{"id":8936,"date":"2022-03-14T13:47:24","date_gmt":"2022-03-14T12:47:24","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=8936"},"modified":"2022-03-14T13:47:24","modified_gmt":"2022-03-14T12:47:24","slug":"plausibel-planen-stadt-nimmt-stellung-zum-regionalplan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=8936","title":{"rendered":"Plausibel planen: Stadt nimmt Stellung zum Regionalplan"},"content":{"rendered":"<p>Die Stadt Marburg nimmt Stellung zum Regionalplan Mittelhessen. Sie fordert eine \u00fcberregionale Verkehrsanbindung des Pharmastandorts. <!--more--><br \/>\nWo k\u00f6nnen in Marburg neue Wohnungen und H\u00e4user gebaut werden? Wo soll Platz sein f\u00fcr Gewerbe, wo f\u00fcr Mobilit\u00e4t, f\u00fcr Gr\u00fcnfl\u00e4chen? Die Antwort darauf gibt der sogenannte &#8222;Regionalplan Mittelhessen&#8220; des Regierungspr\u00e4sidums Gie\u00dfen (RP).<br \/>\nDer Entwurf f\u00fcr das kommende Jahrzehnt liegt derzeit offen &#8211; die Stadt Marburg nimmt dazu Stellung und schl\u00e4gt \u00c4nderungen vor. Besonders gilt das f\u00fcr den Bereich der Gewerbegebiete.<br \/>\n&#8222;Der Regionalplan legt f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre fest, wie wir uns in der Region und mit der ganzen Region r\u00e4umlich weiterentwickeln und bei welchen Fl\u00e4chen wir in Marburg \u00fcber eine Nutzung entscheiden d\u00fcrfen&#8220;, erkl\u00e4rte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. &#8222;Deswegen ist es wichtig, dass unsere Ideen, Pl\u00e4ne und L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge auch Ber\u00fccksichtigung im Regionalplan finden. Nur wenn wir Handlungsoptionen haben, k\u00f6nnen wir k\u00fcnftige Entwicklungen planen.&#8220;<br \/>\nDie im Plan ausgewiesenen Fl\u00e4chen seien &#8222;m\u00f6gliche Optionen, die wir f\u00fcr das Gesamtinteresse der Stadt nutzen k\u00f6nnen. Das bedeutet aber nat\u00fcrlich keinesfalls, dass wir auch jede dieser Option vollends ausnutzen wollen, sondern Spielraum haben.&#8220;<br \/>\nDie Stadtverwaltung hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Entwurf auseinandergesetzt und eine <a href=\"http:\/\/marburg.news\/?p=8915\">Stellungnahme mit fachlichen Anmerkungen<\/a> und Vorschl\u00e4gen dazu ausgearbeitet &#8211; ber\u00fccksichtigt wurden dabei auch die Anmerkungen der Ortsbeir\u00e4te.<br \/>\nDiese Stellungnahme wird Ende M\u00e4rz der Stadtverordnetenversammlung (StVV) vorgelegt. Sie entscheidet dann, wie die R\u00fcckmeldung an das RP lauten wird.<br \/>\nAufgestellt wird der Regionalplan dann nach der Offenlegung und \u00dcberarbeitung von der Regionalversammlung Mittelhessen. Er umfasst den gesamten Regierungsbezirk Mittelhessen mit 101 Kommunen und einen Planungshorizont von 10 bis 15 Jahren. Der RP als regionale Verwaltungsebene des Landes Hessen ist f\u00fcr den Prozess verantwortlich.<br \/>\nGanz wichtig ist der Universit\u00e4tsstadt Marburg eine Forderung an das Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen: &#8222;Wir brauchen eine verbesserte und konflikt\u00e4rmere Verkehrsanbindung der Marburger Pharmastandorte &#8211; die nicht zulasten der Nachbarkommune Lahntal sein darf&#8220;, betonte Spies. Marburg erarbeite derzeit ein Konzept zur Vermeidung unn\u00f6tiger Verkehre in der Stadt selbst. Es brauche aber auch eine intelligente Anbindung an das \u00fcberregionale Verkehrsnetz, die L\u00f6sungen f\u00fcr die gro\u00dfen Herausforderungen der Zukunft bietet besonders f\u00fcr den \u00d6ffentlichen Personennahverkehr (\u00d6PNV).