{"id":8965,"date":"2022-03-18T13:06:11","date_gmt":"2022-03-18T12:06:11","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=8965"},"modified":"2022-03-18T13:06:11","modified_gmt":"2022-03-18T12:06:11","slug":"sympathisch-und-beweglich-kulturelle-vielfalt-am-arbeitsplatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=8965","title":{"rendered":"Sympathisch und beweglich: Kulturelle Vielfalt am Arbeitsplatz"},"content":{"rendered":"<p>Das G\u00fctesiegel &#8222;Interkulturelle Vielfalt LEBEN&#8220; sucht neue Interessierte. Bewerbungsschluss ist Dienstag (31. Mai). <!--more--><br \/>\nUm Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund einen guten Einstieg ins Berufsleben zu erm\u00f6glichen, braucht es das Engagement von Arbeitgeber*innen. Das honoriert das G\u00fctesiegel &#8222;Interkulturelle Vielfalt LEBEN&#8220;, das nun erneut ausgeschrieben ist. Die Universit\u00e4tsstadt Marburg und der Landkreis Marburg Biedenkopf verleihen die Auszeichnung an Unternehmen, freie Tr\u00e4ger und Organisationen.<br \/>\n&#8222;Integration geht uns alle an, und ob sie gelingt, dar\u00fcber entscheidet unter anderem ein guter Einstieg in das Erwerbsleben vor Ort&#8220;, erkl\u00e4rte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. Dabei sei auch das Engagement von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern gefragt. Sie h\u00e4tten dazu ebenfalls einen gro\u00dfen Nutzen.<br \/>\n&#8222;In vielen Branchen gibt es Fachkr\u00e4ftemangel&#8220;, erl\u00e4uterte er. &#8222;Wer Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund qualifiziert oder sich durch eine offene Unternehmenskultur attraktiv f\u00fcr internationale Fachkr\u00e4fte macht, profitiert davon.&#8220;<br \/>\nAuch Marian Zachow pl\u00e4dierte f\u00fcr mehr Integration im Arbeitsleben: &#8222;Das G\u00fctesiegel strahlt nach au\u00dfen, aber auch nach innen: Es schafft eine offene Unternehmenskultur, die es braucht, damit eine gute Zusammenarbeit gelingt.&#8220;<br \/>\nZachow ist der Erste Kreisbeigeordneter des Landkreises Marburg-Biedenkopf, der das G\u00fctesiegel gemeinsam mit der Stadt Marburg verleiht. Es gehe darum, als Region bei dem Thema in F\u00fchrung zu gehen.<br \/>\nMit entwickelt hat die Auszeichnung auch Prof. Dr. Susanne Weber von der Philipps-Universit\u00e4t. Es gibt mehrere Bereiche, in denen die Organisationen bewertet werden und Punkte sammeln k\u00f6nnen.<br \/>\n&#8222;Beim Thema Ankommen erleichtern wird beispielsweise die Wohnungssuche&#8220;, berichtete Weber. &#8222;Es gibt Willkommensmappen &#8211; aber auch so etwas wie Ern\u00e4hrungsbed\u00fcrfnisse in Kantinen zu ber\u00fccksichtigen ist nat\u00fcrlich eine sehr sch\u00f6ne Ma\u00dfnahme.&#8220;<br \/>\nIn einem anderen Bereich gehe es darum, die F\u00e4higkeiten der Besch\u00e4ftigten zu st\u00e4rken. Das geschieht etwa \u00fcber Sprachf\u00f6rderung.<br \/>\nBetrachtet werde auch die Frage: Wird Vielfalt f\u00fcr unternehmerische Strategien fruchtbar gemacht? So sollten etwa Mitarbeiter*innen mit Migrationshintergrund auch im Betriebs- oder Personalrat vertreten sein, &#8222;Fremdsprachliche Flyer und Werbeanzeigen, dass wir auch wirklich die Vielfalt im Webauftritt und so weiter auch zum Ausdruck bringen&#8220;, erg\u00e4nzte Weber zu den Ma\u00dfnahmen.<br \/>\nBewerberinnen und Bewerber k\u00f6nnen einen bis sechs Sterne erlangen. &#8222;Es ist als Entwicklungsprozess angelegt&#8220;, beruhigte Weber interessierte Firmen. &#8222;Man muss gar nicht unbedingt schon perfekt sein, man kann auch niedrigschwellig schon einsteigen.