{"id":7954,"date":"2021-10-16T14:17:16","date_gmt":"2021-10-16T12:17:16","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=7954"},"modified":"2021-10-16T14:17:16","modified_gmt":"2021-10-16T12:17:16","slug":"lohnende-anregungen-stadt-und-kreis-wollen-wasserstoffregion-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=7954","title":{"rendered":"Lohnende Anregungen: Stadt und Kreis wollen Wasserstoffregion werden"},"content":{"rendered":"<p>Eine &#8222;Wasserstoffregion&#8220; wollen die Stadt und der Kreis werden. 60 Akteure entwickeln hier ein Konzept zur Nutzung von Wasserstoff als Energietr\u00e4ger. <!--more--><br \/>\nWie kann Wasserstoff in der Region hergestellt und genutzt werden? Mit diesen Fragen haben sich der Landkreis Marburg-Biedenkopf, die Stadtwerke Marburg (SWM) und die Universit\u00e4tsstadt Marburg gemeinsam im Rahmen des Projekts &#8222;HyStarter&#8220; des Bundesverkehrsministeriums befasst. Nach einem Jahr wurden nun die Ergebnisse pr\u00e4sentiert.<br \/>\nIm Landkreis sind die Umst\u00e4nde mit bereits vielen vorhandenen Biogasanlagen g\u00fcnstig &#8211; denn damit l\u00e4sst sich auch Wasserstoff herstellen.<br \/>\nAls eine von neun Regionen bundesweit und die einzige in Hessen hat Marburg-Biedenkopf an einem Modellprojekt des Bundesministeriums f\u00fcr Verkehr und digitale Infrastruktur zum Thema Wasserstoff teilgenommen. Den Abschlussbericht des Projekts &#8222;HyStarter&#8220; haben die Beteiligten nun vor 70 G\u00e4sten vorgestellt.<br \/>\n&#8222;Die kommunale Ebene ist die, auf der Klimaneutralit\u00e4t letztendlich angepackt werden muss&#8220;, sagte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies bei der Veranstaltung im Cineplex. Daf\u00fcr habe man nun weitere Ideen zusammengetragen. &#8222;Es m\u00fcssen Wege zur Klimaneutralit\u00e4t vorhanden sein und sie m\u00fcssen f\u00fcr alle gangbar sein&#8220;, forderte Spies.<br \/>\nInsgesamt 60 Akteure aus Wissenschaft und Verwaltung sowie Unternehmen haben bei &#8222;HyStarter&#8220; mitgemacht &#8211; darunter etwa Viessmann, der RMV, das Universit\u00e4tsklinikum Gie\u00dfen und Marburg (UKGM), die Philipps-Universit\u00e4t und die Technische Hochschule Mittelhessen (THM). Das Bundesverkehrsministerium habe das Projekt unterst\u00fctzt, indem es den Akteuren unterschiedliche Firmen zur Seite gestellt hat. Wie Heike Wagner vom Fachbereich L\u00e4ndlicher Raum und Verbraucherschutz des Landkreises ausf\u00fchrte, haben diese Firmen etwa bei der Konzeption und dem Projektmanagement mitgearbeitet.<br \/>\nStadtwerke-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Bernhard M\u00fcller sagte, allein mit reinem Strom k\u00f6nne Klimaneutralit\u00e4t nicht erreicht werden &#8211; aufgrund von ben\u00f6tigter Strommenge und begrenzter Speicherm\u00f6glichkeiten. Ein weiterer Baustein k\u00f6nne da Wasserstoff sein.<br \/>\n&#8222;Gerade im Flugverkehr kann Wasserstoff eine gro\u00dfe Rolle f\u00fcr die Klimaneutralit\u00e4t spielen&#8220;, erg\u00e4nzte der SPD-Bundestagsabgeordnete S\u00f6ren Bartol. Tilman Wilhelm von der NOW GmbH, die das Projekt begleitet hat, sagte: &#8222;Man muss mit Wasserstoff Geld verdienen k\u00f6nnen, er muss mit anderen Kraftstoffen mithalten k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\nMan m\u00fcsse das Angebot f\u00f6rdern und dann dem Markt \u00fcberlassen, was er daraus mache. Mit allein acht Biogasanlagen sei der Landkreis in der Biogasherstellung gut aufgestellt, erl\u00e4uterte Martin Hellwig von der Spilett new technologies GmbH. Mit diesen Anlagen k\u00f6nne auch Wasserstoff produziert werden.<br \/>\nSie seien dazu geeignet, pro Jahr 3.200 Tonnen des fl\u00fcchtigen Gases herzustellen. Dieses Gas k\u00f6nnte zu einem deutlich geringeren Preis als an anderen Tankstellen \u00fcblich angeboten werden zu 5,33 Euro je Kilogramm statt 7,98 Euro).