{"id":7952,"date":"2021-10-16T12:50:31","date_gmt":"2021-10-16T10:50:31","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=7952"},"modified":"2021-10-16T12:50:31","modified_gmt":"2021-10-16T10:50:31","slug":"betruegerische-anrufe-vielfalt-nutzt-einfalt-und-ueberraschung-aus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=7952","title":{"rendered":"Betr\u00fcgerische Anrufe: Vielfalt nutzt Einfalt und \u00dcberraschung aus"},"content":{"rendered":"<p>Fast jeden Tag nimmt die Polizei Anzeigen wegen Betrug auf. Die Vorgehensweisen der Betr\u00fcger sind dabei sehr vielf\u00e4ltig. <!--more--><br \/>\nDie betr\u00fcgerischen Anrufer gehen skrupellos vor. Die Geschichten klingen alle logisch und \u00e4u\u00dferst glaubw\u00fcrdig. F\u00fcr jede Nachfrage gibt es eine plausible Erkl\u00e4rung.<br \/>\nDie Betr\u00fcger am Telefon scheinen rhetorisch geschult. Sie gehen geschickt vor und erzielen zum Beispiel durch die Stimme oder durch einf\u00fchlsame und vertrauensbildende Gespr\u00e4chsf\u00fchrung eine gro\u00dfe Glaubw\u00fcrdigkeit; oder sie setzten auf die Schockwirkung ihres Anrufs. Sie reagieren auch auf die Aufkl\u00e4rungsarbeit der Polizei und ver\u00e4ndern sofort ihre Geschichten.<br \/>\nDas macht eine Pr\u00e4vention in Verbindung mit solchen Geschichten extrem schwer. Aus dieser Erfahrung heraus l\u00e4sst sich der beste Schutz davor, Opfer von Betr\u00fcgern zu werden, auf eine goldene Regel zusammenfassen: &#8222;Niemals aufgrund eines unerwarteten Anrufs, einer unvorhergesehenen elektronischen Nachricht oder eines Briefs oder bei einem unbestellten Besuch, f\u00fcr irgendetwas bezahlen und keine Daten preisgeben! Erst selbst recherchieren &#8211; dann helfen!&#8220;<br \/>\nImmer wieder berichtete die Polizei von dem Enkeltrick, \u00fcber Schockanrufe oder Anrufe angeblicher Polizeibeamter. In den letzten Tagen gab es dann Informationen zu Betr\u00fcgern am Telefon, die sich als \u00c4rzte oder Professoren ausgaben und versuchten, mit einer vorget\u00e4uschten Geschichte der angeblichen Notwendigkeit eines speziell einzufliegenden Medikaments zur Behandlung der Krankheit eines eingelieferten Angeh\u00f6rigen an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Leider waren diese Betr\u00fcger in Mittelhessen mehrfach erfolgreich und erbeuteten teilweise hohe f\u00fcnfstellige Betr\u00e4ge.<br \/>\nAu\u00dferdem nutzten Betr\u00fcger das Telefon f\u00fcr eine automatisierte Ansage. Mit dieser angeblichen Ansage des Bundessozialministeriums lockten die Betr\u00fcger ihre unwissenden Opfer mit dem Hinweis auf einen Missbrauch der Sozialversicherungsnummer auf eine kostenpflichtige Servicenummer und verursachten bei Kosten von 10 Euro pro Minute schnell hohe Kosten.<br \/>\nM\u00f6gliche Opfer sollten die&#8220;1&#8243; dr\u00fccken, um den weiteren Missbrauch zu verhindern. Wie viele Opfer es in diesem Zusammenhang alleine in Mittelhessen gibt, steht derzeit noch nicht fest.<br \/>\nAm Montag (11. Oktober) erhielt ein 48 Jahre alter Mann auf seinem Handy eine E-Mail angeblich von der Postbank. Diese Mail forderte ihn zur Eingabe des mitgelieferten Passworts auf.<br \/>\nDer Mann kam dem nach, was letztlich zu einer unbeabsichtigten \u00dcberweisung von 3.000 Euro f\u00fchrte. Von dem Betrug erfuhr er erst sp\u00e4ter durch die Bank.<br \/>\nEbenfalls am Montag (11. Oktober) reagierte eine 52 Jahre alte Frau auf eine SMS angeblich von ihrer Bank. Diese SMS forderte auf, einem Link zu folgen, um die Registrierung der Secure-App der Bank zu verl\u00e4ngern.<br \/>\nDieser Link f\u00fchrte auf eine t\u00e4uschend echt aussehende Seite, die nach und nach alle Zugangsdaten zum Konto und auch eine TAN zur Freigabe erfragte. Betr\u00fcger nutzten die so abgefischten Daten f\u00fcr eine \u00dcberweisung eines vierstelligen Betrags.<br \/>\nBereits im Oktober erhielt eine 69 Jahre alte Frau &#8211; verteilt auf mehrere Tage &#8211; mindestens zehn Anrufe. Angeblich ging es dabei um einen Lotteriegewinn von fast einer halben Million Euro.