{"id":8053,"date":"2021-11-04T12:51:43","date_gmt":"2021-11-04T11:51:43","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=8053"},"modified":"2021-11-04T12:51:43","modified_gmt":"2021-11-04T11:51:43","slug":"20-in-marburg-philippe-rousselot-erhielt-kamerapreis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=8053","title":{"rendered":"20. in Marburg: Philippe Rousselot erhielt Kamerapreis"},"content":{"rendered":"<p>Der Kameramann Philippe Rousselot malt Filme in Licht und Farbe. Er erhielt den 20. Marburger Kamerapreis 2020\/21. <!--more--><br \/>\nKameramann und Oscar-Preistr\u00e4ger Philippe Rousselot hat den 20. Marburger Kamerapreis erhalten. Die Stadt Marburg und die Philipps-Universit\u00e4t haben die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung bereits zum 20. Mal verliehen. Die Preisverleihung im Cineplex bildete gleichzeitig den Abschluss der 22. Bild-Kunst Kameragespr\u00e4che.<br \/>\n&#8222;Die Vielfalt und die Multiperspektivit\u00e4t sind genau das, was wir an Marburg so sch\u00e4tzen&#8220;, sagte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies anl\u00e4sslich der Verleihung. &#8222;Und genau dies finden wir auch in den Filmen, in denen uns stets etwas Neues begegnet.&#8220;<br \/>\nZum 20-j\u00e4hrigen Bestehen erinnerte sich der Kulturdezernent an die Anf\u00e4nge des Marburger Kamerapreises im Rathaus und daran, wie stark sich der Preis seitdem im Kultursektor etabliert sowie entwickelt hat. Dabei nannte der OB die drei Hauptmerkmale, die den Preis auszeichnen sollten: die \u00e4sthetische Leistung von Kameraleuten zu w\u00fcrdigen, die Stadt Marburg in den \u00f6ffentlichen Blickpunkt von Filminteressierten zu bringen und die Kooperation von Wissenschaft und Kultur zu st\u00e4rken. Das sei seit dem Anfang des Marburger Kamerapreises gelungen.<br \/>\n&#8222;Philippe Rousselots Werk legt davon Zeugnis ab, wie selbst in den generalstabsm\u00e4\u00dfig geplanten Filmen des zeitgen\u00f6ssischen Hollywoodkinos eine einzelne Person immer wieder aufs Neue einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung der Bilder leisten kann, zumindest dann, wenn diese Person so variabel, neugierig und unvoreingenommen ist wie Philippe Rousselot&#8220;, erkl\u00e4rte Universit\u00e4tspr\u00e4sidentin Prof. Dr. Katharina Krause. \u00dcber die wissenschaftlichen Aspekte des Preises sagte sie: &#8222;In den Bild-Kunst-Kameragespr\u00e4chen gehen wir der Frage nach, wie Bilder uns Geschichten von der Wirklichkeit erz\u00e4hlen und wie wir uns durch Bilder und T\u00f6ne in fremde Universen entf\u00fchren lassen. Dabei geht es gerade nicht darum, nur einen unterhaltsamen Abend und ein paar sch\u00f6ne Bilder zu liefern, sondern gemeinsam in einem Kreis von Forschenden, Studierenden, Filmbegeisterten und nat\u00fcrlich den Menschen vom Fach, n\u00e4mlich den Kameraleuten, zu ergr\u00fcnden, auf welche Weise Bilder zustande kommen, was ihre Form mitteilt und wie uns visuell verfasste Bilder und Geschichten bewegen.&#8220;<br \/>\nDr. Thorolf Lipp von der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst betonte, dass die kulturelle Leistung der Kameraleute, Bilder und Emotionen entstehen zu lassen, nicht hoch genug zu sch\u00e4tzen sei. Wer in diesem Bereich au\u00dfergew\u00f6hnliche Arbeit geleistet habe, sei der diesj\u00e4hrige Preistr\u00e4ger Rousselot.<br \/>\n&#8222;Seine pers\u00f6nliche Art, mit dem Licht zu arbeiten, machte international Schule und ihn zu einem der einflussreichsten Kameraleute der vergangenen Jahrzehnte&#8220;, hei\u00dft es unter anderem in der Jury-Begr\u00fcndung. &#8222;Es gibt keinen anderen Kameramann, dessen Karriere sich in der Reichweite mit der von Philippe Rousselot vergleichen l\u00e4sst. Diese spannt sich von der genauen Beobachtung der franz\u00f6sischen Alltagswelt in der Nouvelle Vague \u00fcber das cin\u00e9ma du look und anspruchsvolle Hollywood-Produktionen bis hin zum zeitgen\u00f6ssischen Special-Effects-Kino. Umso bemerkenswerter ist, dass Rousselot in allen diesen Bereichen Au\u00dfergew\u00f6hnliches geleistet hat&#8220;, zitierte Lipp die Jurybegr\u00fcndung weiter.<br \/>\nBenjamin Bergery fand in seiner Laudatio eine F\u00fclle an Beispielen, die den Kameramann Rousselot in seiner Pers\u00f6nlichkeit sowie in seiner Arbeit auszeichnen. Rousselot habe nicht nur ein sehr breites Spektrum zu bieten, sondern wisse insbesondere die verschiedenen Facetten von Licht, Farbe und dem richtigen Timing einzusetzen. In seinem Schlusswort beschrieb er Rousselot als einen filmischen K\u00fcnstler, einen Innovator, einen kreativen Maler und vor allem als einen freundlichen Menschen, der alle mit Respekt behandle und zudem \u00fcber sich selbst lachen k\u00f6nne.