{"id":6905,"date":"2021-04-21T11:58:02","date_gmt":"2021-04-21T09:58:02","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=6905"},"modified":"2021-04-21T11:58:02","modified_gmt":"2021-04-21T09:58:02","slug":"frauen-fuer-film-bmbf-foerdert-forschungsvorhaben-mit-13-millionen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=6905","title":{"rendered":"Frauen f\u00fcr Film: BMBF f\u00f6rdert Forschungsvorhaben mit 1,3 Millionen"},"content":{"rendered":"<p>Der Bund f\u00f6rdert die Forschungsgruppe &#8222;DAVIDF&#8220; zur Rolle von Frauen im fr\u00fchen Film mit 1,3 Millionen Euro. Das hat die Philipps-Universit\u00e4t am Mittwoch (21. April) mitgeteilt. <!--more--><br \/>\nLange Zeit wurde Frauen eine Nebenrolle in der Filmgeschichte zugewiesen, obwohl sie von Beginn an weltweit einen wesentlichen Einfluss auf die Filmproduktion genommen haben. Diese blinden Flecken in der Filmgeschichtsschreibung waren fehlenden Quellen, aber auch anders gelagerten Forschungsinteressen geschuldet. Unsichtbares sichtbar und Filmgeschichte in ihrer Vielschichtigkeit erfahrbar zu machen, ist das Ziel der neuen Nachwuchsforschungsgruppe &#8222;DAVIDF&#8220; am Institut f\u00fcr Medienwissenschaft der Philipps-Universit\u00e4t.<br \/>\nDabei verkn\u00fcpft DAVIDF die drei Forschungsfelder Die feministische Filmgeschichtsschreibung, die Bedeutung digitaler Daten f\u00fcr die Film- und Medienwissenschaft sowie digitale Tools und Visualisierungen im Kontext der digitalen Geisteswissenschaften (Digital Humanities). Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) f\u00f6rdert DAVIDF mit \u00fcber 1,3 Millionen Euro f\u00fcr vier Jahre.<br \/>\n&#8222;Das ist ein toller Erfolg f\u00fcr die Film- und Medienwissenschaft an der Universit\u00e4t Marburg und wird einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die digitalen Geisteswissenschaften wissenschaftlich weiterzuentwickeln und nach au\u00dfen sichtbarer zu machen&#8220;, erkl\u00e4rte Universit\u00e4ts-Vizepr\u00e4sident Prof. Dr. Michael B\u00f6lker. &#8222;Ich gratuliere Dr. Sarah-Mai Dang ganz herzlich zur F\u00f6rderung des BMBF.&#8220;<br \/>\nDie Filmgeschichtsschreibung ist davon abh\u00e4ngig, welche historischen Zeugnisse verf\u00fcgbar sind &#8211; doch oftmals mangelt es an Quellenmaterial. Zudem beeinflussen die spezifischen Forschungsinteressen von Filmwissenschaftlerinnen und Filmwissenschaftlern, welche Aspekte der Filmkultur n\u00e4her beleuchtet werden. Beispielsweise gerieten mit dem Fokus auf die Regie und die Film\u00e4sthetik lange Zeit die Produktionsbedingungen aus dem Blick.<br \/>\nDass Film in der Regel ein Ergebnis einer kollaborativen Zusammenarbeit und nicht einer einzelnen Person darstellt, wird auch heute manchmal vergessen. &#8222;Dadurch sind in der Filmgeschichte einige blinde Flecken entstanden&#8220;, beklagte Dr. Sarah-Mai Dang von der Philipps-Universit\u00e4t, die DAVIDF (&#8222;\u00c4sthetiken des Zugangs. Datenvisualisierungen in der digitalen Filmgeschichtsschreibung am Beispiel der Forschung zu Frauen im Fr\u00fchen Kino&#8220;) seit April leitet. &#8222;Neue Technologien im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung erm\u00f6glichen nun neue Formen der Analyse, Reflexion, Pr\u00e4sentation und des Austausches.&#8220;<br \/>\nEin Beispiel daf\u00fcr sieht Dang in der Repr\u00e4sentation von Forschung zu Frauen im fr\u00fchen Film. Bis in die 90er Jahre war es in der Filmwissenschaft Konsens, dass Frauen in den Anfangsjahren der Filmproduktion vor gut hundert Jahren nur eine untergeordnete Rolle spielten &#8211; ungeachtet der Vielzahl an Frauen, deren Arbeit f\u00fcr die fr\u00fche Filmindustrie von wesentlicher Bedeutung war.<br \/>\n&#8222;Noch heute werden die Errungenschaften von Frauen meist in Fu\u00dfnoten abgehandelt&#8220; kritisierte Dang &#8222;Dabei wissen wir dank der zunehmenden Forschung zu Frauen im Fr\u00fchen Kino, dass Frauen seit Beginn der Filmgeschichte einen \u00fcberraschend gro\u00dfen und zudem vielf\u00e4ltigen Einfluss in der Filmindustrie weltweit hatten.