{"id":7742,"date":"2021-09-09T17:45:00","date_gmt":"2021-09-09T15:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=7742"},"modified":"2021-09-09T17:45:00","modified_gmt":"2021-09-09T15:45:00","slug":"ganztag-gegen-benachteiligung-astrid-lindgren-schule-startet-als-erste","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=7742","title":{"rendered":"Ganztag gegen Benachteiligung: Astrid-Lindgren-Schule startet als Erste"},"content":{"rendered":"<p>Die Astrid-Lindgren-Schule geht als erste Marburger Grundschule in den Ganztag. Vier Klassen starten in das neue Angebot. <!--more--><br \/>\nDie Stadt Marburg und die Schule haben zwei Jahre intensiv mit der Bildungsst\u00e4tte am Richtsberg und dem Staatlichen Schulamt darauf hingearbeitet. Ziel ist es, bessere, individuellere Bildung und verl\u00e4ssliche Betreuung zu bieten.<br \/>\n&#8222;Im Zentrum der intensiven Arbeit in den vergangenen zwei Jahren standen dabei immer die Kinder&#8220;, betonte Stadtr\u00e4tin Kirsten Dinnebier. &#8222;F\u00fcr sie soll mit einem ,Bildungshaus am Richtsberg&#8216; ein Lern- und Lebensort geschaffen werden, an dem sie sich wohl f\u00fchlen, wo sie lernen k\u00f6nnen, gef\u00f6rdert und gefordert werden, toben k\u00f6nnen, R\u00fcckzugsorte finden, einfach im Freispiel ganz Kind sein k\u00f6nnen und so vieles mehr.&#8220; Gleichzeitig wolle die Stadt mit der Entwicklung hin zu einer Ganztagsschule auch bessere Bildungs- und Teilhabechancen f\u00fcr die Kinder am Richtsberg erm\u00f6glichen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern.<br \/>\nZum Schuljahrsbeginn 2021\/22 war es nun so weit. Als erste und mit etwa 380 Sch\u00fcler*innen gr\u00f6\u00dfte Marburger Grundschule ist die Astrid-Lindgren-Schule (ALS) gemeinsam mit der Bildungsst\u00e4tte am Richtsberg mit vier Klassen in einen verbindlichen Ganztag gestartet. F\u00fcr die knapp 80 Kinder der vier Ganztagsklassen hat sich der Schulalltag damit deutlich ver\u00e4ndert.<br \/>\nDienstags bis donnerstags sind sie jetzt immer bis 15 Uhr in der Schule. An diesen Tagen haben sie vormittags nicht nur Unterricht. Dienstag und Donnerstag gibt&#8217;s erst Unterricht, dann das sogenannte St\u00e4rkungsband und nach einem warmen Mittagessen und einer Pause dann nochmal Unterricht.<br \/>\nIm St\u00e4rkungsband werden den Kindern in Kleingruppen verschiedene Angebote gemacht, die sie individuell f\u00f6rdern und fordern. Das umfasst zum Beispiel Fu\u00dfball, Deutsch als Zweitsprache oder Improvisationstheater.<br \/>\nMittwoch ist der Unterricht weiterhin komplett vormittags &#8211; nach dem Mittagessen gibt es dann eine Projektzeit.<br \/>\nDer gro\u00dfe Vorteil des verpflichtenden Ganztags f\u00fcr die Kinder in den vier Klassen ist: eine echte Rhythmisierung von Unterricht und weiteren Bildungs-<br \/>\nund Spielangeboten wird m\u00f6glich. &#8222;Wir haben im Ganztag viel mehr M\u00f6glichkeiten, auf die Bed\u00fcrfnisse der Kinder einzugehen&#8220;, erl\u00e4uterte Schulleiterin Claudia Herwig. &#8222;Wir k\u00f6nnen schulische und au\u00dferschulische Inhalte viel besser im Tagesverlauf miteinander verkn\u00fcpfen und damit auch Phasen von Anspannung und Entspannung flexibler und bed\u00fcrfnisorientierter \u00fcber den Tag verteilen.