{"id":8602,"date":"2022-01-19T15:01:13","date_gmt":"2022-01-19T14:01:13","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=8602"},"modified":"2022-01-19T15:01:13","modified_gmt":"2022-01-19T14:01:13","slug":"hltm-fuer-urauffuehrung-kleist-foerderpreis-geht-an-amir-gudarzi","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=8602","title":{"rendered":"HLTM f\u00fcr Urauff\u00fchrung: Kleist-F\u00f6rderpreis geht an Amir Gudarzi"},"content":{"rendered":"<p>Der 27. &#8222;Kleist-F\u00f6rderpreis f\u00fcr junge Dramatikerinnen und Dramatiker&#8220; geht 2022 an Amir Gudarzi f\u00fcr sein St\u00fcck &#8222;Wonderwomb&#8220;. Uraufgef\u00fchrt wird es im Herbst in Marburg. <!--more--><br \/>\nDas Kleist Forum Frankfurt (Oder) und die Stadt Frankfurt (Oder) haben den Preistr\u00e4ger des &#8222;Kleist-F\u00f6rderpreises f\u00fcr junge Dramatikerinnen und Dramatiker&#8220; 2022 bekannt gegeben. In diesem Jahr geht die renommierte Auszeichnung an Amir Gudarzi f\u00fcr sein St\u00fcck &#8222;Wonderwomb&#8220;. Der Kleist-F\u00f6rderpreis ist mit einem Preisgeld von 7.500 Euro dotiert und mit einer Urauff\u00fchrungsgarantie verbunden, die in diesem Jahr vom Hessischen Landestheater Marburg (HLTM) \u00fcbernommen wird.<br \/>\nSeit 1996 vergeben die Kleist-Stadt Frankfurt (Oder), das Kleist Forum und die Dramaturgische Gesellschaft j\u00e4hrlich den &#8222;Kleist-F\u00f6rderpreis f\u00fcr junge Dramatikerinnen und Dramatiker&#8220;. Anw\u00e4rterinnen und Anw\u00e4rter, die bei Einsendeschluss nicht \u00e4lter als 35 Jahre alt sind, k\u00f6nnen sich mit noch nicht uraufgef\u00fchrten Theatertexten bewerben.<br \/>\nDer mit 7.500 Euro dotierte Preis gilt als Wegbereiter vieler &#8211; mittlerweile international renommierter &#8211; Autorinnen und Autoren. Neben dem Preisgeld erfahren die Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger vor allem durch die Urauff\u00fchrungsgarantie des ausgezeichneten St\u00fccks eine gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche F\u00f6rderung.<br \/>\nDie offizielle Preisverleihung mit der Laudatio von Andreas Sauter findet zur Er\u00f6ffnung der diesj\u00e4hrigen Kleist-Festtage am<br \/>\n(6. Oktober) statt. Das pr\u00e4mierte St\u00fcck &#8222;Wonderwomb&#8220; wird an diesem Abend erstmals in Frankfurt (Oder) gezeigt. Die Urauff\u00fchrung produziert das Hessische Landestheater Marburg (HLTM) in Zusammenarbeit mit dem Kleist Forum. In Marburg wird die Urauff\u00fchrung am<br \/>\n(17. September) zu sehen sein. Regie f\u00fchrt die HLTM-Intendantin Eva Lange.<br \/>\nIn der Jury-Begr\u00fcndung hei\u00dft es: &#8222;Wonderwomb&#8220; von Amir Gudarzi zeichnet mit gro\u00dfer sprachlicher Genauigkeit, einer Vielfalt an Kl\u00e4ngen und einer komplexen Formenf\u00fclle ein Panorama \u00fcber die Welt und formuliert die Einladung zur Auseinandersetzung. Das Kleine steht immer wieder neben dem ganz Gro\u00dfen. Die Erz\u00e4hlung folgt einer Verkn\u00fcpfungs-Dramaturgie, baut ungeheure Zusammenh\u00e4nge rasant auf, bricht diese ab und fokussiert Konkretes.&#8220;<br \/>\nGudarzi gelinge es in seinem St\u00fcck, durch Zeiten zu reisen, pers\u00f6nlich Erlebtes mit dem Globalen in verschiedensten medialen R\u00e4umen zu verbinden. \u00dcber allem immer wieder das sprechende Erd\u00f6l als Motor des Kapitalismus, als allseits Umgebendes. Er beschreibe einen &#8222;Friedhof im Osten, der verbunden ist mit dem Westen, unterwegs im Meer: Das Erd\u00f6l, ein sprechender Chor der toten Lebewesen. An der B\u00f6rse wird um eben dieses Erd\u00f6l spekuliert, ein \u00d6ltanker wird angegriffen und der Preis steigt. Eine schwarze Einheit, die die Wirtschaft ankurbelt und alles wieder in eine Einheit zur\u00fcckzwingen wird&#8220;. Er beschreibe den Grund, warum L\u00e4nder und Menschen \u00fcberfallen, Kriege und K\u00e4mpfe gef\u00fchrt werden.<br \/>\n&#8222;Wir Menschen sind stets umgeben von diesen Toten, vom \u00d6l, gebettet auf Matratzen, kaugummikauend auf asphaltgepflasterten Stra\u00dfen, um am Ende als Tote wieder zu Erd\u00f6l zu werden, die Lebenden zu befeuern. Irgendwo wird immer nach \u00d6l gesucht, in das Herz der Erde gebohrt, ebenso wie die Mutter im Irak aufgebohrt und deren Begr\u00e4bnis von der weit entfernten Tochter live via Internet verfolgt wird. Die Ausbeutung fordert ihren Tribut, wenn der Meeresspiegel steigt, die Str\u00e4nde zu hei\u00df und die Wolkenkratzer unbewohnt bleiben werden.