{"id":7589,"date":"2021-08-16T14:24:28","date_gmt":"2021-08-16T12:24:28","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=7589"},"modified":"2021-08-16T14:24:28","modified_gmt":"2021-08-16T12:24:28","slug":"jugendliche-am-start-hilfe-beim-uebergang-schule-beruf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=7589","title":{"rendered":"Jugendliche am Start: Hilfe beim \u00dcbergang Schule-Beruf"},"content":{"rendered":"<p>Die Jugendberufshilfe von Stadt und Kreis bereitet &#8222;Wege in die Zukunft&#8220; . Sie arbeitet im Aufgabenverbund f\u00fcr soziale Teilhabe. <!--more--><br \/>\nNicht immer l\u00e4uft es geradlinig am \u00dcbergang von der Schule in einen Beruf. Jeder Weg an diesem \u00dcbergang bringt einige Herausforderungen mit sich, vor allem auch wenn die Sprache eine Barriere darstellt. Die Jugendberufshilfe von Stadt und Landkreis steht jungen Menschen zwischen 12 und einschlie\u00dflich 26 Jahren bei diesem \u00dcbergang zur Seite &#8211; als ein Beitrag zur Sicherstellung sozialer Teilhabe.<br \/>\n&#8222;Der \u00dcbergang Schule-Beruf ist nicht nur gepr\u00e4gt von der Weichenstellung zur beruflichen Zukunft&#8220;, sagte Stadtr\u00e4tin Kirsten Dinnebier. Die Jugend- und Bildungsdezernentin f\u00fchrte das n\u00e4her aus: &#8222;In dieser Lebensphase besch\u00e4ftigen sich junge Menschen mit Fragen wie ,Wer bin ich und wie will ich sein? Wo geh\u00f6re ich hin und zu wem dazu?&#8216;. Diese Phase ist somit ein Balanceakt zwischen dem Finden subjektiver Freiheit und sozialer Zugeh\u00f6rigkeit sowie der \u00dcbernahme von Verantwortung f\u00fcr sich und als Mitglied der Gesellschaft.&#8220;<br \/>\nAufgabe der Jugendhilfe sei, diejenigen Jugendlichen dabei zu unterst\u00fctzen, die auf wenig famili\u00e4re Unterst\u00fctzung zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen, und so einen Beitrag zur Sicherstellung der sozialen Teilhabe zu leisten. W\u00e4hrend dieser Phase steht die Jugendberufshilfe von Stadt und Landkreis jungen Menschen zwischen 12 und 26 Jahren offen. Sie ist in einem Aufgabenverbund der Stadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf t\u00e4tig und wirkt aktiv im regionalen Netzwerk zur &#8222;Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im \u00dcbergang Schule-Beruf&#8220; (OloV) mit.<br \/>\nDas Ziel der landesweiten OloV-Strategie ist, die Qualit\u00e4t der Prozesse im \u00dcbergang Schule-Beruf zu sichern. &#8222;Eine optimale Vernetzung der Akteurinnen und Akteure auf dem Ausbildungsmarkt in Abstimmung mit den Unterst\u00fctzungsangeboten der Jugendhilfe in unserer Region ist uns ein gro\u00dfes Anliegen&#8220;, erkl\u00e4rte Landr\u00e4tin Kirsten Fr\u00fcndt.<br \/>\nNeben dieser Vernetzung sei auch die Sprache ein Schl\u00fcssel zum Erfolg bei der Unterst\u00fctzung junger Menschen. &#8222;M\u00f6gliche sprachliche Barrieren abzubauen ist ganz entscheidend, damit sich die jungen Menschen voll entfalten k\u00f6nnen. Zumal sie gerade auch vor dem Hintergrund des Fachkr\u00e4ftemangels und der \u00e4lter werdenden Bev\u00f6lkerung in Gegenwart und Zukunft eine wichtige Rolle auf dem Arbeitsmarkt spielen werden&#8220;, erl\u00e4uterte die Landr\u00e4tin.<br \/>\nDie Beratung kann in den R\u00e4umen des Kreisjobcenters (KJC) oder den Au\u00dfenstellen des Landkreises stattfinden, aber auch an anderen individuell vereinbarten Orten. &#8222;Die Kolleg*innen der Beratungsstelle sind je nach Wohnort der jungen Menschen direkt f\u00fcr die Anliegen und Fragen der Ratsuchenden da&#8220;, berichtete Rosa Fink. &#8222;Mit viel Kreativit\u00e4t schauen wir dann gemeinsam, was bei der Kl\u00e4rung der Frage und der Suche nach Orientierung helfen kann. Dies kann auch bei einem Gang zu einem potentiellen Arbeitgeber passieren &#8211; oder bei einem Spaziergang.&#8220;<br \/>\nDie Beraterin ist eine von f\u00fcnf Fachkr\u00e4ften der beiden Jugendberufshilfen. Manche Jugendliche ben\u00f6tigen Unterst\u00fctzung bei der Suche nach Sprachschulen wie zum Beispiel Rayan Kattan. Die inzwischen 21-j\u00e4hrige Frau befindet sich im ersten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Zahnarztassistentin und macht nebenbei ihren F\u00fchrerschein.