<br \/>\nRousselot bedankte sich herzlich bei allen Beteiligten, die seinen Aufenthalt in Marburg so angenehm gestalteten und die Kameragespr\u00e4che sowie die Preisverleihung organisiert und betreut haben. Nicht zuletzt dankte er f\u00fcr die Auszeichnung durch den Marburger Kamerapreis: &#8222;Dieser Preis zeigt mir, dass ich meinem Leben doch etwas bewirkt habe.&#8220;<br \/>\nAuch die Gespr\u00e4che habe er sehr genossen. &#8222;Ich genie\u00dfe es, mich mit Studierenden, Filminteressierten, Regisseuren und Crew-Mitgliedern \u00fcber Filme, Bilder und deren Entstehung zu unterhalten.&#8220;<br \/>\nDer 1945 im ostfranz\u00f6sischen Briey geborene Rousselot z\u00e4hlt seit den 70er Jahren zu den wichtigen Bildgestaltern der Post-Nouvelle-Vague-Generation. Er studierte an der \u00c9cole nationale sup\u00e9rieure Louis-Lumi\u00e8re, an der auch bereits der Marburger Kamerapreistr\u00e4ger Eduardo Serra seinen Abschluss machte. Danach stand Rousselot an der Seite von N\u00e9stor Almendros, dem er 1969 bei &#8222;Meine Nacht bei Maude&#8220; dem Regisseur \u00c9ric Rohmer assistierte.<br \/>\nSeinen internationalen Durchbruch feierte er 1981 mit dem Film &#8222;Diva&#8220; unter der Regie von Jean-Jacques Beineix. Dann folgten internationale Produktionen wie &#8222;Der Smaragdwald&#8220; unter der Regie von John Bormann oder &#8222;Gef\u00e4hrliche Liebschaften&#8220; unter der Regie von Stephen Frears. F\u00fcr die ikonischen Aufnahmen des Fliegenfischens in Robert Redfords &#8222;Aus der Mitte entspringt ein Fluss&#8220; wurde er 1993 in der Kategorie &#8222;Beste Kamera&#8220; mit dem Oscar geehrt.<br \/>\n&#8222;Alles, was in den vergangenen 30 bis 40 Jahren Rang und Namen hatte, stand schon vor seiner Kamera&#8220;, schw\u00e4rmte Prof. Dr. Malte Hagener, der die Leitung des Marburger Kamerapreises innehat. Neben dem Oscar, f\u00fcr den er zwei weitere Nominierungen bekam, erhielt Rousselot weitere renommierte Preise wie den British Academy of Film and Television Award (BAFTA), den C\u00e9sar und den American Society of Cinematographers Awards (ASC). Er ist Mitglied der Association fran\u00e7aise des directeurs de la photograpie cin\u00e9matographique (AFC) und der American Society of Cinematographer (ASC).<br \/>\nDie Auszeichnung mit dem Marburger Kamerapreis biete Rousselot ebenso wie seinen Vorg\u00e4nger*innen etwas, das keiner der gro\u00dfen internationalen Preise zu bieten habe, erkl\u00e4rte Michael Neubauer vom Berufsverband Kinematografie. Neben der Wertsch\u00e4tzung sei das auch die W\u00fcrdigung einer intellektuellen und kritischen Auseinandersetzung mit seiner Arbeit. &#8222;Herzst\u00fcck&#8220; der Auszeichnung sind laut Neubauer n\u00e4mlich die Bild-Kunst Kameragespr\u00e4che, bei denen Experten, Studierende und Besucher*innen mit dem Preistr\u00e4ger ins Gespr\u00e4ch kommen k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Gespr\u00e4che wurden zwei Jahre, bevor der Marburger Kamerapreis zum ersten Mal vergeben wurde, von Hubert Hetsch vom Kammer-Filmkunsttheater Marburg und Prof. Dr. Karl Pr\u00fcmm initiiert. Hetsch ist von der Wahl Rousselots total begeistert. Der Kameramann habe ein unglaubliches Gesp\u00fcr f\u00fcr Licht, f\u00fcr Farben und f\u00fcr Stimmungen.<br \/>\n&#8222;Damit hat er es vermocht, die K\u00e4lte der k\u00fcnstlichen, computergenerierten Bilder in Filmen wie ,Phantastische Tierwesen&#8216; zu \u00fcberwinden&#8220;, erkl\u00e4rte Hetsch. Die Bilder in einem Film m\u00fcssen immer zur Geschichte passen und das gelinge Philippe Rousselot auf herausragende Art und Weise.<br \/>\nDie Bild-Kunst Kameragespr\u00e4che, die in den Filmkunsttheatern im Capitol stattfanden, rahmten die Preisverleihung im Cineplex ein. Den Marburger Kamerapreis organisierten und leiteten Prof. Dr. Malte Hagener, Dr. Martin Jehle vom Institut f\u00fcr Medienwissenschaft der Philipps-Universit\u00e4t und der Fachdienst Kultur der Stadt Marburg. Musikalisch begleitet wurde die Preisverleihung von den Jazzrobots.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kameramann Philippe Rousselot malt Filme in Licht und Farbe. Er erhielt den 20. Marburger Kamerapreis 2020\/21.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[3],"tags":[1330,1331,2242],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-25T","jetpack-related-posts":[{"id":7946,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=7946","url_meta":{"origin":8053,"position":0},"title":"20 Preistr\u00e4ger: Auszeichnung f\u00fcr Kameramann Philippe Rousselot","date":"15. Oktober 2021","format":false,"excerpt":"Der 20. Marburger Kamerapreis geht an Philippe Rousselot. Ende Oktober kommt der Oscar-Preistr\u00e4ger nach Marburg. Bereits zum 20. 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