&#8220;<br \/>\nDas wird auch dadurch m\u00f6glich, dass sich im Ganztag neben der Schule auch die Stadt Marburg mit personellen und fachlichen Ressourcen aktiv einbringt. Jede Ganztagsklasse wird geleitet von einem Klassenteam aus einer Lehrkraft der Astrid-Lindgren-Schule und einer p\u00e4dagogischen Fachkraft der bereits bestehenden Bildungsst\u00e4tte am Richtsberg, die schon seit Jahren verl\u00e4ssliche Betreuung nach der Schule bietet.<br \/>\n&#8222;Es ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass Kommunen eigene personelle Ressourcen in die Umsetzung des Ganztags einbringen&#8220;, erkl\u00e4rte Dinnebier. &#8222;Die Universit\u00e4tsstadt Marburg hat sich daf\u00fcr aber bewusst entschieden.&#8220;<br \/>\nSie fuhr fort: &#8222;Bereits als es erste Ganztagsschulentwicklungen in Marburg gab, stand f\u00fcr uns fest, dass wir als Stadt und Schultr\u00e4ger unsere personellen Ressourcen nicht zur\u00fcckfahren, wenn der Ganztagsausbau voranschreitet. Vielmehr wollen wir die Ressourcen der beiden Bereiche b\u00fcndeln, noch besser miteinander verzahnen und so zu einer weiteren Qualit\u00e4tsverbesserung von Unterricht und Betreuung beitragen.&#8220;<br \/>\nVon diesem Vorgehen profitieren letztendlich alle: Kinder, Familien, aber auch das Personal in den Einrichtungen. Auch r\u00e4umlich bringt der Ganztag Ver\u00e4nderungen mit sich. Den vier Ganztagsklassen stehen neben ihren Klassenr\u00e4umen noch zwei Differenzierungsr\u00e4ume zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nSie k\u00f6nnen f\u00fcr Kleingruppenarbeiten im Unterricht, f\u00fcr Angebote w\u00e4hrend des St\u00e4rkungsbandes oder aber auch als offene (R\u00fcckzugs-)R\u00e4ume genutzt werden. F\u00fcr die Kinder und Fachkr\u00e4fte in den Ganztagsklassen ist das eine deutliche Verbesserung. M\u00f6glich wurde das unter anderem durch kreative Alternativen f\u00fcr bislang anderweitig genutzte R\u00e4ume.<br \/>\nSo wurde der vormals station\u00e4re PC-Raum an der Schule beispielsweise durch einen Laptopwagen und IPads ersetzt. Das entspricht einerseits besser den heutigen technischen Gegebenheiten, andererseits erm\u00f6glicht es, das mobile Arbeiten mit dem PC oder Tablet.<br \/>\nAuch in der Bildungsst\u00e4tte gab es Ver\u00e4nderungen: Unter anderem wurde die Mittagsverpflegung f\u00fcr die Ganztagssch\u00fcler*innen sichergestellt. Daher wurde die Versorgungsk\u00fcche am Standort Karlsbader Weg 3 ausgebaut, Raumnutzungen ver\u00e4ndert und zus\u00e4tzliches flexibel nutzbares Mobiliar angeschafft.<br \/>\nJetzt k\u00f6nnen dort t\u00e4glich etwa 150 Kinder mit Mittagessen versorgt werden. Das umfasst sowohl die Kinder, die die Bildungsst\u00e4tte besuchen, als auch die Kinder, die am Ganztag teilnehmen.<br \/>\n&#8222;Der Anfang ist gemacht; mit Blick auf die Zukunft m\u00fcssen wir allerdings auch noch viele Herausforderungen bew\u00e4ltigen&#8220; sagte Dinnebier. &#8222;Derzeit verteilen sich die Astrid-Lindgren-Schule und Bildungsst\u00e4tte auf insgesamt vier Standorte am oberen Richtsberg.<br \/>\nIdeal ist das f\u00fcr den weiteren Ausbau des Ganztags noch nicht.&#8220; Der logistische und organisatorische Aufwand, der dadurch entsteht, dass Kinder im Verlauf des Tages Angebote an verschiedenen Standorten haben, ist f\u00fcr alle Beteiligten schon jetzt hoch. Bei einer kontinuierlichen Ausweitung des Ganztagskonzepts f\u00fcr alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erg\u00e4ben sich sehr schnell Grenzen in der Umsetzung von p\u00e4dagogischen und Raumnutzungskonzepten und zus\u00e4tzlicher Raumbedarf.