{"id":6906,"date":"2021-04-21T12:51:55","date_gmt":"2021-04-21T10:51:55","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=6906"},"modified":"2021-04-21T12:51:55","modified_gmt":"2021-04-21T10:51:55","slug":"geruestbau-fuer-gehirn-forscher-fanden-wirkung-bei-wachstum-heraus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=6906","title":{"rendered":"Ger\u00fcstbau f\u00fcr Gehirn: Forscher fanden Wirkung bei Wachstum heraus"},"content":{"rendered":"<p>Das Protein &#8222;CAP1&#8220; leitet Nervenzellen beim Wachsen. Ein Forschungsteam beleuchtet, wie das Zellskelett bei der Hirnentwicklung mitwirkt. <!--more--><br \/>\nOhne Ger\u00fcstbau gibt es keine Hirnentwicklung. Fallen in Nervenzellen diejenigen Proteine aus, die den Aufbau des Zellskeletts steuern, so kommt es zu Sch\u00e4den im wachsenden Hirn. Das hat eine Forschungsgruppe aus den Lebenswissenschaften herausgefunden, indem sie ein Protein untersuchte, das die Nervenzellen bei ihrer Verschaltung leitet.<br \/>\nDas Team um den Neurobiologen Prof. Dr. Marco Rust von der Philipps-Universit\u00e4t berichtet im Fachblatt &#8222;Progress in Neurobiology&#8220; \u00fcber seine Ergebnisse. Damit das Gehirn arbeiten kann, m\u00fcssen sich seine Nervenzellen miteinander verschalteten. &#8222;F\u00fcr die Vernetzung von Nervenzellen sind ihre langgestreckten Forts\u00e4tze wichtig, die sogenannten Axone&#8220;, erl\u00e4uterte Rust.<br \/>\nWachstumskegel an den Enden der auswachsenden Axone suchen die Umgebung nach Signalen ab. &#8222;Diese Signale wirken entweder anziehend oder absto\u00dfend&#8220;, f\u00fchrte der Leitautor der Studie aus. &#8222;Sie werden von den Wachstumskegeln erkannt und genutzt, um Axone durch das sich entwickelnde Gehirn zu navigieren und ihre Zielzelle zu finden.&#8220;<br \/>\nF\u00fcr das Aufsp\u00fcren dieser Signalmolek\u00fcle bilden Wachstumskegel mikroskopisch kleine, dynamische Zellforts\u00e4tze aus. &#8222;Diese Forts\u00e4tze enthalten das Ger\u00fcstmolek\u00fcl Aktin in hoher Konzentration&#8220;, erg\u00e4nzte Rusts MitarbeiterFelix Schneider, der ma\u00dfgeblich an der Publikation beteiligt ist. &#8222;Aktin-Molek\u00fcle lagern sich n\u00e4mlich zu langgestreckten Filamenten zusammen, die das Ger\u00fcst dieser Zellforts\u00e4tze bilden. Die Ausbildung der Aktin-Filamente wird durch Signalmolek\u00fcle aus der Umgebung kontrolliert und von Aktin-Regulatoren in der Zelle umgesetzt.&#8220;<br \/>\nIn den Wachstumskegeln findet man daher nicht nur Aktin, sondern auch Aktin-Regulatoren wie das Protein CAP1 in gro\u00dfer Menge, stellte Rusts Team fest. &#8222;Unsere Ergebnisse zeigen, dass CAP1 die Ausbildung der Zellforts\u00e4tze und somit die Funktion der Wachstumskegel kontrolliert&#8220;, legte der Neurobiologe dar. &#8222;Wir fanden au\u00dferdem heraus, dass CAP1 mit einem weiteren Molek\u00fcl zusammenwirkt, das f\u00fcr die Steuerung von Aktin essentiell ist, n\u00e4mlich Cofilin1.&#8220;<br \/>\nWie die Forschungsgruppe nachweist, h\u00e4ngt die Funktion des einen Proteins von dem anderen ab und umgekehrt. &#8222;Experimente an Versuchstieren erbrachten dar\u00fcber hinaus, dass sich das wachsende Gehirn nicht normal entwickelt, wenn CAP1 fehlt&#8220;, berichtete Rust. Ohne das Protein werden Nervenbahnen w\u00e4hrend der embryonalen Hirnentwicklung nicht ausgebildet.<br \/>\n&#8222;Alles in allem haben unsere Untersuchungen erwiesen, dass CAP1 die Aktinger\u00fcste in Wachstumskegeln kontrolliert&#8220;, fasste der Hochschullehrer zusammen. &#8222;Dies beeinflusst wiederum die Verschaltung der Neuronen.&#8220;<br \/>\nRust leitet die Arbeitsgruppe &#8222;Molekulare Neurobiologie&#8220; am Institut f\u00fcr Physiologische Chemie des Marburger Fachbereichs Medizin. Er amtiert als stellvertretender Sprecher des Marburger Graduiertenkollegs 2213 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zu &#8222;Membrane Plasticity in Tissue Development and Remodeling&#8220; und geh\u00f6rt dem neurowissenschaftlichen Forschungszentrum CMBB an.<br \/>\nNeben Forscherinnen und Forschern aus Rusts Arbeitsgruppe und aus dem Marburger Max-Planck-Institut f\u00fcr terrestrische Mikrobiologie beteiligte sich der Genetiker Christian H\u00fcbner vom Universit\u00e4tsklinikum Jena an den Untersuchungen, die der Ver\u00f6ffentlichung zugrunde liegen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft sowie die italienische Stiftung Fondazione Cariplo unterst\u00fctzten die Forschungsarbeiten finanziell.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Protein &#8222;CAP1&#8220; leitet Nervenzellen beim Wachsen. 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