{"id":7093,"date":"2021-05-25T12:13:55","date_gmt":"2021-05-25T10:13:55","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=7093"},"modified":"2021-05-25T12:13:55","modified_gmt":"2021-05-25T10:13:55","slug":"sonderforschungsbereich-99-millionen-zu-erkenntnissen-ueber-rna-viren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=7093","title":{"rendered":"Sonderforschungsbereich: 9,9 Millionen zu Erkenntnissen \u00fcber RNA-Viren"},"content":{"rendered":"<p>Die DFG f\u00f6rdert den Sonderforschungsbereich zu RNA-Viren f\u00fcr weitere vier Jahre. Er verfolgt die Spur der Viren. <!--more--><br \/>\nVirusinfektionen sind eine gro\u00dfe Bedrohung f\u00fcr die Gesundheit, das zeigt gerade die Corona-Pandemie. Seit Ausbruch der Pandemie vor mehr als einem Jahr steht die Erforschung von RNA-Viren nicht nur f\u00fcr Expertinnen und Experten im Fokus des Interesses.<br \/>\nDer Sonderforschungsbereich 1021 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) widmet sich der Erforschung von Biologie, Wirtsantwort und Pathogenese von RNA-Viren. Nun erh\u00e4lt er eine F\u00f6rderung von insgesamt 9,9 Millionen Euro f\u00fcr eine weitere F\u00f6rderphase bis 2024.<br \/>\nBei RNA-Viren besteht das Erbgut aus Ribonukleins\u00e4ure (Ribonucleic Acid). Dabei handelt es sich um , ein Makromolek\u00fcl, das bei der Umsetzung der Erbinformation in Eiwei\u00dfe eine entscheidende Rolle spielt. Der SFB erforscht RNA-Viren aus verschiedenen Familien.<br \/>\nDarunter sind auch hochpathogene Krankheitserreger wie das Ebola-Virus, das Nipah-Virus und das MERS-Coronavirus, die h\u00e4morrhagisches Fieber, Hirnentz\u00fcndungen oder ein akutes Atemnotsyndrom verursachen. RNA-Viren haben das Potenzial, gro\u00dfe Epidemien und Pandemien zu verursachen. Beispiele sind die Grippepandemien, zuletzt 2009, der Ebola-Ausbruch 2014 oder die aktuelle Corona-Pandemie.<br \/>\n&#8222;Je besser wir die molekularen Grundlagen der \u00dcbertragung und Vermehrung von RNA-Viren verstehen, desto besser sind wir auf zuk\u00fcnftige Virusepidemien und -pandemien vorbereitet und k\u00f6nnen zu ihrer Bek\u00e4mpfung beitragen&#8220;, erkl\u00e4rte SFB-Sprecher Prof. Dr. Stephan Becker von der Philipps-Universit\u00e4t. &#8222;Ich freue mich deshalb sehr dar\u00fcber, dass wir die Chance erhalten, die Grundlagenforschung in diesem wichtigen Bereich weiterzuf\u00fchren.&#8220;<br \/>\nRNA-Viren sind f\u00fcr die Forschung deshalb von besonderem Interesse, weil sie w\u00e4hrend der Vervielf\u00e4ltigung ihres Erbguts keine Fehlerkorrektur vornehmen, wodurch es zu einer gro\u00dfen Variabilit\u00e4t der produzierten neuen Viren kommt. Das erm\u00f6glicht den RNA-Viren eine schnelle Anpassung an ver\u00e4nderte Umweltbedingungen, indem sich Virusvarianten durchsetzen, die sich unter neuen Bedingungen oder in neuen Wirten effizienter vermehren und h\u00e4ufig auch besser \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDer stellvertretende SFB-Sprecher Prof. Dr. John Ziebuhr von der Justus-Liebig-Universit\u00e4t (JLU) Gie\u00dfen betonte: &#8222;Die Erforschung von RNA-Viren hat eine lange Tradition an den Universit\u00e4ten Gie\u00dfen und Marburg, die sich auch in der aktuellen Coronavirus-Pandemie hervorragend bew\u00e4hrt hat. Es best\u00e4tigt sich erneut, dass Erkenntnisse der virologischen Grundlagenforschung wesentliche Voraussetzungen f\u00fcr die erfolgreiche Bek\u00e4mpfung von Virusinfektionen liefern zum Beispiel bei der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen.&#8220;<br \/>\nUniversit\u00e4tspr\u00e4sidentin Prof. Dr. Katharina Krause gratulierte Becker und seinem Team: &#8222;Die Expertise im Forschungscampus Mittelhessen geh\u00f6rt in der Erforschung hochpathogener Viren zur nationalen und internationalen Spitze. Dass nach der Empfehlung des Wissenschaftsrates f\u00fcr das neue BSL-4-Labor an der Philipps-Universit\u00e4t Marburg nun auch der SFB der Universit\u00e4ten Marburg und Gie\u00dfen weiter von der DFG gef\u00f6rdert wird, ist ein klarer Beleg f\u00fcr diese Spitzenposition. Das freut mich sehr und ich gratuliere den Verantwortlichen sehr herzlich zu diesem Erfolg.&#8220;<br \/>\nIm Sonderforschungsbereich 1021 &#8222;RNA Viren: Metabolismus viraler RNA, Immunantwort der Wirtszellen und virale Pathogenese&#8220; arbeiten Forscherinnen und Forscher der Universit\u00e4ten Marburg und Gie\u00dfen seit 2013 an der Erforschung von RNA-Viren. Die nun geplanten Studien werden in den drei gro\u00dfen Projektbereichen Struktur und Metabolismus viraler RNA, virale Pathogenit\u00e4tsfaktoren sowie zellul\u00e4re Antworten auf RNA-Virusinfektionen durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDer SFB 1021 setzt modernste Technologien &#8211; wie zum Beispiel Genom- und Proteom-Analysen ein, um neue Erkenntnisse \u00fcber grundlegende Aspekte der RNA-Virusreplikation und \u00fcber die Wechselwirkungen viraler Faktoren mit zellul\u00e4ren Signalwegen und regulatorischen Netzwerken zu gewinnen, die an der Schnittstelle zwischen Virus und Wirt wirken und die Pathogenit\u00e4t von RNA-Viren bei Mensch und Tier bestimmen. Der Sonderforschungsbereich verfolgt einen multidisziplin\u00e4ren Ansatz und bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit umfassender Expertise in der RNA-Virusforschung mit Forscherinnen und Forschern aus verwandten und\/oder erg\u00e4nzenden Disziplinen wie der Immunologie, Zellbiologie, RNA-Biochemie, Allergologie, Infektionsmedizin und Pharmakologie zusammen.<br \/>\nDie Sprecherschaft liegt beim Direktor des Instituts f\u00fcr Virologie der Philipps-Universit\u00e4t. Stellvertretender SFB-Sprecher ist der Leiter des Instituts f\u00fcr medizinische Virologie der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen. Ebenfalls beteiligt am SFB ist seit 2017 das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die DFG f\u00f6rdert den Sonderforschungsbereich zu RNA-Viren f\u00fcr weitere vier Jahre. 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