{"id":8291,"date":"2021-12-02T12:31:24","date_gmt":"2021-12-02T11:31:24","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=8291"},"modified":"2021-12-02T12:31:24","modified_gmt":"2021-12-02T11:31:24","slug":"foerderung-verlaengert-armutsbekaempfung-durch-infektionsforschung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=8291","title":{"rendered":"F\u00f6rderung verl\u00e4ngert: Armutsbek\u00e4mpfung durch Infektionsforschung"},"content":{"rendered":"<p>Das Land Hessen f\u00f6rdert das &#8222;LOEWE-Zentrum DRUID&#8220; f\u00fcr weitere drei Jahre. Damit leistet es einen Beitrag zur Bek\u00e4mpfung globaler Armut. <!--more--><br \/>\nWeltweit sind mehr als eine Milliarde Menschen von vernachl\u00e4ssigten und mit Armut zusammenh\u00e4ngenden Tropenkrankheiten und ihren massiven gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen betroffen. Das LOEWE-Zentrum &#8222;Novel Drug Targets against Poverty-Related and Neglected Tropical Infectious Diseases&#8220; (DRUID) erforscht diese Erkrankungen und geht dringenden Fragen zur Identifikation und Charakterisierung potenzieller Zielmolek\u00fcle f\u00fcr die Entwicklung notwendiger Wirkstoffe und Diagnostika nach. Das Land Hessen f\u00f6rdert das LOEWE-Zentrum DRUID f\u00fcr weitere drei Jahre von 2022 bis 2024 mit insgesamt rund 16,2 Millionen Euro.<br \/>\nIn der zweiten F\u00f6rderperiode liegt die Federf\u00fchrung bei der Philipps-Universit\u00e4t. Im DRUID-Konsortium arbeiten ferner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen (JLU), der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt (GUF), des Paul-Ehrlich-Instituts Langen (PEI), der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), und des Fraunhofer Instituts f\u00fcr Translationale Medizin und Pharmakologie Frankfurt (Fraunhofer ITMP) zusammen.<br \/>\nVernachl\u00e4ssigte Tropenerkrankungen &#8222;Neglected Tropical Diseases&#8220; (NTDs) und armutsassoziierte Infektionskrankheiten &#8222;Poverty Related Diseases&#8220; (PRDs) werden durch Infektionserreger wie Viren, Bakterien, Parasiten oder Pilze verursacht. Diese Krankheiten k\u00f6nnen hochakute lebensbedrohliche Verlaufsformen nehmen, f\u00fchren aber oft auch zu schweren chronischen Erkrankungen.<br \/>\n&#8222;Ihre Bek\u00e4mpfung ist daher aus medizinischer und humanit\u00e4rer Sicht eine zwingende Notwendigkeit&#8220;, erkl\u00e4rte DRUID-Sprecher Prof. Dr. Stephan Becker von der Philipps-Universit\u00e4t. &#8222;Sie leistet gleichzeitig einen entscheidenden Beitrag zur Unterbrechung von Armutskreisl\u00e4ufen, die nicht nur Infektionsrisiken erh\u00f6hen, sondern auch zu existenzbedrohenden Lebensumst\u00e4nden, sozialer Ungerechtigkeit, Gewaltbereitschaft und Migration f\u00fchren.&#8220;<br \/>\nF\u00fcr die meisten der im LOEWE-Zentrum DRUID untersuchten Krankheiten gibt es zu wenige wirksame Medikamente. Viele der derzeit eingesetzten Wirkstoffe haben zudem schwere Nebenwirkungen. Schlie\u00dflich drohen Resistenzen, die entweder bereits bestehen oder mittelfristig wegen des Mangels an alternativen Medikamenten auftreten k\u00f6nnen.<br \/>\nDie aktuelle Corona-Pandemie hat die Lage in vielen betroffenen L\u00e4ndern noch versch\u00e4rft. COVID-19-Infektionen und Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Pandemie k\u00f6nnen in wirtschaftlich ohnehin stark belasteten L\u00e4ndern Rezessionen ausl\u00f6sen.<br \/>\n&#8222;Es ist nicht nur SARS-CoV-2, welches Menschen weltweit bedroht&#8220;, erkl\u00e4rte der stellvertretende DRUID-Sprecher Prof. Dr. Christoph Grevelding von der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen. &#8222;Schon lange kennen wir unz\u00e4hlige weitere Infektionserreger, die nahezu \u00fcberall auf diesem Erdball auftreten und verschiedene Erkrankungen mit schwerwiegenden Folgen ausl\u00f6sen.