<br \/>\nDa die Astrid-Lindgren-Schule bisher auch noch nicht \u00fcber eine eigene Cafeteria verf\u00fcgt, w\u00e4re die notwendige Mittagsversorgung aller knapp 400 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Ganztag unter den aktuellen Bedingungen nicht m\u00f6glich. Hier besteht f\u00fcr die Astrid-Lindgren-Schule durchaus ein Nachholbedarf gegen\u00fcber anderen Schulen im Stadtgebiet.<br \/>\nF\u00fcr die Kinder und Familien ist der Start des Ganztags mit einem Teil der Grundschulkinder ein guter und wichtiger Schritt.<br \/>\n&#8222;Bereits vor Schuljahresbeginn haben mich Eltern angesprochen und gefragt, ob ihr Kind, das n\u00e4chstes Jahr eingeschult werden soll, in eine Ganztagsklasse kommen kann&#8220;, berichtete Schulleitung Claudia Herwig. &#8222;Diese positive Resonanz der Eltern auf das, was wir hier geplant und umgesetzt haben, freut mich wirklich sehr und zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.&#8220;<br \/>\n&#8222;Wir m\u00f6chten der Stadt Marburg f\u00fcr ihr Engagement und die tolle Zusammenarbeit in diesem Projekt danken&#8220;, erkl\u00e4rte Gesche Herrler-Heycke vom Staatlichen Schulamt. Das wesentliche am Bildungshaus sei es, eine gerechte und allumfassende Bildung anzubieten. Auch Dr. Tina Heinzerling von der Bildungsst\u00e4tte am Richtsberg bedankte sich bei allen Beteiligten f\u00fcr das gute Zusammenwirken: &#8222;Es wurde genau das richtige Tempo gefahren, um die Idee des ,Bildungshauses am Richtsberg&#8216; angemessen umsetzen zu k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\nOrtsvorsteherin Erika Lotz-Halilovic erg\u00e4nzte: &#8222;Besonders hervorheben an diesem Projekt m\u00f6chte ich, dass stets eine vertrauensvolle Atmosph\u00e4re herrschte, in der eine offene und l\u00f6sungsorientierte Kommunikation gef\u00fchrt wurde &#8211; nur so konnte dieses Gro\u00dfprojekt erfolgreich ins Leben gerufen werden.&#8220;<br \/>\nDas bereits seit mehr als 25 Jahren vorhandene Betreuungsangebot der Bildungsst\u00e4tte bleibt auch mit dem Einstieg in den Ganztag bestehen. Es steht allen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Astrid-Lindgren-Schule offen, unabh\u00e4ngig davon, ob das Kind in einer Ganztags- oder Halbtagsklasse ist. Das stellt sicher, dass Kinder montags bis freitags bis 17 Uhr betreut werden k\u00f6nnen, wenn es die Familien ben\u00f6tigen.<br \/>\n&#8222;Je weiter die Ganztagsschulentwicklung an der Astrid-Lindgren-Schule voranschreitet, umso st\u00e4rker wird aber auch die Verzahnung mit der au\u00dferschulischen Bildungsarbeit der Bildungsst\u00e4tte&#8220;, erl\u00e4uterte Dinnebier. &#8222;Mit der Verkn\u00fcpfung verschiedener Professionen und unterschiedlicher Sichtweisen auf ein Kind sowie mit den vielf\u00e4ltigen Ans\u00e4tzen f\u00fcr die p\u00e4dagogische Arbeit von Schule und Bildungsst\u00e4tte, ist die Perspektive f\u00fcr ein zukunftsf\u00e4higes ,Bildungshaus am Richtsberg&#8216; geschaffen worden.&#8220;<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Astrid-Lindgren-Schule geht als erste Marburger Grundschule in den Ganztag. 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