<br \/>\nLetztendlich kostete dieser versprochene Gewinn die Frau f\u00fcr angeblich notwendige Freischaltungen 3.500 Euro. Daf\u00fcr hatte sie wie gefordert Google Pay Karten erworben und die Codenummern telefonisch weitergegeben. Ihr Geld ist weg, der angek\u00fcndigte Gewinn aber bis heute nicht eingetroffen.<br \/>\nAm Dienstag (12. Oktober) wurde eine Frau Opfer eines Betr\u00fcgers, der sich als Mitarbeiter ihrer Bank ausgab. Tats\u00e4chlich erschien auch die echte Rufnummer der Bank im Display des Telefons der Angerufenen. Leider war das jedoch eine gef\u00e4lschte und per Computer genierte Rufnummer.<br \/>\nMan kann sich heute nicht mehr darauf verlassen, dass am Ende der Leitung tats\u00e4chlich derjenige ist, den die angezeigte Rufnummer suggeriert. Mit der fingierten Nummer gelang es dem angeblichen Bankangestellten, sein Opfer zu drei Bank\u00fcberweisungen zu \u00fcberreden. Am Nachmittag flog der Betrug mit einem Schaden von \u00fcber 4.300 Euro auf.<br \/>\nAm Donnerstag (14. Oktober) meldete sich bei der Polizei eine \u00fcber 70 Jahre alte Marburgerin. Sie war Betr\u00fcgern zum Opfer gefallen, die es mit der Masche &#8222;Gewinnversprechen&#8220; schafften, ihre gesamten Ersparnisse abzusch\u00f6pfen.<br \/>\nZwischen Freitag (1 Oktober) und Mittwoch (13 Oktober) erhielt sie einen Anruf eines angeblichen &#8222;Dr. Lehmann&#8220;. Er informierte sie \u00fcber einen Lotteriegewinn von fast 140.000 Euro. Gleichzeitig teilte er mit, dass sie von der betr\u00fcgerischen Firma durch die Mitteilung und \u00dcbersendung von Kleingewinnen \u00fcber die tats\u00e4chliche Gewinnsumme get\u00e4uscht worden sei.<br \/>\nTats\u00e4chlich hatte die Frau einen Monat zuvor zwei Gewinnbenachrichtigungen \u00fcber jeweils 2 Euro von einer angeblich in Wien sitzenden Firma erhalten. Durch weitere geschickte Gespr\u00e4chsf\u00fchrung \u00fcberzeugte &#8222;Dr. Lehmann&#8220; sein Opfer, drei \u00dcberweisungen im Gesamtwert von 9.300 Euro durchzuf\u00fchren. Als weitere 5.300 Euro f\u00fcr angebliche \u00dcberf\u00fchrungskosten und Polizeieskorte gefordert wurden, kamen dann Zweifel; und das Opfer erstattete Anzeige.<br \/>\n&#8222;Die F\u00e4lle zeigen deutlich das gemeine, perfide und vor allem skrupellose Vorgehen der Betr\u00fcger, sowie die <a href=\"http:\/\/marburg.news\/?p=5907\">Vielfalt von Betrugsmaschen<\/a>&#8222;, erkl\u00e4rte Polizeisprecher Martin Ahlich. &#8222;Leider gibt es davon noch viel mehr. Die F\u00e4lle zeigen aber auch, dass die goldene Regel gegriffen h\u00e4tte. In allen F\u00e4llen waren es unerwartete Anrufe oder Benachrichtigungen, die entweder zu direkten oder indirekten \u00dcberweisungen, Geldausgaben oder zur Preisgabe von Daten gef\u00fchrt haben.&#8220;<br \/>\nDarum r\u00e4t Ahlich: &#8222;Sch\u00fctzen Sie sich davor, Opfer von Betr\u00fcgern zu werden, indem Sie eben nicht sofort reagieren, sondern erstmal selbst nachfragen oder recherchieren und dann helfen. Geben sie nie Daten preis und \u00fcberweisen oder \u00fcbergeben Sie niemals aufgrund unerwarteter Nachrichten oder Anrufe Geld!&#8220;<\/p>\n<p>* pm: Polizei Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast jeden Tag nimmt die Polizei Anzeigen wegen Betrug auf. Die Vorgehensweisen der Betr\u00fcger sind dabei sehr vielf\u00e4ltig.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[6],"tags":[1281,81,16],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-24g","jetpack-related-posts":[{"id":8960,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=8960","url_meta":{"origin":7952,"position":0},"title":"Andere Anrufer: Betr\u00fcger einmal erfolgreich","date":"17. M\u00e4rz 2022","format":false,"excerpt":"Trotz st\u00e4ndig wiederkehrender Warnungen vor Betrug am Telefon gab es am Mittwoch (16. M\u00e4rz) ein Beinahe- und ein tats\u00e4chliches Opfer. Die Geld\u00fcbergabe erfolgte in der Ziegelstra\u00dfe. 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