&#8220;<br \/>\nDennoch sieht Weber gro\u00dfe Vorteile f\u00fcr Firmen bei einer Teilnahme: &#8222;Im regionalen Netzwerk kann man so viel voneinander profitieren, es lohnt sich, einzusteigen und sich dann im Prozess zu verbessern, um regional wirklich etwas zu bewegen.&#8220;<br \/>\nNils-Uwe Kersten ist HR Business Manager bei dem Impfstoffhersteller GSK Vaccines in Marburg und hat schon an einigen Netzwerktreffen teilgenommen. &#8222;Sehr gut sind zum Beispiel die Impulsvortr\u00e4ge von anderen Unternehmen, die einem den Blick \u00f6ffnen&#8220;, berichtete er. &#8222;Gerade kleinere Unternehmen finden sehr pragmatische L\u00f6sungen, wie man zum Beispiel das Ankommen erleichtern kann, aber auch den Bewerbungsprozess.&#8220;<br \/>\nBei seinem Arbeitgeber werden neue Kolleginnen und Kollegen von Buddys beim Ankommen betreut, sie finden Gebetsm\u00f6glichkeiten und einen Antidiskriminierungsbeauftragen als Ansprechpartner.<br \/>\n&#8222;Das G\u00fctesiegel kam gut an&#8220;, erz\u00e4hlt Kersten. &#8222;Wir haben sehr viel positive R\u00fcckmeldung bekommen von anderen Standorten weltweit und auch auf Social Media.&#8220;<br \/>\nBewerben k\u00f6nnen sich &#8211; unabh\u00e4ngig von ihrer Gr\u00f6\u00dfe &#8211; alle Unternehmen, freien Tr\u00e4ger und Verwaltungen im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Daf\u00fcr ist ein Bogen auszuf\u00fcllen, Hilfe gibt es dazu bei Bedarf in einer telefonischen Beratung.<br \/>\nWenn m\u00f6glich sollten Bewerbende auch Nachweise \u00fcber die entsprechenden Ma\u00dfnahmen in ihrer Organisation bringen k\u00f6nnen. Auch Ma\u00dfnahmen, die Kundinnen und Kunden das Leben leichter machen, werden vom G\u00fctesiegel honoriert.<br \/>\nDie Sparkasse Marburg-Biedenkopf (SKMB) etwa setzt eine Fremdsprachendatenbank ein: &#8222;Wenn Menschen mit anderen Sprachbed\u00fcrfnissen als Deutsch in die Filiale kommen und beraten werden m\u00f6chten, dann ist es hervorragend m\u00f6glich, ganz schnell geeignete Sprachressourcen aus der Datenbank zu holen&#8220;, erl\u00e4uterte Weber.<br \/>\nGute Erfahrungen haben einige teilnehmenden Organisationen bei der Rekrutierung von Arbeitskr\u00e4ften auch mit einer Erleichterung des Bewerbungsprozesses gemacht: &#8222;Ich habe eine Einstiegsqualifikation gemacht; und gleichzeitig durfte ich an einem Deutschkurs teilnehmen um meine Sprachkenntnisse zu verbessern&#8220;, berichtete Mohadese Molashafie, die eine Ausbildung zur Bankkauffrau macht. &#8222;Ich kann auch Kundenberatung auf Persisch anbieten&#8220;, erz\u00e4hlte sie.<br \/>\nJetzt gibt es wieder die Gelegenheit, sich an der Vernetzung zu beteiligen und um das G\u00fctesiegel zu bewerben. Die Frist l\u00e4uft bis Dienstag (31. Mai).<br \/>\nMehr Informationen gibt es bei Dr. Andrea Wagner vom st\u00e4dtischen Fachdienst Migration und Fl\u00fcchtlingshilfe, unter 06421\/201-1096 oder Dr.Andrea.Wagner@marburg-stadt.de sowie unter <a href=\"http:\/\/www.marburg.de\/guetesiegel\">www.marburg.de\/guetesiegel<\/a>. Und auch der Podcast der Stadt widmet sich dem Thema mit einer Folge unter dem Titel &#8222;Vielfalt leben an der Arbeit&#8220;. Abrufbar ist er unter <a href=\"http:\/\/hoermalmarburg.de\">hoermalmarburg.de<\/a> und allen g\u00e4ngigen Podcast-Plattformen.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das G\u00fctesiegel &#8222;Interkulturelle Vielfalt LEBEN&#8220; sucht neue Interessierte. Bewerbungsschluss ist Dienstag (31. 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