{"id":7391,"date":"2021-07-13T14:24:31","date_gmt":"2021-07-13T12:24:31","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=7391"},"modified":"2021-07-13T14:24:31","modified_gmt":"2021-07-13T12:24:31","slug":"ansatz-und-foerderung-geld-fuer-zwei-innovative-projekte-zu-mikroplastik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=7391","title":{"rendered":"Ansatz und F\u00f6rderung: Geld f\u00fcr zwei innovative Projekte zu Mikroplastik"},"content":{"rendered":"<p>Mikroplastik steht im Fokus innovativer Forschung. Zwei Marburger Projekte zu Mikroplastik waren bei der LOEWE-Exploration erfolgreich. <!--more--><br \/>\nDas Land Hessen unterst\u00fctzt in der neuen F\u00f6rderlinie &#8222;LOEWE-Exploration&#8220; unkonventionelle innovative Forschung. Die Philipps-Universit\u00e4t hat mit zwei Projekten zum Nachweis und zur Herkunft von Mikroplastik gepunktet und erh\u00e4lt eine Gesamtf\u00f6rderung von etwa 500.000 Euro.<br \/>\n&#8222;Die Belastung der Umwelt mit Mikroplastik geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen globalen Problemen der Gegenwart&#8220;, erkl\u00e4rte Universit\u00e4ts-Vizepr\u00e4sident Prof. Dr. Michael B\u00f6lker. &#8222;Mit unserer Forschung leisten wir einen innovativen Beitrag f\u00fcr eine nachhaltige L\u00f6sung dieses Problems. Ich freue mich sehr \u00fcber den Erfolg der Universit\u00e4t in der neuen F\u00f6rderlinie und gratuliere allen Beteiligten sehr herzlich.&#8220;<br \/>\nDr. Marina Gerhard aus dem Fachbereich Physik bringt Mikroplastikteilchen mit UV-Licht zum Leuchten und erforscht, wie genau man mit dieser relativ kosteng\u00fcnstigen Messmethode Mikroplastik nachweisen kann. Das Projekt &#8222;Identifikation von Mikroplastik mit Photolumineszenz-Anregungsspektroskopie&#8220; wird f\u00fcr zwei Jahre mit insgesamt gut 220.000 Euro gef\u00f6rdert.<br \/>\nMikroplastik belastet die Umwelt, vergiftet die Meere und beschleunigt das Artensterben. Um die Belastung zu verringern, sind pr\u00e4zise Analysemethoden zu Art und Herkunft der Plastikteilchen n\u00f6tig. Bisherige Verfahren sind teuer und kommen deshalb kaum zum Einsatz.<br \/>\nZiel des Projekts ist ein potenziell sehr kosteng\u00fcnstiger Ansatz, der eine besondere Eigenschaft von Plastik-Materialien nutzt: Sie leuchten &#8211; genauer: lumineszieren &#8211; unter Anregung mit ultraviolettem Licht, und zwar je nach Farbe des anregenden Lichts und materialspezifischen Eigenschaften unterschiedlich. Mit der Lumineszenz-Anregungsspektroskopie k\u00f6nnen Materialien deshalb identifiziert werden.<br \/>\n&#8222;Der gro\u00dfe Vorteil von Lumineszenzmessungen liegt darin, dass sie technisch nicht so anspruchsvoll sind wie bislang etablierte Verfahren zur Untersuchung von Mikroplastik&#8220;, erkl\u00e4rte Dr. Marina Gerhard. &#8222;Sie liefern uns aber andererseits auch nicht immer ganz eindeutige Ergebnisse in Bezug auf die Materialsorte. Die Herausforderung dieses Projekts besteht also darin, die Methode so weiterzuentwickeln, dass sie materialspezifische Details sichtbar macht.&#8220;<br \/>\nDie Physikerin tritt zum 1. September eine Tenure-Track-Professur am Fachbereich Physik der Philipps-Universit\u00e4t an. Ist ihr Projekt erfolgreich, w\u00e4ren idealerweise auch gr\u00f6\u00dfer angelegte Studien zur Verteilung von Mikroplastik m\u00f6glich.<br \/>\nProf. Dr. Peter Lenz und Prof. Dr. Martin Koch aus dem Fachbereich Physik erforschen die Herkunft von Mikroplastik in der Lahn. Ihr Projekt &#8222;Entwicklung eines Modells zur Simulation von Stoffstr\u00f6men im Bereich Mikroplastik&#8220; wird in den kommenden zwei Jahren mit insgesamt etwa 275.000 Euro gef\u00f6rdert.<br \/>\nMikroplastik ger\u00e4t durch Kosmetika und andere Gebrauchsprodukte oder durch die Zersetzung von Plastikm\u00fcll in die Umwelt. Das Projekt will einerseits die Zersetzung von Kunststoffpartikeln und andererseits die Verteilung von Mikroplastik in der Umwelt im Computer simulieren und experimentellen Daten und Messungen gegen\u00fcberstellen.<br \/>\nKonkret soll der Zerkleinerungsprozess von acht verschiedenen Basispolymeren in Laborexperimenten untersucht und die Mikroplastikbelastung in der Lahn \u00fcber eine L\u00e4nge von 30 Kilometern ermittelt werden. Sollte die Modellbildung erfolgreich sein, w\u00e4re das der erste Schritt zu einem Vorhersagesystem hinsichtlich der zu erwartenden Belastung der Umwelt mit Mikroplastik.<br \/>\n&#8222;In unserem Projekt w\u00e4hlen wir einen v\u00f6llig neuen quantitativen Zugang zur Untersuchung der Verteilung von Mikroplastik in der Umwelt, der auf einer engen Verzahnung von Theorie und Experiment beruht&#8220;, erkl\u00e4rte Lenz. &#8222;Wir freuen uns sehr \u00fcber die F\u00f6rderung durch ,LOEWE-Exploration&#8216;, vor allem weil die Mikroplastikforschung noch sehr am Anfang steht. Durch unser Projekt soll ausgelotet werden, inwiefern hier Methoden aus der Grundlagenforschung erfolgreich eingebracht werden k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\nIn der neuen F\u00f6rderlinie &#8222;LOEWE-Exploration&#8220; f\u00fcr unkonventionelle innovative Forschung erhalten zw\u00f6lf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Landesmittel f\u00fcr ihre mutigen Forschungsans\u00e4tze. Das hat die LOEWE-Verwaltungskommission auf Grundlage der Empfehlungen des LOEWE-Programmbeirats entschieden. Die ausgew\u00e4hlten Forschungsprojekte werden aus dem Forschungsf\u00f6rderprogramm LOEWE ausgestattet mit Projektmitteln von insgesamt gut drei Millionen Euro f\u00fcr die Laufzeit von zwei Jahren.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mikroplastik steht im Fokus innovativer Forschung. Zwei Marburger Projekte zu Mikroplastik waren bei der LOEWE-Exploration erfolgreich.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[26,758,133],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-1Vd","jetpack-related-posts":[{"id":1160,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=1160","url_meta":{"origin":7391,"position":0},"title":"Guter Rat scheint teuer: Umweltschutz durch &#8222;CitizenLab Mikroplastik&#8220; der Uni","date":"29. September 2017","format":false,"excerpt":"Beim \"CitizenLab Mikroplastik\" k\u00f6nnen B\u00fcrger eigene Forschungsarbeiten durchf\u00fchren. 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