&#8220;<br \/>\nGudarzi finde &#8222;in &#8222;Wonderwomb&#8220; einen Ton, der gepr\u00e4gt ist von der Gleichzeitigkeit von Hier und Dort, Herrschaft und Unterdr\u00fcckung, Ausbeutung und Nutzen, aber vor allem: Leben und Tod. Es ist ein komplexes Oratorium: &#8222;Figuren und Personen und Stimmen und Erinnerungen und Erscheinungen und Phantome und Schatten und Zitate und Worte und S\u00e4tze&#8220;, w\u00fctend, melancholisch, feinsinnig, poetisch, stolpernd und \u00fcberbordend. Unglaubliche Fl\u00e4chen von Begebenheiten werden gleichzeitig jongliert, b\u00e4umen sich auf, tanzen miteinander und lassen diesen Weltzusammenhangsversuch als gro\u00dfe und lohnenswerte Herausforderung f\u00fcr das Theater entstehen.&#8220;<br \/>\nDer Preistr\u00e4ger Gudarzi wurde 1986 in Teheran geboren. Er graduierte an der damals einzigen Theaterschule im Iran und absolvierte ein Studium in Szenischem Schreiben in Teheran. Seit 2009 lebt er in Wien, wo er ein Studium in Theater-, Film- und Medienwissenschaft abschloss.<br \/>\n2017 gewann Gudarzi den exil-DramatikerInnenpreis f\u00fcr sein St\u00fcck &#8222;Zwischen uns und denen liegt &#8230;&#8220;. 2018 wurden sein Text &#8222;Arash \/\/ Heimkehrer&#8220; am Theater Drachengasse in Wien sowie seine Performance &#8222;The Knowledge Tree&#8220; in Jerusalem gezeigt. &#8222;Die Burg der Assassinen&#8220; wurde 2019 zum St\u00fcckemarkt des Berliner Theatertreffens eingeladen.<br \/>\n2020 war &#8222;Geleemann&#8220; am WERK X in Wien zu sehen sowie &#8222;Who cut the cake&#8220; am Royal Court Theatre in London als Teil des &#8222;Living Newspaper Projekts&#8220;. Sein St\u00fcck &#8222;Wonderwomb&#8220; war f\u00fcr den Retzhofer Dramapreis 2021 nominiert, zudem erhielt es eine &#8222;spezielle Erw\u00e4hnung&#8220; durch die Jury der Autor:innentheatertage 2022 und wird bei dem Festival in einer szenischen Einrichtung pr\u00e4sentiert.<br \/>\n2022 wird ein neues Projekt mit dem Titel &#8222;Am Anfang war die Waffe&#8220; in Wien zu sehen sein. Gudarzi wurde 2021 mit dem F\u00f6rderungspreis der Stadt Wien ausgezeichnet und erhielt zahlreiche Dramatik- und Literaturstipendien wie das DramatikerInnenstipendium der \u00f6sterreichischen Bundesregierung sowie das Aufenthaltsstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB). Gudarzi schreibt an seinem Deb\u00fctroman, der 2023 bei dtv erscheinen wird.<br \/>\nZum 27. &#8222;Kleist-F\u00f6rderpreis f\u00fcr junge Dramatikerinnen und Dramatiker&#8220; wurden 124 deutschsprachige St\u00fccke von 124 Autorinnen und Autoren aus f\u00fcnf L\u00e4ndern weltweit eingereicht. Das Durchschnittsalter betrug 28,7 Jahre. Trotz der Pandemie ist die Anzahl der Einsendungen leicht gestiegen.<\/p>\n<p>* pm: Hessisches Landestheater Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 27. &#8222;Kleist-F\u00f6rderpreis f\u00fcr junge Dramatikerinnen und Dramatiker&#8220; geht 2022 an Amir Gudarzi f\u00fcr sein St\u00fcck &#8222;Wonderwomb&#8220;. 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August 2021 k\u00f6nnen sich junge Autorinnen und Autoren, die bei Einsendeschluss nicht \u00e4lter als 35 Jahre sind, mit - noch nicht uraufgef\u00fchrten -\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kultur&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":10526,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=10526","url_meta":{"origin":8602,"position":2},"title":"Wieder zur\u00fcck: HLTM startet in neue Spielzeit","date":"3. September 2022","format":false,"excerpt":"Das Hessische Landestheater Marburg (HLTM) ist aus der Sommerpause zur\u00fcck und die Intendantinnen Eva Lange und Carola Unser-Leichtwei\u00df begr\u00fc\u00dfen das Team zur neuen Spielzeit. Es ist die f\u00fcnfte Spielzeit der Doppelspitze. Unter dem Motto \"Konstruktion Hoffen\" bringt das Theater 2022\/2023 15 Premieren auf die B\u00fchne. 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