<br \/>\nDass die Sprache eine der schwierigsten Barrieren ist, berichten auch andere. &#8222;Ich war immer gut in Mathematik. Aber hier ist es schwierig zu zeigen, was ich kann, da alle F\u00e4cher auf Deutsch unterrichtet werden und die Noten immer am Verst\u00e4ndnis der Sprache h\u00e4ngen&#8220;, berichtete Habib Ali Syed. &#8222;Auch wenn ich alle Rechenwege kenne, muss ich erst einmal die Aufgabe verstehen, damit ich wei\u00df, was ich ausrechnen soll. Die Sprache zu lernen war daher am Anfang das Wichtigste f\u00fcr mich.&#8220;<br \/>\nSeine Schwester Asma Maz Syed berichtet zudem von weiteren Startschwierigkeiten: &#8222;Ich war auf der Hauptschule und wusste am Anfang gar nicht, was das eigentlich bedeutet, und wof\u00fcr die anderen Schulformen da sind.&#8220; Ihrs habe sehr geholfen, dass sie durch eine Fachkraft der Jugendberufshilfe erst einmal das deutsche Schulsystem erkl\u00e4rt bekommen hat.<br \/>\nDie 19-j\u00e4hrige Frau hat inzwischen ihren qualifizierenden Realschulabschluss bestanden und nimmt jetzt ihr Fachabitur in Angriff. Im Anschluss daran m\u00f6chte sie IT studieren.<br \/>\nWeitere Ratsuchende brauchen eher Hilfe bei Bewerbungen. Yavuz Evdem hat ebenfalls einen qualifizierenden Realschulabschluss erreicht und schlie\u00dft demn\u00e4chst das Fachabitur an. Er m\u00f6chte soziale Arbeit studieren und jungen Menschen zur Seite stehen &#8211; so wie er von der Jugendberufshilfe unterst\u00fctzt wurde.<br \/>\n&#8222;Frau Fink hat mir dabei geholfen, einen Job zu finden&#8220;, erinnert sich der 18-j\u00e4hrige Mann. &#8222;Au\u00dferdem hat sie mich in der Kommunikation mit meiner Familie unterst\u00fctzt, wenn es um meine berufliche Zukunft ging.&#8220;<br \/>\nAndere Jugendliche w\u00fcnschen sich beispielsweise die Begleitung zu einer Praktikumsstelle oder die gemeinsame Kontaktaufnahme zu einem m\u00f6glichen Arbeitgeber beziehungsweise zu einer m\u00f6glichen Arbeitgeberin. &#8222;Der Fokus liegt auf dem Tempo der Jugendlichen&#8220;, erl\u00e4uterte die P\u00e4dagogin Katja Schirmbeck.<br \/>\nWichtig sei, dass die jungen Menschen die n\u00f6tigen Schritte aus eigener Kraft gehen. Denn die Erfahrung habe gezeigt, dass L\u00f6sungen, die nicht von der oder dem Jugendlichen selbst entwickelt wurden, auf lange Sicht oft nicht erfolgversprechend sind. Entscheidend sei die Beziehungsarbeit und das gro\u00dfe Vertrauen zueinander. Daher wurde auch w\u00e4hrend der gesamten Corona-Pandemie der pers\u00f6nliche Kontakt angeboten und aufrechterhalten.<br \/>\n&#8222;Eine besondere Herausforderung ist es, eine gute Balance zwischen der Funktion als Helfer*in und der Hilfe zur Selbsthilfe zu finden&#8220;, erkl\u00e4rte Fachdienstleiterin Nancy Bartholomes von der Jugendf\u00f6rderung des Kreises. &#8222;Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen wissen, dass sie bei uns ein Netz haben, dass sie auff\u00e4ngt und ihnen hilft.&#8220; Auf der anderen Seite sollten sie mit der Zeit lernen, dass sie sich mehr und mehr auch auf sich selbst und nicht nur auf andere verlassen k\u00f6nnen, damit sie selbst\u00e4ndiger werden und die Hilfe mit der Zeit nicht mehr brauchen.&#8220; Nur so k\u00f6nne die Hilfe nachhaltig wirken.<br \/>\nDiese vertrauensvolle Bindung zwischen Begleitenden und Ratsuchenden ist unter anderem auch deshalb so wichtig, weil nicht alle Jugendlichen auf die Unterst\u00fctzung der Eltern zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. So ist es beispielsweise einem 20-j\u00e4hrigen Mann gegangen, der im Alter von 15 Jahren als Gefl\u00fcchteter mit seinem Onkel nach Deutschland kam, der aber kurz darauf verstarb. Inzwischen besitzt der junge Mann einen Hauptschulabschluss und befindet sich bereits im zweiten Ausbildungsjahr zum Zahntechniker. Ihm hat die Jugendberufshilfe bei Bewerbungen geholfen und Kontakt zu Ausbildungsstellen aufgenommen.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Jugendberufshilfe von Stadt und Kreis bereitet &#8222;Wege in die Zukunft&#8220; . 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