{"id":8913,"date":"2022-03-09T17:09:30","date_gmt":"2022-03-09T16:09:30","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=8913"},"modified":"2022-03-09T17:09:30","modified_gmt":"2022-03-09T16:09:30","slug":"ausgrenzung-abgebaut-internationale-wochen-gegen-rassismus-in-marburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=8913","title":{"rendered":"Ausgrenzung abgebaut: Internationale Wochen gegen Rassismus in Marburg"},"content":{"rendered":"<p>Die &#8222;Internationalen Wochen gegen Rassismus&#8220; finden vom 13. bis 29. M\u00e4rz statt. Das Motto lautet dabei &#8222;Haltung zeigen&#8220;. <!--more--><br \/>\nBei den &#8222;Internationalen Wochen gegen Rassismus&#8220; geht es darum, ins Gespr\u00e4ch zu kommen und ein Zeichen der Solidarit\u00e4t zu setzen. Auch in diesem Jahr macht die Universit\u00e4tsstadt Marburg bei der Aktion der Vereinten Nationen mit &#8211; und hat gemeinsam mit rund 20 Kooperationspartner*innen ein vielf\u00e4ltiges Programm vom 13. bis 27. M\u00e4rz auf die Beine gestellt. Das Motto in diesem Jahr lautet &#8222;Haltung zeigen&#8220;.<br \/>\n&#8222;Marburg positioniert sich gemeinsam gegen Rassismus und gegen jegliche Form der Diskriminierung; deshalb ist klar, dass wir uns auch in der Pandemie und trotz &#8211; oder gerade wegen &#8211; des Krieges in der Ukraine an den Internationalen Wochen gegen Rassismus beteiligen&#8220;, erkl\u00e4rte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. &#8222;Marburg hat eine klare Haltung gegen die Abwertung und Ausgrenzung von Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrem Glauben, ihrer Kultur, ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Identit\u00e4t.&#8220;<br \/>\nBei der Auftaktveranstaltung am Sonntag (13. M\u00e4rz) wird er als Gespr\u00e4chspartner bei der ersten Station des Postkolonialen Stadtrundgangs beteiligt sein. &#8222;Rassist*innen sind nicht als Rassist*innen geboren&#8220;,, sagte die Integrationsbeauftragte Xiaotian Tang. &#8222;Sie sind Rassist*innen geworden. Bei der Entwicklung zu Rassisten hat die ganze Gesellschaft beigetragen. Wir sind deshalb alle in der Pflicht, wachsam zu bleiben.&#8220;<br \/>\nIntegrationsbeauftragte der Universit\u00e4tsstadt Marburg ermutigt zu einer klaren Haltung: &#8222;Wir sagen laut NEIN zu Rassismus. Egal, ob als Witz oder Meinung, die etwa bei einer Familienfeier auftaucht.&#8220; Sie m\u00f6chte alle dazu ermutigen, &#8222;Stopp&#8220; zu sagen und so zu helfen.<br \/>\nDass eine klare Haltung und Engagement gegen Rassismus notwendig sind, zeigen Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) zu sogenannter &#8222;Hasskriminalit\u00e4t&#8220;. Das sind Straftaten, bei denen T\u00e4ter*innen durch gruppenbezogene Vorurteile motiviert sind. Im Jahr 2020 wurden \u00fcber 10.000 solcher F\u00e4lle gez\u00e4hlt.<br \/>\nDas war eine Zunahme zum Vorjahr um knapp 20 Prozent. An die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wurden im Jahr 2020 \u00fcber 2.000 Anfragen im Zusammenhang mit rassistischer Diskriminierung gestellt.<br \/>\n&#8222;Die Gesellschaft muss vielf\u00e4ltig sein, damit wir uns gegenseitig bereichern&#8220;, erkl\u00e4rte Johannes Maaser. Er ist Koordinator des Projekts &#8222;Einsicht &#8211; Marburg gegen Gewalt&#8220; im Fachdienst Gefahrenabwehr und Mitinitiator der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Marburg.<br \/>\n&#8222;Wir brauchen den aktiven Austausch miteinander, sonst bleiben wir uns fremd&#8220;, erg\u00e4nzte er. &#8222;Der oberste Wert unserer Demokratie ist die W\u00fcrde aller Menschen: F\u00fcr einhundert Prozent Menschenw\u00fcrde treten wir gemeinsam ein.&#8220;<br \/>\nOrganisiert wird das Programm zudem von der Antidiskriminierungsstelle, den Koordinationskr\u00e4ften des Landesprogramms &#8222;Wegweisende Integrationsans\u00e4tze realisieren&#8220; (WIR) sowie dem Ausl\u00e4nderbeirat der Universit\u00e4tsstadt Marburg. Die Internationalen Wochen werden durch die Stadt finanzielle unterst\u00fctzt. Im Rahmen des Projekts &#8222;Dialog und Vielfalt&#8220; tragen rund 20 Kooperationspartner*innen zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus bei.<br \/>\nDie offizielle Auftaktveranstaltung findet in Marburg bereits einen Tag vor dem Start der bundesweiten Aktionswochen statt: Am Sonntag (13. M\u00e4rz) k\u00f6nnen Interessierte ab 10.30 Uhr an einem Postkolonialen Stadtrundgang teilnehmen, mit der Fragestellung &#8222;Inwieweit ist der Kolonialismus &#8211; auch in Marburg &#8211;<br \/>\nbis heute im Alltag pr\u00e4sent?&#8220;. Organisiert wird die Aktion vom Weltladen Marburg.