{"id":8831,"date":"2022-02-24T13:05:45","date_gmt":"2022-02-24T12:05:45","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=8831"},"modified":"2022-02-24T13:05:45","modified_gmt":"2022-02-24T12:05:45","slug":"forscher-zu-parkinson-aktive-ionenkanaele-besaenftigen-hirnzellen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=8831","title":{"rendered":"Forscher zu Parkinson: Aktive Ionenkan\u00e4le bes\u00e4nftigen Hirnzellen"},"content":{"rendered":"<p>Elektrophysiologische Untersuchungen er\u00f6ffnen neue Wege, um Parkinsonkrankheit im Fr\u00fchstadium zu bek\u00e4mpfen. Aktive Ionenkan\u00e4le bes\u00e4nftigen Hirnzellen. <!--more--><br \/>\nEine Parkinsonerkrankung l\u00e4sst sich in einem fr\u00fchen Stadium bremsen, sofern Medikamente die Erregbarkeit bestimmter Hirnzellen d\u00e4mpfen &#8211; das schlie\u00dft ein Team der Marburger Hochschulmedizin aus Experimenten, in denen es die Bedingungen einer Parkinsonerkrankung nachstellte. Die Forschungsgruppe berichtet in der Wissenschaftszeitschrift &#8222;Scientific Reports&#8220; \u00fcber ihre Ergebnisse.<br \/>\nEine Parkinsonerkrankung geht mit dem Verlust von Hirnzellen einher. In den Zellen der Betroffenen reichert sich \u00fcblicherweise schon fr\u00fch das Protein &#8222;a-Synuclein&#8220; an, das dabei in einer abgewandelten &#8211; falsch gefalteten &#8211; Form auftritt.<br \/>\n&#8222;Bislang wurden aber nur bestimmte Zelltypen ausgiebig untersucht, insbesondere die sogenannten dopaminergen Nervenzellen&#8220;, erkl\u00e4ret der Marburger Physiologe Prof. Dr. Niels Decher. Er ist einer der Leitautoren der aktuellen Studie.<br \/>\nF\u00fcr die Studie tat er sich mit dem Parkinsonspezialisten Prof. Dr. Wolfgang Oertel zusammen, der jahrelang die Klinik f\u00fcr Neurologie der Philipps-Universit\u00e4t leitete. Im neurowissenschaftlichen Forschungszentrum CMBB der Universit\u00e4t fanden beide die bestm\u00f6glichen Bedingungen f\u00fcr die gemeinsame Forschungsarbeit.<br \/>\n&#8222;Der Locus coeruleus oder Blaue Kern ist eine Hirnregion, dessen Nervenzellen Jahre vor den dopaminergen Zellen beeintr\u00e4chtigt sind, wenn eine Parkinsonerkrankung einsetzt&#8220;, legte Oertel dar. Die Zellen dieser Hirnregion sch\u00fctten den Botenstoff &#8222;Noradrenalin&#8220; aus, der als Neurotransmitter wirkt und damit der \u00dcbertragung von Nervenerregungen dient.<br \/>\nWie \u00e4ndern sich die elektrophysiologischen Eigenschaften dieser Zellen bei einer Parkinsonerkrankung? Das untersuchte die Forschungsgruppe auf zweierlei Weise.<br \/>\nSo traktierte sie die Neuronen mit dem Wirkstoff &#8222;Rotenon&#8220;. Dieses handels\u00fcbliche Sch\u00e4dlingsvertilgungsmittel ruft Effekte hervor wie bei einer Parkinsonerkrankung. Au\u00dferdem untersuchten die Forscher Neuronen von M\u00e4usen, die &#8222;a-Synuclein&#8220; &#8211; dasjenige Protein, das sich im Krankheitsfall in den Hirnzellen anh\u00e4uft &#8211; im \u00dcberma\u00df bilden.<br \/>\nIn beiden F\u00e4llen kommt es zu einer verst\u00e4rkten Erregung der Neuronen. &#8222;Unsere Experimente lassen vermuten, dass dies an bestimmten Ionenkan\u00e4len liegt&#8220;, f\u00fchrte Dr. Lina Matschke aus. Sie ist eine der beiden Erstautorinnen der Publikation. Denn wenn man solche Ionenkan\u00e4le mit einem pharmazeutischen Wirkstoff aktiviert, l\u00e4sst sich dadurch nicht nur die \u00dcbererregbarkeit der Neuronen verhindern, sondern auch das Absterben von Zellen des Blauen Kerns.<br \/>\n&#8222;Unsere Ergebnisse bringen die Ver\u00e4nderung des elektrophysiologischen Verhaltens der Neuronen mit einer Fehlfunktion der Ionenkan\u00e4le in Verbindung&#8220;, fasste Marlene A. Komadowski zusammen, die ihre Doktorarbeit in Dechers Labor anfertigt und sich die Erstautorenschaft mit Matschke teilt. &#8222;Die Experimente zeigen einen m\u00f6glichen Ansatz, um das Fortschreiten der Parkinsonerkrankung bereits in einem fr\u00fchen Stadium zu verlangsamen&#8220;, schlussfolgerte Decher.<br \/>\nDecher leitet die Arbeitsgruppe &#8222;Vegetative Physiologie&#8220; am Marburger Fachbereich Medizin. Oertel ist Hertie-Senior-Research Professor an der Philipps-Universit\u00e4t. Neben den beiden Marburger Arbeitsgruppen beteiligten sich Wissenschaftler des Forschungsinstituts Krembil in Kanada sowie eine Wissenschaftlerin der Universit\u00e4t Groningen in den Niederlanden an der Studie.<br \/>\nDie Gemeinn\u00fctzige Hertie-Stiftung, die Von-Behring-R\u00f6ntgen-Stiftung, das Universit\u00e4tsklinikum Gie\u00dfen und Marburg (UKGM), die Studienstiftung des Deutschen Volkes, die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Parkinson und Bewegungsst\u00f6rungen, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Anneliese-Pohl-Stiftung und das Rosalind Franklin Fellowship Programm haben beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finanziell gef\u00f6rdert. Das Projekt &#8222;DEAL&#8220; der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen erm\u00f6glichte die Open Access-Publikation der Studie.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elektrophysiologische Untersuchungen er\u00f6ffnen neue Wege, um Parkinsonkrankheit im Fr\u00fchstadium zu bek\u00e4mpfen. 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