{"id":7184,"date":"2021-06-10T14:28:41","date_gmt":"2021-06-10T12:28:41","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=7184"},"modified":"2021-06-10T14:28:41","modified_gmt":"2021-06-10T12:28:41","slug":"gehoert-corona-sprechstunde-fuer-kinder-und-jugendliche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=7184","title":{"rendered":"Geh\u00f6rt: Corona-Sprechstunde f\u00fcr Kinder und Jugendliche"},"content":{"rendered":"<p>Eine Corona-Sprechstunde f\u00fcr Kinder und Jugendliche bietet Raum f\u00fcr \u00c4ngste, Sorgen und Probleme junger Menschen. Darauf weist die Stadt Marburg hin. <!--more--><br \/>\nKinder und Jugendliche sind seit mehr als einem Jahr in besonderem Ma\u00dfe den emotionalen und psychischen Belastungen in Folge der Corona-Pandemie ausgesetzt. \u00dcberf\u00fcllte Sprechstunden und junge Menschen, die das Gef\u00fchl haben, nicht gesehen und geh\u00f6rt zu werden, sind die Folge. Durch einen dringlichen Appell zweier Marburger Sch\u00fclerinnen ist deutlich geworden, wie wichtig es auch in der Universit\u00e4tsstadt ist, jungen Menschen in dieser belastenden Zeit R\u00e4ume zu schaffen.<br \/>\nDaher bietet die Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapieambulanz der Philipps-Universit\u00e4t in Zusammenarbeit mit der Stadt Marburg ab sofort die Corona-Sorgensprechstunde f\u00fcr Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren an. &#8222;Das vergangene Jahr war und ist immer noch eine Herausforderung f\u00fcr alle Menschen&#8220;, erkl\u00e4rte Stadtr\u00e4tin Kirsten dinnebier. &#8222;Doch es sind die Kinder und Jugendlichen, deren Stimmen noch zu wenig geh\u00f6rt werden. Gerade sie m\u00fcssen wir unterst\u00fctzen.&#8220;<br \/>\nZu ihnen geh\u00f6rt Sarah B\u00f6sner. Gemeinsam mit einer weiteren Sch\u00fclerin der Martin-Luther-Schule (MLS) hat sie sich im M\u00e4rz mit genau diesem Anliegen sogar an die Landesregierung gewandt. &#8222;Das hat deutlich gemacht, wie wichtig es auch hier in Marburg ist, diesen jungen Menschen R\u00e4ume zu geben, in denen sie geh\u00f6rt werden&#8220;, sagte die Stadtr\u00e4tin.<br \/>\n&#8222;Was vor allem nicht gesehen wird, ist die gro\u00dfe Anpassungsleistung, die die junge Generation seit nun \u00fcber einem Jahr stemmt&#8220;, erl\u00e4uterte Prof. Dr. Hanna Christiansen von der Philipps-Universit\u00e4t. Die Psychologin verwies darauf, dass die elementaren Grundlagen f\u00fcr eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen praktisch entfallen. Dazu z\u00e4hlt sie das soziale Miteinander, formale oder informelle Begegnungen, das Sammeln und gemeinsame Durchstehen von Erfahrungen.<br \/>\n&#8222;All dies fehlt&#8220;, best\u00e4tigte die Psychotherapeutin Dr. Kristin Gilbert. &#8222;Wir warnen eindringlich davor, Lebensr\u00e4me zu schlie\u00dfen und gleichzeitig keine alternativen R\u00e4ume f\u00fcr Begegnungen und soziale Einbindung f\u00fcr p\u00e4dagogische und therapeutische Unterst\u00fctzung zu \u00f6ffnen.&#8220;<br \/>\nDie beiden Frauen betrachten mit vielen ihrer Kolleginnen und Kollegen die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen entsprechend mit gro\u00dfer Sorge. Studien zeigen, dass die Rate psychischer Belastungen bei Kindern und Jugendlichen von 18 Prozent vor der Pandemie auf 33 Prozent gestiegen ist bei einer Abnahme gesundheitsbezogener Lebensqualit\u00e4t. Christiansen, Gilbert und ihre Kolleg*innen begegnen dem tagt\u00e4glich.<br \/>\nSie erleben junge Menschen, die verzweifelt, einsam und hilflos, traurig und w\u00fctend sind. Sie haben negative Gedanken, \u00c4ngste und Zukunfts-Sorgen, etwa wie es mit der Schule weitergeht oder ob sie einen Ausbildungsplatz bekommen. Das \u00e4u\u00dfert sich mitunter in depressiven Symptomen, Angst und Anspannung bis hin zu selbstverletzendem Verhalten und suizidalen Krisen.<br \/>\nAllen gemeinsam ist die h\u00e4ufig formulierte Entt\u00e4uschung dar\u00fcber, nicht geh\u00f6rt und gesehen zu werden. &#8222;Wenn Jugendliche sagen, es interessiert sich sowieso niemand f\u00fcr uns, dann ist es unser gemeinsamer Auftrag, diesen Jugendlichen eine Stimme zu geben&#8220;, betonte Jugendamtsleiterin Stefanie Lambrecht.<br \/>\nMit der Corona-Sorgensprechstunde soll daher vor Ort in Marburg ein Raum f\u00fcr Kinder und Jugendliche ge\u00f6ffnet werden, in dem ihnen zugeh\u00f6rt und sie konkret und professionell unterst\u00fctzt werden. Daran arbeiten nun das Jugendamt der Stadt Marburg und die Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutische Ambulanz der Philipps-Universit\u00e4t (KJ-PAM) gemeinsam.<br \/>\nKinder und Jugendliche ab zehn Jahren erhalten mit diesem Angebot die M\u00f6glichkeit, \u00fcber ihre Gef\u00fchle, Sorgen und \u00c4ngste offen und vertraulich zu sprechen und auch konkrete Unterst\u00fctzung f\u00fcr diese schwierige Situation zu erhalten. Die Sprechstunde findet in den R\u00e4umlichkeiten der KJ-PAM in der Gutenbergstra\u00dfe 29 in Marburg, statt. Das Angebot umfasst bis zu sechs Sprechstunden \u00e0 50 Minuten und wird \u00fcber die Krankenkassenkarte abgerechnet, sodass keine Kosten auf diejenigen zukommen, die das Angebot in Anspruch nehmen.<br \/>\nZur Anmeldung, bei Interesse und Fragen reicht eine E-Mail an kristin.gilbert@staff.uni-marburg.de.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Corona-Sprechstunde f\u00fcr Kinder und Jugendliche bietet Raum f\u00fcr \u00c4ngste, Sorgen und Probleme junger Menschen. 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