{"id":8704,"date":"2022-02-01T10:57:47","date_gmt":"2022-02-01T09:57:47","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=8704"},"modified":"2022-02-01T10:57:47","modified_gmt":"2022-02-01T09:57:47","slug":"fuer-mieter-ombudsstelle-fair-wohnen-hilft-bei-problemen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=8704","title":{"rendered":"F\u00fcr Mieter: Ombudsstelle &#8222;Fair wohnen&#8220; hilft bei Problemen"},"content":{"rendered":"<p>Die Ombudsstelle &#8222;Fair Wohnen&#8220; hat gro\u00dfen Zuspruch. Sie ist ein landesweit einmaliges Angebot f\u00fcr Mieter. <!--more--><br \/>\nSechs Ombudspersonen beraten Marburgerinnen und Marburger, wenn es im Mietverh\u00e4ltnis hakt. Sie kl\u00e4ren, schlichten bei Konflikten und helfen, einvernehmliche L\u00f6sungen zu finden. &#8222;Fair wohnen&#8220; hat die Stadt Marburg im Mai 2021 ins Leben gerufen.<br \/>\nDas Angebot ist einmalig in Hessen. 39 Mieterinnen und Mieter haben schon davon Gebrauch gemacht. Ab Fr\u00fchjahr gibt es eine zus\u00e4tzliche Sprechstunde am Richtsberg.<br \/>\n&#8222;Mit diesem Unterst\u00fctzungsangebot setzt sich die Stadt Marburg f\u00fcr faires Wohnen ein&#8220;, erkl\u00e4rte Stadtr\u00e4tin Kirsten Dinnebier. &#8222;Die Ombudspersonen sind beratend und vermittelnd t\u00e4tig. Sie f\u00f6rdern so das gute Miteinander in unserer Stadt.&#8220;,<br \/>\nDinnebier wei\u00df: &#8222;Auch kleine Hilfestellungen k\u00f6nnen f\u00fcr die Betroffenen schon einen gro\u00dfen Unterschied machen.&#8220; Sie dankte den sechs Ehrenamtlichen, die das kostenfreie Angebot erm\u00f6glichen.<br \/>\nDie Ansprechpersonen der Ombudsstelle &#8222;Fair Wohnen&#8220; helfen dabei, Anliegen und Sachverhalte zu kl\u00e4ren,Konflikte zu schlichten und einvernehmliche L\u00f6sungen zu finden. Sie stehen allen ratsuchenden Mieter*innen aus Marburg zur Seite.<br \/>\nDie Ehrenamtlichen sind: Elena Afanasyeva, Bettina B\u00f6ttcher-Dutton, Helmut Fiedler, Arndt Jacob, Silvia Lerch-Denfeld und Janina Werth. Afanasyeva hat erst k\u00fcrzlich ihren Ehrenamtsvertrag unterschrieben und ist \u00fcber eine Kooperation mit der Freiwilligenagentur als sechste dazugekommen.<br \/>\nDie Ombudsleute beraten zu ganz unterschiedlichen Anliegen. Das reicht von Reparaturen \u00fcber Haustierhaltung, Sperrm\u00fcllproblematik, M\u00e4ngel und unzumutbare Wohnsituationen bis hin zu Streitigkeiten und Ruhest\u00f6rungen in der Nachbarschaft. Bei Letzteren haben die Ombudsleute Mediationsgespr\u00e4che mit dem Vermieter und Nachbarn organisiert und durchgef\u00fchrt.<br \/>\nGemeinsame Gespr\u00e4che k\u00f6nnen nicht nur f\u00fcr eine Deeskalation sorgen, sondern auch dabei helfen, eine gemeinsame L\u00f6sung zu suchen. &#8222;Dabei soll eine L\u00f6sung auf der ,vorrechtlichen&#8216; Ebene gefunden werden&#8220;, erkl\u00e4rte die Ehrenamtliche Silvia Lerch-Denfeld.<br \/>\nRechtliche Auseinandersetzungen sollen vermieden werden. &#8222;Aber auch Hilfestellung bei ganz praktischen Schritten ist gefragt, wenn beispielsweise Briefe verfasst werden m\u00fcssen, bei denen Formulierungshilfen oder die Unterst\u00fctzung bei technischem Know-how erforderlich sind.&#8220; Auch \u00fcber rechtliche Hintergr\u00fcnde informieren die Ombudsleute.<br \/>\nDie Ehrenamtliche Bettina B\u00f6ttcher-Dutton half Hundee Chawaqa. &#8222;Meine Kinder hatten eine Allergie gegen den Teppichboden in der Wohnung&#8220;, berichtete die Mieterin. Das sorgte f\u00fcr gesundheitliche Probleme.<br \/>\nDeswegen musste der Bodenbelag ausgetauscht werden. &#8222;Die Mieterin war \u00fcber ihr Anliegen und die bisher ungel\u00f6sten Fragen, die sich daraus ergaben, sehr aufgew\u00fchlt, da sie sehr besorgt war um die Gesundheit ihrer Kinder&#8220;, berichtete die Ehrenamtliche B\u00f6ttcher-Dutton. Chawaga machte sich Sorgen wegen der Kosten und dem Einverst\u00e4ndnis der Vermieterin. Die Ombudsfrau nahm Kontakt zu der Vermieterin auf. &#8222;Ich selbst war sehr positiv im gemeinsamen Gespr\u00e4ch \u00fcber das Entgegenkommen der Vermieterin \u00fcberrascht&#8220;, erinnert sich die Ehrenamtliche. Die Vermieterin stimmte dem neuen Fu\u00dfboden zu und beteiligte sich an den Kosten. Die Familie tauschte den Bodenbelag aus und war mit der L\u00f6sung sehr zufrieden.