der Biegenstra\u00dfe 19 finden.<\/p>\n<p>* Franz-josef Hanke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Das wird heute sehr \u00e4rztelastig&#8220; erkl\u00e4rte Thomas Koschwitz. Der H\u00f6rfunk- und Fernsehmoderator f\u00fchrte am Montag (28. 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