<br \/>\nDer Regionalplanentwurf sieht einen Bedarf von 147 Hektar Fl\u00e4che vor, um den Wohnraumbedarf in Marburg zu decken. Dabei geht der RP von 4408 Wohnungen aus, die in Marburg ben\u00f6tigt werden. Basis f\u00fcr diese Zahlen ist die Wohnungsbedarfsprognose des &#8222;Instituts f\u00fcr Wohnen und Umwelt&#8220; aus Darmstadt.<br \/>\nDie vorgesehene Hektarzahl ist aus Sicht der Stadt \u00fcberdimensioniert. Marburg schl\u00e4gt vor, den Ansatz zu reduzieren: Insbesondere am Hasenkopf soll nicht mehr gebaut werden, als der st\u00e4dtebauliche Wettbewerb ergeben hat.<br \/>\nDie &#8222;\u00fcbersch\u00fcssige&#8220;, nicht genutzte Fl\u00e4che, solle aus dem RP als Siedlungsoption gestrichen werden. &#8222;Grunds\u00e4tzlich ist unser klares Ziel, vor allem auf Innenentwicklung zu setzen&#8220;, erkl\u00e4rte Spies. &#8222;Diese Strategie verfolgen wir seit Jahren.&#8220;<br \/>\nDennoch werden bei dem errechneten Wohnraumbedarf auch weitere Neubaugebiete realisiert werden m\u00fcssen. Weil Marburg &#8222;innen vor au\u00dfen&#8220; seit vielen Jahren umsetzt und im Innenbereich nur noch wenig Spielraum ist. F\u00fcr Michelbach regt die Verwaltung an, die Fl\u00e4che zwischen dem Altort und Nord als Entwicklungsfl\u00e4che f\u00fcr Wohnraum einzubeziehen &#8211; damit die beiden Bereiche r\u00e4umlich zusammenwachsen k\u00f6nnen. &#8222;Insgesamt w\u00fcnschen wir uns, dass wir gerade bei den Au\u00dfenstadtteilen die M\u00f6glichkeit bekommen, die Siedlungen abzurunden, um weniger komplett neue Baugebiete zu erschlie\u00dfen&#8220;, erl\u00e4uterte Spies.<br \/>\nDer RP sieht f\u00fcr Marburg einen Bedarf an 56 Hektar Gewerbefl\u00e4che &#8211; und zus\u00e4tzlich 25 bis 35 Hektar im Raum Kirchhain\/Stadtallendorf f\u00fcr interkommunale Gewerbefl\u00e4chen vorrangig f\u00fcr Verlagerungen und Neugr\u00fcndungen aus der Frankfurter Metropolregion. Die Zahlen basieren auf einer Prognose des &#8222;Prognos Instituts&#8220; von 2019.<br \/>\n&#8222;F\u00fcr Marburg ist es als Oberzentrum sehr wichtig, eigene Gewerbefl\u00e4chen anbieten zu k\u00f6nnen&#8220;, erkl\u00e4rte Spies. &#8222;So schaffen wir Arbeitspl\u00e4tze, die wohnortnah und gut durch den \u00d6PNV angebunden sind.&#8220;<br \/>\nDas sei attraktiv f\u00fcr Wirtschaft und Mitarbeiter*innen und ebenso ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Mit Blick auf den Klimaschutz will Marburg aber auch wirtschaftliches Handeln an sozial-\u00f6kologischen Ma\u00dfst\u00e4ben ausrichten. Das bedeutet, dass die Stadt Marburg bei der Vergabe von Gewerbefl\u00e4chen einen besonderen Blick auf die St\u00e4rkung regionaler Wirtschaftskreisl\u00e4ufe, einen sparsamen Fl\u00e4chenverbrauch sowie klimafreundlichen Bau und Betrieb von Unternehmen setzen will.<br \/>\n&#8222;Damit wir dieses Konzept auch angehen k\u00f6nnen, brauchen wir zwingend eigene Fl\u00e4chen&#8220;, forderte Spies. Nicht alle Fl\u00e4chenoptionen m\u00fcssten auch tats\u00e4chlich entwickelt und bebaut werden, schlie\u00dflich gebe es auch Umstrukturierungen in bestehenden Gewerbefl\u00e4chen.