&#8220; Jedoch sind diese Infektionskrankheiten in der breiten \u00d6ffentlichkeit weniger bekannt.<br \/>\n&#8222;Umso bedeutender ist das Signal, dass die hessische Landesregierung durch die F\u00f6rderung DRUIDs setzt&#8220;, fuhr er fort. &#8222;Langfristig wird sich dieses Engagement nicht nur f\u00fcr betroffene L\u00e4nder auszahlen. Im Zeitalter der Globalisierung und des Klimawandels, die zur weiteren Ausbreitung dieser Krankheiten beitragen, ist dies ein in die Zukunft gerichteter Schritt &#8211; auch f\u00fcr uns in Europa&#8220;, erl\u00e4uterte Grevelding.<br \/>\n&#8222;Das LOEWE-Zentrum DRUID hat Hessen auf der internationalen Landkarte der infektionsbiologischen Forschung nachhaltig eingetragen&#8220;, sagte Universit\u00e4tspr\u00e4sidentin Prof. Dr. Katharina Krause. &#8222;Dass das wichtige Zentrum weiter gef\u00f6rdert wird, freut mich als Pr\u00e4sidentin der Sprecherhochschule sehr, vor allem, weil das Zentrum gesellschaftlich relevante Fragen von globaler Bedeutung angeht und nach L\u00f6sungen sucht. Ich gratuliere allen Beteiligten sehr herzlich.&#8220;<br \/>\nDer Forschungsansatz von DRUID zielt darauf ab, die medizinische und veterin\u00e4rmedizinische Grundlagenforschung mit translationaler Forschung zu verbinden, um die Entwicklung dringend ben\u00f6tigter Medikamente gegen NTDs und PRDs und neuer Diagnostika auf den Weg zu bringen. In DRUID werden Infektionserreger erforscht, die meist in tropischen Regionen vorkommen, durch die Klimaver\u00e4nderung und weitere Faktoren aber zunehmend auch in gem\u00e4\u00dfigten Klimazonen auftreten wie vermehrt auch in Europa.<br \/>\nEin Schwerpunkt in den n\u00e4chsten drei Jahren liegt auf den translationalen Aspekten der Forschung, die das Zentrum mit der Identifizierung neuer Wirkstoffziele, pr\u00e4klinischer Wirkstoffentwicklung und der Entwicklung neuer Diagnostika adressiert. Durch die LOEWE-F\u00f6rderung leistet das Land Hessen mit den Forscherinnen und Forschern aus DRUID einen ma\u00dfgeblichen Beitrag zum Strategiekonzept der Bundesregierung zur Globalen Gesundheit, den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO NTD-Roadmap 2021-30). Das &#8222;LOEWE-Zentrum DRUID&#8220; ist das Resultat der konsequenten Entwicklung der infektionsbiologischen Forschung in Hessen und ein einzigartiges nationales Verbundprojekt mit internationaler Strahlkraft.<br \/>\nDas LOEWE-Zentrum DRUID wird seit 2018 vom Land Hessen gef\u00f6rdert. Die Federf\u00fchrung in der ersten F\u00f6rderperiode lag bei der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen (JLU). Die Sprecherschaft liegt seit 2020 bei Prof. Dr. Stephan Becker in Marburg.<br \/>\nAb 2022 wechselt auch die organisatorische Federf\u00fchrung an die Philipps-Universit\u00e4t. Beteiligte Fachrichtungen sind Pharmazie, Virologie, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Chemie, Ern\u00e4hrungswissenschaften, Parasitologie, Pharmakologie und Toxikologie, Bioverfahrenstechnik und Pharmazeutische Technologie, Veterin\u00e4r-Physiologie und -Biochemie, Pr\u00e4klinische Forschung Beteiligte Institutionen sind die Philipps-Universit\u00e4t, die Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen (JLU), die Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt, das Paul-Ehrlich-Institut Langen (PEI), die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) sowie das Fraunhofer Institut f\u00fcr Translationale Medizin und Pharmakologie in Frankfurt.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Land Hessen f\u00f6rdert das &#8222;LOEWE-Zentrum DRUID&#8220; f\u00fcr weitere drei Jahre. 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