{"id":9079,"date":"2022-03-24T18:31:03","date_gmt":"2022-03-24T17:31:03","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=9079"},"modified":"2022-03-24T18:31:03","modified_gmt":"2022-03-24T17:31:03","slug":"beeindruckend-auszeichnung-fuer-dr-nicole-ludwig","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=9079","title":{"rendered":"Beeindruckend: Auszeichnung f\u00fcr Dr. Nicole Ludwig"},"content":{"rendered":"<p>Sie hat hat ein Mittel gegen den Mais-Killer gefunden. Daf\u00fcr hat Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies Dr. Nicole Ludwig den MarBiNa-F\u00f6rderpreis \u00fcberreicht. <!--more--><br \/>\nDie Biologin hat ein Mittel gegen den Maisbeulenbrandpilz entdeckt. F\u00fcr ihre Forschungen am Marburger Max-Planck-Institut (MPI) wurde sie mit dem F\u00f6rderpreis der Marburger Initiative f\u00fcr Bio- und Nanotechnologie ausgezeichnet, die von Stadt, Universit\u00e4t und Unternehmen getragen wird. Als Vorsitzender der Initiative Bio- und Nanotechnologie \u00fcberreichte Oberb\u00fcrgermeister Spies ihr den &#8211; mit 5.000 Euro dotierten &#8211; Preis.<br \/>\n&#8222;Wir m\u00f6chten Sie heute f\u00fcr Ihre Entdeckungen auszeichnen, die einen hohen wirtschaftlichen Praxisbezug haben und zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Mensch und Natur beitragen k\u00f6nnen&#8220;, sagte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies bei der Preisverleihung. &#8222;Sie haben exzellente Arbeit f\u00fcr die grundlegende Entwicklung neuartiger Pflanzenschutzmittel geleistet.&#8220; Der Oberb\u00fcrgermeister \u00fcberreichte den F\u00f6rderpreis der Marburger Initiative f\u00fcr Bio- und Nanotechnologie (MarBiNa) an Ludwig.<br \/>\nDie Biologin ist bereits die achte Preistr\u00e4gerin des MarBiNa-F\u00f6rderpreises, mit dem junge Forschende ausgezeichnet werden. Marburg ist ein wichtiger Standort f\u00fcr Bio- und Nanotechnologie. Deshalb hat es sich die von Stadt, Universit\u00e4t und Unternehmen gemeinsam gegr\u00fcndete Initiative zum Ziel gesetzt, Wirtschaft und Wissenschaft durch Gespr\u00e4che, Seminare und Treffen besser zu vernetzen und zugleich junge Forschende zu f\u00f6rdern.<br \/>\nLudwig hat entdeckt, wie unter anderem der Maisbeulenbrandpilz bek\u00e4mpft werden kann. F\u00fcr manche Feinschmecker sind die bis zu faustgro\u00dfen, wei\u00df-gr\u00e4ulichen Beulen an den St\u00e4ngeln und Kolben der Maispflanze eine Delikatesse. Ludwig kann der mexikanischen Spezialit\u00e4t mit dem angeblich tr\u00fcffel\u00e4hnlichen Geschmack nicht so viel abgewinnen.<br \/>\nDie Biologin ist aber fasziniert vom Maisbeulenbrandpilz, der hinter den auff\u00e4lligen tumorartigen Wucherungen steckt. Wenn die Beulen aufplatzen, \u00fcberziehen sie die gesamte Maispflanze mit schwarzen Sporen, was ihr ein verbranntes Aussehen beschert.<br \/>\nIn Deutschland dient der Mais dann nur noch als Tierfutter. Weltweit f\u00fchrt die Krankheit zu Ernteverlusten und verbreitet sich angesichts des Klimawandels vermehrt.<br \/>\nF\u00fcr die aus Bonn stammende Biologin, die 2014 nach Marburg kam, war Maisbeulenbrandpilz zun\u00e4chst vor allem &#8222;ein sch\u00f6nes Modellsystem, um Pilze zu studieren&#8220;. Schon 2006 war es Marburger Molekularbiolog*innen gemeinsam mit Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt gelungen, die gesamte Genomsequenz des Erregers zu entschl\u00fcsseln. &#8222;Die Entdeckungen von Nicole Ludwig stellen einen weiteren &#8222;Meilenstein&#8220; dar&#8220;, erkl\u00e4rte Prof. Regine Kahmann vom Max-Planck-Institut.<br \/>\nIhre Ausgangsfrage lautet: Wie gelingt es dem Maisbeulenbrandpilz, die Abwehr der Pflanze zu \u00fcberwinden? Um das herauszufinden, zog Ludwig im Dachgeschoss des Max-Planck-Instituts Tausende von Maispfl\u00e4nzchen. Mit Insulin-Spritzen infizierte sie die zarten St\u00e4ngel mit den Sporen des Maisbeulenbrandpilzes.<br \/>\nMit vielen verschiedenen Methoden fand sie heraus, dass sieben unter den mehr als 300 in die Pflanze eingedrungenen Proteinen entscheidend f\u00fcr den Befall sind. Diese sieben bilden einen Komplex und beeinflussen sich wechselseitig. &#8222;Ein so ungew\u00f6hnliches Ergebnis wurde in der Pilzforschung bislang noch nicht beschrieben&#8220;, berichtete die 32-j\u00e4hrige Forscherin.<br \/>\n&#8222;Ich dachte erst an einen Fehler&#8220;, sagte sie.&#8220;&#8220;Aber tats\u00e4chlich: &#8222;Die Pflanze wird nicht krank, wenn nur eines dieser sieben Proteine fehlte.&#8220;<br \/>\n2018 schloss sie ihre Doktorarbeit \u00fcber den Maisbeulenbrandpilz ab. Danach arbeitete sie weiter als Postdoc an dem Projekt.<br \/>\nIn dieser Zeit entwickelte sie ein Hefesystem, das es erm\u00f6glicht, mehr als 200.000 Wirkstoffe zu testen. Mit Unterst\u00fctzung der Comas &#8211; einer Einrichtung der Max-Planck-Gesellschaft &#8211; entdeckte sie auf diese Weise ein Mittel, das gegen den Maisbeulenbrand wirkt.<br \/>\nEs hilft auch gegen Rostpilze, wie sie etwa an Sojabohnen und Weizen vorkommen. Ob daraus ein verk\u00e4ufliches Pflanzenschutzmittel wird, muss sich allerdings noch mit vielen weiteren Untersuchungen zeigen. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern hat Ludwig ein Patent beim Europ\u00e4ischen Patentamt eingereicht.<br \/>\nVerhandlungen mit gro\u00dfen agrarchemischen Industrieunternehmen laufen. &#8222;Spannend ist ihr Ansatz auch deshalb, weil ihre Forschungen &#8222;m\u00f6glicherweise die Grundlage f\u00fcr die Entwicklung neuartiger Pflanzenschutzmittel&#8220; bilden&#8220;, erl\u00e4uterte Kahmann.<br \/>\nDie neue Ausschreibung startet wieder: Ab sofort bis zum 30. Juni 2022 k\u00f6nnen sich junge Wissenschaftler*innen f\u00fcr den F\u00f6rderpreis 2022 bewerben. Bewerbungsbedingungen und -formulare gibt es auf der Website unter <a href=\"https:\/\/initiative-biotechnologie.de\/marbina\">initiative-biotechnologie.de\/marbina<\/a>.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie hat hat ein Mittel gegen den Mais-Killer gefunden. 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