<br \/>\n&#8222;Aber das ist eine langfristige Entwicklung&#8220;, erl\u00e4uterte der Oberb\u00fcrgermeister. &#8222;Deswegen m\u00fcssen wir schon jetzt flexibel sein und attraktive Angebote machen k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\nDie Stadt Marburg merkt in ihrer Stellungnahme kritisch an, dass die Gewerbefl\u00e4che Gisselberg-Nord, als Erweiterung n\u00f6rdlich des bestehenden Gewerbes an der Gie\u00dfener Stra\u00dfe, nicht im Regionalplan enthalten ist. Im bislang geltenden Plan waren die elf Hektar Fl\u00e4che f\u00fcr Gewerbeentwicklung noch vorgesehen.<br \/>\n&#8222;Das ist eine gute Option f\u00fcr ein Gewerbegebiet und hat f\u00fcr uns oberste Priorit\u00e4t&#8220;, bekr\u00e4ftigte Spies. Denn: es sei nahe an der Stadtautobahn B3A gelegen. Au\u00dferdem tangiert es keine Wohngebiete, hat eine ebene Topographie, ist eingebunden in Radwege- und \u00d6PNV-Netze.<br \/>\nZur \u00fcbrigen Lahnaue gibt es bereits eine Trennung durch den Stra\u00dfendamm der ehemaligen Bundesstra\u00dfe B255. Grund f\u00fcr die Streichung durch den RP ist die Bef\u00fcrchtung, dass diese Fl\u00e4che bei einem &#8222;Jahrhunderthochwasser&#8220; rechnerisch wenige Zentimeter \u00fcberflutet w\u00fcrde. &#8222;Diese Rechnung ist aber ohne das gro\u00dfe R\u00fcckhaltebecken bei Gro\u00dfseelheim gemacht&#8220;, betonte Spies.<br \/>\n&#8222;Die Hochwasserlinie muss neu berechnet werden&#8220;, forderte er. &#8222;Hier sollte eine Gewerbeentwicklung &#8211; nat\u00fcrlich unter Auflagen des Hochwasserschutzes &#8211; m\u00f6glich sein.&#8220;<br \/>\nDer Hochwasserschutz werde immer wichtiger. &#8222;Wir nehmen das sehr ernst&#8220;, bekr\u00e4ftigte Spies. &#8222;Wir k\u00f6nnen dem aber durch weitere Ma\u00dfnahmen &#8211; zum Beispiel Renaturierungen im s\u00fcdlichen Lahnbereich &#8211; gerecht werden.&#8220;<br \/>\nDas eingezeichnete Gebiet bei Moischtwill die Stadt nach S\u00fcd-Osten Richtung Biogasanlage zu verschieben. Schafft Gisselberg es wieder in den Regionalplan, sollte die Vorrangfl\u00e4che bei Moischt auf etwa 22 Hektar verkleinert werden. &#8222;Wir sehen aber gar keine Notwendigkeit mehr, die Fl\u00e4che bei Moischt \u00fcberhaupt zu nutzen, wenn wir mehr Spielraum im Lahntal bekommen&#8220;, betonte der Oberb\u00fcrgermeister.<br \/>\nF\u00fcr eine Fl\u00e4che bei Cappel regt die Stadt an, es als Fl\u00e4che f\u00fcr die Landwirtschaft in den Plan zu schreiben. &#8222;Hier werden uns 6,7 Hektar Gewerbefl\u00e4che suggeriert, die wir gar nicht sinnvoll entwickeln k\u00f6nnen&#8220;, erkl\u00e4rte Spies. Der Erschlie\u00dfungsaufwand sei sehr hoch &#8211; die Fl\u00e4chen hingegen nur sehr eingeschr\u00e4nkt nutzbar wegen ihrer Lage zwischen der B3a und den Bahngleisen sowie einem sehr ung\u00fcnstigen Zuschnitt.<br \/>\nF\u00fcr die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets G\u00f6rzh\u00e4user Hof III hat die Stadt insbesondere die Anmerkung, dass das Regierungspr\u00e4sidium einen L\u00f6sungsvorschlag zur verbesserten Anbindung an das \u00fcberregionale Verkehrsnetz erarbeiten solle &#8211; dabei solle auch ein Bahnanschluss in den Blick genommen werden.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt Marburg nimmt Stellung zum Regionalplan Mittelhessen. 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