<br \/>\nAuch mit anderen Anlagen zur Herstellung erneuerbarer Energien &#8211; Windkraft, Photovoltaik und Biomasse &#8211; l\u00e4sst sich Wasserstoff produzieren. Das bietet den Betreibern der Anlagen laut Abschlussbericht eine Perspektive, wenn die staatliche F\u00f6rderung durch das EEG-Gesetz aus dem Jahr 2000 nach 20 Jahren ausl\u00e4uft. Im Landkreis haben diese Anlagen das Potenzial f\u00fcr zus\u00e4tzliche 1.755 Tonnen Wasserstoff pro Jahr.<br \/>\nHellwig fasste die Aussagen zusammen: &#8222;Es kann also eine Wirtschaftlichkeit dargestellt werden, es gibt den politischen Willen und es ist technisch machbar.&#8220;<br \/>\nDie Idee sei, den Wasserstoffpreis und Mengen \u00fcber Vertr\u00e4ge festzulegen. &#8222;Preissicherheit und Mengensicherheit sorgen f\u00fcr Investitionssicherheit.&#8220; Dieses Modell k\u00f6nne in der Region ausprobiert werden.<br \/>\nBedarf an wasserstoff-betriebenen Fahrzeugen gebe es m\u00f6glicherweise bei Kommunen, so Juliane Arriens vom Reiner Lemoine Institut. Diese Fahrzeuge m\u00fcssen nach dem &#8222;Gesetz \u00fcber die Beschaffung sauberer Stra\u00dfenfahrzeuge&#8220; in Bezug auf emissionsarme und -freie PKW, Nutzfahrzeuge und Busse im \u00d6PNV Mindestziele erf\u00fcllen.<br \/>\n&#8222;Aber Wasserstoff kann nicht nur in Bezug auf Mobilit\u00e4t gedacht werden, sondern auch hinsichtlich der Energieversorgung der Industrie und im Bereich W\u00e4rme&#8220;, erkl\u00e4rte Arriens. Zudem k\u00f6nne er auch nicht nur per Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden, sondern auch aus Altreifen, M\u00fcll und Kl\u00e4rschlamm.<br \/>\n&#8222;Sie haben den Energiewendeprozess auf die Agenda gebracht&#8220;, sagte Dr. Justus Brans vom Hessischen Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung zu den Teilnehmern des Projekts. Der l\u00e4ndliche Raum biete im Gegensatz zu Ballungsr\u00e4umen deutlich h\u00f6heres Potenzial f\u00fcr die Herstellung von Wasserstoff. Um ihn &#8222;gr\u00fcn&#8220; zu machen, bed\u00fcrfe es f\u00fcr den Herstellungsprozess des weiteren intensiven Ausbaus erneuerbarer Energien.<br \/>\nEberhard Flammer, Pr\u00e4sident der IHK Lahn-Dill, hob die Bedeutung von Bildung hervor, auf die bei dem Projekt ein Schwerpunkt gelegt wurde: &#8222;Technologische Br\u00fcche sind immer auf Basis einer guten Bildung gemeistert worden.&#8220; So wurde im Zuge von &#8222;HyStarter&#8220; etwa ein Workshop vom Chemikum Marburg entwickelt, der auch mobil in Schulklassen und Betrieben durchgef\u00fchrt werden kann.<br \/>\nDabei zeigen die Mitarbeitenden beispielsweise an einem Modell, wie eine Wasserstoff-Brennstoffzelle funktioniert. Durch Wissensvermittlung soll die Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung gesichert werden. Zudem hat das Chemikum das Konzept f\u00fcr ein Pixi-Buch entworfen.<br \/>\nStefan Franke vom Fachdienst Klimaschutz und erneuerbare Energien des Landkreises sagte, zum Start einer &#8222;Wasserstoffbewegung&#8220; habe man sich bereits mit den Landkreisen Gie\u00dfen und Lahn-Dill zusammengetan. Auch weitere Landkreise &#8211; etwa der Vogelsbergkreis und Limburg-Weilburg &#8211; k\u00f6nnten noch mit einbezogen werden.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine &#8222;Wasserstoffregion&#8220; wollen die Stadt und der Kreis werden. 60 Akteure entwickeln hier ein Konzept zur Nutzung von Wasserstoff als Energietr\u00e4ger.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[6],"tags":[2696,506,3146],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-24i","jetpack-related-posts":[{"id":7333,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=7333","url_meta":{"origin":7954,"position":0},"title":"Drei sind dabei: Kreise wollen Wasserstoffregion werden","date":"4. 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