{"id":8848,"date":"2022-02-27T16:21:24","date_gmt":"2022-02-27T15:21:24","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=8848"},"modified":"2022-02-27T16:21:24","modified_gmt":"2022-02-27T15:21:24","slug":"4-000-fuer-frieden-kein-krieg-in-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=8848","title":{"rendered":"4.000 f\u00fcr Frieden: Kein Krieg in der Ukraine"},"content":{"rendered":"<p>Gut 4.000 Menschen haben am Samstag (26. Februar) an Meiner Mahnwache f\u00fcr den Frieden teilgenommen. Sie forderten ein sofortiges Ende des Kriegs in der Ukraine. <!--more--><br \/>\nMit Masken und Abwar der Schriftzug standen die Menschen auf dem gesamten Gel\u00e4nde zwischen dem Erwin-Piscator-Haus (EPH) und dem H\u00f6rsaalgeb\u00e4ude sowie die Biegenstra\u00dfe entlang bis vor das Kunstmuseum. Einige trugen Plakate in ukrainischer oder russischer Sprache. Auf einem Banner stand &#8222;Russians for Peace&#8220; zu lesen.<br \/>\n&#8222;Frieden ist nicht alles; aber ohne Frieden ist alles nichts&#8220;, zitierte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies den einstigen Bundeskanzer Willy Brandt. Der Einmarschbefehl des russischen Pr\u00e4sidenten Vladimir Putin ins Nachbarland Ukraine sei Ausdruck der &#8222;Gr\u00f6\u00dfenphantasie eines zutiefst frustrierten Mannes aus einer alten &#8211; l\u00e4ngst \u00fcberkommen geglaubten &#8211; Zeit, erkl\u00e4rte er. Dieser Krieg sei durch nichts zu rechtfertigen.<br \/>\n&#8222;76 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist wieder Krieg in Europa&#8220;, sagte Spies. &#8222;In dieser Stunde hageln Sch\u00fcsse, detonieren Granaten in den Stra\u00dfen von Kiew; und die Menschen verstecken sich in den Bunkern und den U-Bahnsch\u00e4chten.&#8220; Dabei habe er noch vor wenigen Wochen geglaubt, so etwas sei in Europa heute unm\u00f6glich.<br \/>\nDer \u00dcberfall Putins auf das Nachbarland sei kein Krieg der Russinnen und Russen gegen Ukrainerinnen und Ukrainer, sondern ein Verbrechen. Es sei &#8222;der Krieg eines Diktators und seiner Nomenklatura, denen das Schicksal der Menschen &#8211; egal wo sie leben &#8211; gleichg\u00fcltig ist&#8220;, betonte der Oberb\u00fcrgermeister und gro\u00dfem Beifall. &#8222;Krieg kennt keine Sieger. Krieg kennt nur Verlierer &#8211; auf beiden Seiten.&#8220;<br \/>\nSpies k\u00fcndigte an, dass sich die Stadt Marburg auf die Aufnahme von Kriegsfl\u00fcchtlingen aus der Ukraine vorbereite. An den neuen Universit\u00e4tspr\u00e4sidenten Prof. Dr. Thomas Mauss gewandt, versprach er, L\u00f6sungen f\u00fcr Studierende aus der Ukraine zu finden, die jetzt nicht &#8211; wie urspr\u00fcnglich geplant &#8211; in ihr Land zur\u00fcckkehren k\u00f6nnten.<br \/>\nAnschlie\u00dfend erinnerte sich Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Elke Neuwohner an ihre Begegnungen als Studentin mit Frauen in St. Petersburg. Diese Frauen seien ihr als damals junge Mutter von zwei S\u00f6hnen mit Mitleid begegnet, &#8222;denn f\u00fcr sie war ganz pr\u00e4sent, dass S\u00f6hne einer Mutter verloren gehen, weil sie zur Armee m\u00fcssen, weil sie in den Krieg m\u00fcssen und danach als gebrochene Menschen zur\u00fcckkommen&#8220;. Ihr sei dieser Gedanke fern gewesen, denn &#8222;ich bin &#8211;<br \/>\nwie die meisten &#8211; mit der tr\u00fcgerischen Gewissheit aufgewachsen, dass f\u00fcr immer Frieden in Europa sein w\u00fcrde&#8220;.PD Wir waren uns zu wenig bewusst, was das f\u00fcr ein Luxus ist. Ein europ\u00e4ischer Luxus.&#8220;<br \/>\nF\u00fcr das Marburger B\u00fcndnis &#8222;Nein zum Krieg&#8220; erkl\u00e4rte Dr. Anne Maximiliane J\u00e4ger-Gogoll: &#8222;Kriege gehen \u00fcberall und immer auf Kosten der Zivilbev\u00f6lkerung, es sind die Schw\u00e4chsten, die am meisten unter ihnen leiden. Wir sind ersch\u00fcttert, die Menschen zu Tausenden vor den Kriegshandlungen aus der Ukraine fliehen zu sehen.