<br \/>\nB\u00f6ttcher-Dutton ist froh, Ratsuchende auf diese Weise unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen: &#8222;F\u00fcr mich beginnt das damit, dass wir uns als Teil einer Gesellschaft sehen, in der die Starken selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr die Schw\u00e4cheren eintreten.&#8220; Dass das dem &#8222;guten Zusammenleben&#8220; dient, durfte die Ehrenamtliche auch schon selbst erfahren: Sie wurde von der Familie zu einer \u00e4thiopischen Kaffeezeremonie eingeladen.<br \/>\nDer Weg zu einem zufriedenstellenden Ergebnis sei nicht immer leicht. &#8222;Man ben\u00f6tigt einen langen Atem oder die sogenannte Hartn\u00e4ckigkeit, den betroffenen Mieter*innen zu helfen; und das zahlt sich am Ende aus&#8220;, berichtete die Ehrenamtliche. &#8222;Es gibt kein sch\u00f6neres Geschenk, als wenn man hilfesuchenden Mieter*innen in denunterschiedlichsten Lebenslagen damit wieder ein St\u00fcck Respekt zur\u00fcckgeben kann, den sie oft vermissen.&#8220;<br \/>\nDie Ehrenamtliche Elena Afanasyeva wird gemeinsam mit B\u00f6ttcher-Dutton ab Fr\u00fchjahr eine neue Sprechstunde am Richtsberg anbieten. &#8222;Ich wei\u00df, wie es ist, wenn man eine Sprache noch nicht so gut spricht und Hilfe braucht&#8220;, sagte Afanasyeva, die als geb\u00fcrtige Russin vor f\u00fcnf Jahren nach Marburg kam. Ihre Russischkenntnisse seien in der Beratung bereits von Nutzen gewesen.<br \/>\nAuch der Mieter Mahfooz Hamidi fand bei der Ombudsstelle Hilfe. Seine Wohnsituation sorgte f\u00fcr gro\u00dfe Probleme: Seine Frau war auf der Treppe gest\u00fcrzt und hatte sich beide Handgelenke gebrochen.<br \/>\nAuch die Badewanne war zu unsicher. Bettina B\u00f6ttcher-Dutton half den beiden, eine Wohnung mit Fahrstuhl und Dusche zu finden, die auch finanzierbar war. &#8222;Wir hatten schon zwei Jahre gesucht und haben uns sehr \u00fcber die Hilfe gefreut&#8220;, erz\u00e4hlte Hamidi, der mit seiner Frau inzwischen umgezogen ist.<br \/>\nDas Angebot erlebt gro\u00dfen Zuspruch. &#8222;Bisher haben sich 39 Menschen an die Ombudsstelle gewandt, die durchschnittlich zwei bis drei Mal beraten wurden&#8220;, berichtete Monique Meier. Die st\u00e4dtische Sozialplanerin hat das Angebot konzipiert und aufgebaut.<br \/>\nDie Ehrenamtlichen haben monatlich gemeinsame Treffen, zu denen auch verschiedene Netzwerkpartner*innen eingeladen werden. &#8222;Der kollegiale Austausch ist sehr wichtig f\u00fcr die inhaltliche Arbeit und durch Treffen, wie beispielsweise mit dem Mieterverein und der GeWoBau, werden die Ansprechpersonen bekannter&#8220;, erl\u00e4uterte Meier.<br \/>\nPeter Schmidt vom st\u00e4dtischen Fachbereich Soziales und Wohnen erkl\u00e4rte: &#8222;Dieses niederschwellige Angebot ist ein Baustein im Unterst\u00fctzungssystem und klar abgegrenzt zu einer Rechtsberatung.&#8220; Diese finde im Rahmen des Ombudsangebots nicht statt. &#8222;Die Stelle gibt Auskunft \u00fcber die Rechtslage in Schlichtungsf\u00e4llen und bei Bedarf wird ein Kontakt zu einem geeigneten Rechtsbeistand vermittelt.&#8220;<br \/>\nDie Ombudsstelle hat ein B\u00fcro in der Friedrichstra\u00dfe 36 beim Sozial- und Jugendamt. Sie ist Montag, Mittwoch und Donnerstag jeweils von 17 bis 18 Uhr erreichbar, unter der Telefonnummer 0157\/83 92 71 53 oder per Mail unter fair-wohnen@marburg-stadt.de.<br \/>\nNeu ist ab Fr\u00fchjahr eine zus\u00e4tzliche w\u00f6chentliche Sprechstunde am Richtsberg im Beratungs- und Begegnungszentrum in der Sudetenstra\u00dfe 24. Grunds\u00e4tzlich gilt, dass die kostenfreien Termine vorab per Telefon oder E-Mail vereinbart werden m\u00fcssen.<br \/>\nMehr Informationen finden Interessierte unter <a href=\"http:\/\/www.marburg.de\/fair-wohnen\">www.marburg.de\/fair-wohnen<\/a>. Dort ist das Flugblatt f\u00fcr die Ombudsstelle in den sechs Sprachen Deutsch, Arabisch, Russisch, T\u00fcrkisch, Englisch und Dari\/Farsi verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ombudsstelle &#8222;Fair Wohnen&#8220; hat gro\u00dfen Zuspruch. 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