<br \/>\nTreffpunkt und erste Station des Rundgangs ist die Gedenkinstallation &#8222;Verblendung&#8220; beim J\u00e4gerdenkmal im Ludwig-Sch\u00fcler-Park Marburg. Hier soll es auch die M\u00f6glichkeit eines kurzen Austauschs mit dem Oberb\u00fcrgermeister geben.<br \/>\nAm Dienstag (15. M\u00e4rz) startet die Veranstaltungsreihe &#8222;Diversit\u00e4tssensibel Erziehen&#8220;. Organisiert wird sie vom Ausl\u00e4nderbeirat und dem Interkulturellen Begegnungszentrum Kerner.<br \/>\n\u00dcber den gesamten Zeitraum der Aktionswochen stellt die Seebr\u00fccke Marburg eine Online-Materialsammlung zum Thema &#8222;Kritisches Wei\u00dfsein&#8220; zur Verf\u00fcgung. Podcasts, Videos und B\u00fccher laden zum Reflektieren der eigenen Rolle in der Gesellschaft ein. Begleitend dazu finden drei Online-Abende zum Austausch statt.<br \/>\nIn der Marburger Fu\u00dfg\u00e4ngerzone gibt es Improvisations-Theater am Freitag (18. M\u00e4rz) von 16 bis 18 Uhr an der Treppe der Wasserscheide und am Samstag (19. M\u00e4rz) von 11 bis 13:30 Uhr am Marktplatz. Die Initiative &#8222;200 nach Marburg&#8220; setzt sich gemeinsam mit dem Fast Forward Theater in Stra\u00dfenszenen mit dem Thema &#8222;Flucht und Fremdsein&#8220; auseinander. Dabei werden Fragen des Ankommens und Willkommenseins gestellt und Impulse gegeben.<br \/>\nDas Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) f\u00fchrt gemeinsam mit der Frauenvereinigung &#8222;Soroptimist International Club Marburg&#8220; erneut die Stolperstein-Aktion &#8222;Sichtbar machen&#8220; durch. Treffpunkt ist am Sonntag (27. M\u00e4rz) um 15 Uhr vor der Synagoge an der Liebigstra\u00dfe. Auf diesem Gedenksparziergang werden die Stolpersteine gereinigt und es wird den Schicksalen der dort abtransportierten j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger*innen gedacht.<br \/>\nDie offizielle Abschlussveranstaltung der Internationalen Wochen gegen Rassismus &#8222;TACHELES #2 &#8211; Digitale Vernetzungskonferenz zu Rassismus und Ausgrenzung in Marburg&#8220; findet schlie\u00dflich am Dienstag (29. M\u00e4rz) von 18 bis 21 Uhr statt. In der Online-Veranstaltung sollen Fragen wie &#8222;Wo stehen wir auf dem Weg zu einer rassismus- und diskriminierungsfreien Stadtgesellschaft?&#8220;und &#8222;Wer ist wo aktiv?&#8220; sowie &#8222;Was wurde seit der letzten TACHELES-Konferenz in Marburg getan und wie soll es weitergehen?&#8220; diskutiert. Die Konferenz wird im Rahmen des st\u00e4dtischen Programms &#8222;F\u00fcr Dialog und Vielfalt &#8211; Gegen Rassismus, Ausgrenzung und Demokratiefeindlichkeit&#8220; vom Fachdienst B\u00fcrger*innenbeteiligung umgesetzt.<br \/>\nAuch nach dem Ende des offiziellen Aktionszeitraums finden in Marburg weitere Veranstaltungen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Der Arbeitskreis Soziale Brennpunkte (AKSB) veranstaltet am Montag (9. Mai) von 14 bis 17 Uhr eine skurrile Strickaktion (Pantomime gegen Rassismus) auf der Freifl\u00e4che vor der Kindertagesst\u00e4tte in der St.-Martin-Stra\u00dfe im Waldtal. Damit sollen Passant*innen aufmerksam gemacht werden und gemeinsam an einem Werkst\u00fcck stricken.<br \/>\nDas vollst\u00e4ndige Programm der &#8222;Internationalen Wochen gegen Rassismus&#8220; in Marburg sowie Flyer und Informationen zu den Einzelveranstaltungen und Angeboten aller Beitragenden werden unter <a href=\"http:\/\/www.marburg.de\/migration\">www.marburg.de\/migration<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Die Termine sind ebenfalls im bundesweiten Veranstaltungskalender der Stiftung gegen Rassismus zu finden:<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &#8222;Internationalen Wochen gegen Rassismus&#8220; finden vom 13. bis 29. M\u00e4rz statt. 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M\u00e4rz) um 18 Uhr vor dem Erwin-Piscator-Haus (EPH) an der Biegenstra\u00dfe im Rahmen des Internationalen Frauentags von Stadtr\u00e4tin Kirsten\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kultur&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":8948,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=8948","url_meta":{"origin":8913,"position":4},"title":"Tacheles reden: Marburg gegen Rassismus und Demokratiefeindlichkeit","date":"16. M\u00e4rz 2022","format":false,"excerpt":"Marburg spricht Klartext gegen Rassismus, Ausgrenzung und Demokratiefeindlichkeit. Dazu gibt es die Online-Konferenz \"TACHELES #2\" am Dienstag (29. M\u00e4rz). Wo stehen wir auf dem Weg zu einer rassismus- und diskriminierungsfreien Stadtgesellschaft? 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