&#8220;<br \/>\nUnmut machte sich jedoch breit, als sie auch das Fehlverhalten westlicher Politik gegen\u00fcber Russland auflistete. Mit jedem Satz, in dem sie das Heranr\u00fccken der NATO an Russland kritisierte, wurden die Rufe aus dem Publikum lauter, die sie zum &#8222;Aufh\u00f6ren&#8220; aufforderte.. &#8222;Ich bin noch nicht ferttig&#8220;, sagte J\u00e4ger-Gogoll, um dann beim n\u00e4chsten Satz doch den noch lauteren Rufen nach einem Ende ihrer Rede nachzugeben und von der B\u00fchne herabzusteigen.<br \/>\n&#8222;Diese Fragen m\u00fcssen irgendwann gekl\u00e4rt werden&#8220;, sagte Oberb\u00fcrgermeister Spies. &#8222;Doch jetzt ist nicht die Zeit daf\u00fcr.&#8220; F\u00fcr diese Klarstellung erhielt Spies tosenden Applaus.<br \/>\nMit einer spontanen Rede trat Svitlana Dyachenko vom Deutsch-Ukrainischen Verein Marburg daraufhin auf die B\u00fchne. Sie ist das Kind eines ukraiisch-russischen Elternpaars. F\u00fcr sie seien beide Sprachen &#8222;Muttersprache und Vatersprache&#8220; und beide L\u00e4nder ihre &#8222;Heimat&#8220;.<br \/>\nSie berichtete von ihren Anrufen bei Verwandten an der russisch-ukrainischen Grenze. Noch Stunden vor dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine h\u00e4tten sie nicht gelaubt, dass das passieren k\u00f6nnte. Nun s\u00e4\u00dfen sie gefangen im einzigen Keller des Dorfs und f\u00fcrchten sich.<br \/>\nNachdem die Lebensmittelvorr\u00e4te auszugehen drohten, h\u00e4tten sie eine alte M\u00fchle wieder in Betrieb genommen, um wenigstens Brot als Nahrungsmittel zu haben. Alte und Kinder f\u00fcrchteten sich. Viele Verwandte lebten wenige Kilometer hinter der Grenze nach Russland und h\u00e4tten nun keinen Kontakt mehr zu ihnen.<br \/>\nRussen und Ukrainer seien keine Gegner oder Feinde, sondern oft miteinander verwandt. &#8222;Die Sehnsucht der Menschen nach Frieden ist st\u00e4rker als ein kriegstreibender Diktator&#8220;, rief Dyachenko. Sie forderte die Menschen auf, die Gasheizung herunterzudrehen und damit direkt an dem Geldzufluss f\u00fcr die russischen Oligarchen zu drehen.<br \/>\nAlle Rednerinnen und Redner bekundeten ihren Respekt mit den vielen Menschen in Russland, die sich gegen diesen Krieg gewandt haben. Das sei umso bemerkenswerter, weil ihnen empfindliche Folgen drohen. Darum lobten Spies und Neuwohner ganz besonders den Mut dieser Menschen, die dem Diktator Putin die Stirn bieten.<br \/>\nEin Pr\u00e4sident, in dessen Land so viel Armut und Korruption herrscht wie in Russland, sollte sich um diese Probleme k\u00fcmmern, statt ein Nachbarland zu \u00fcberfallen&#8220;, forderte Propst Dr. Volker Mantey von der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck. &#8222;Viel zu lange haben wir \u00fcberh\u00f6rt, wie Menschen in Russland und in der Ukraine vor genau diesem Krieg gewarnt haben.&#8220;<br \/>\nAm Ende der Kundgbung wurden Kerzen verteilt, die an einer gro\u00dfen Kerze in den ukrainischen Farben angez\u00fcndet wurden.<\/p>\n<p>* Franz-Josef Hanke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut 4.000 Menschen haben am Samstag (26. Februar) an Meiner Mahnwache f\u00fcr den Frieden teilgenommen. Sie forderten ein sofortiges Ende des Kriegs in der Ukraine.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[2],"tags":[1103,3850,3842,3843],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-2iI","jetpack-related-posts":[{"id":8832,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=8832","url_meta":{"origin":8848,"position":0},"title":"Aktion zu Einmarsch: Magistrat ruft zu Mahnwache am Samstag auf","date":"24. Februar 2022","format":false,"excerpt":"\"Kein Krieg in Europa\"lautet das Motto einer Mahnwache am Samstag (26. Februar) vor dem EPH. Dazu hat der Magistrat am Donnerstag (24. Februar) aufgerufen. 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