&#8220;<br \/>\nDas wirft einige Fragen auf wie etwa: Gibt es weitere Geschichten, die neu geschrieben werden m\u00fcssen? Wie beeinflusst die zunehmende Produktion und Nutzung von Daten die Vorstellung von der Vergangenheit?<br \/>\nWie kann Filmgeschichte vor dem Hintergrund verschiedener Wahrheiten und Widerspr\u00fcchlichkeiten erz\u00e4hlt und reflektiert werden? &#8222;Digitale Repr\u00e4sentationsformen wie Datenvisualisierungen bieten ganz neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Filmgeschichtsschreibung. Aber sie beinhalten auch Gefahren&#8220;, erl\u00e4uterte Dang. &#8222;Je nachdem, wie die Daten modelliert werden und auf welche Kategorien und Konzepte man sich st\u00fctzt, k\u00f6nnten individuelle Geschichten erneut \u00fcbersehen werden &#8211; und das wieder zugunsten eines institutionalisierten Masternarrativs.&#8220;<br \/>\nDas sei ein Aspekt, dem sich die Nachwuchsforschungsgruppe widmen wird. Neben der Einordnung und Klassifizierung verschiedenartigen Quellenmaterials untersucht das dreik\u00f6pfige Forschungsteam insbesondere die Verf\u00fcgbarmachung von Forschung sowie deren Pr\u00e4sentation und Vermittlung. Dabei spielen vor allem graphische Darstellungen, Datenessays und interaktive Webdokumentationen (i-Docs) eine Rolle.<br \/>\n&#8222;Inzwischen gibt es viele interessante Ans\u00e4tze und Projekte in den Digital Humanities&#8220;, berichtete Dang. &#8222;Doch die technologischen M\u00f6glichkeiten sind bei weitem noch nicht ausgesch\u00f6pft. Wir wollen untersuchen, inwiefern digitale Datenvisualisierungen dazu dienen k\u00f6nnen, Unsichtbares sichtbar und Filmgeschichte in ihrer Vielschichtigkeit erlebbar zu machen.&#8220;<br \/>\nDabei werden verschiedene Repr\u00e4sentationsformen sowohl analysiert als auch selbst kreiert und weiterentwickelt. Die Forschungsgruppe kooperiert daf\u00fcr mit dem an der Columbia University, New York City, angesiedelten Women Film Pioneers Project (WFPP) und dem Deutschen Filminstitut &amp; Filmmuseum (DFF) in Frankfurt sowie der Arbeitsgruppe Grafik und Multimedia der Philipps-Universit\u00e4t. &#8222;Wir kn\u00fcpfen sehr gut an aktuelle internationale sowie lokale und regionale Forschungsvorhaben und Infrastrukturen zur Analyse und Gestaltung digitaler Transformationen in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft wie etwa das j\u00fcngst gegr\u00fcndete MCDCI der Philipps-Universit\u00e4t sowie das DiCi-Hub der Universit\u00e4ten Marburg, Mainz und Frankfurt an&#8220;, erkl\u00e4rte Dang.<br \/>\nEin weiterer Ankn\u00fcpfungspunkt ist das internationale DFG-Netzwerk &#8222;Filmhistoriographie im Wandel&#8220;, das unter der Leitung von Dang seit 2019 ebenfalls an der Philipps-Universit\u00e4t angesiedelt ist. Babei handelt es sich um eine Nachwuchsgruppe im Rahmen der Richtlinie zur F\u00f6rderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur theoretischen, methodischen und technischen Weiterentwicklung der digitalen Geisteswissenschaften durch das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF. Das \u00fcbergeordnete Ziel dieser F\u00f6rderrichtlinie ist, ein tieferes Verst\u00e4ndnis der neuen digitalen Forschungsm\u00f6glichkeiten zu erlangen sowie die digitalen Geisteswissenschaften theoretisch, methodisch und technisch weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bund f\u00f6rdert die Forschungsgruppe &#8222;DAVIDF&#8220; zur Rolle von Frauen im fr\u00fchen Film mit 1,3 Millionen Euro. Das hat die Philipps-Universit\u00e4t am Mittwoch (21. 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Das hat die Philipps-Universit\u00e4t am Mittwoch (11. Februar) mitgeteilt. M\u00e4dchen, Frauen sowie trans- und geschlechterdiverse (TGD) Personen erhalten im Unterschied zu M\u00e4nnern oft sp\u00e4ter eine ADHS-Diagnose oder sto\u00dfen\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":18355,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=18355","url_meta":{"origin":6905,"position":1},"title":"Besondere Beachtung: Philipps-Universit\u00e4t als gleichstellungsstarke Hochschule ausgezeichnet","date":"11. Juli 2025","format":false,"excerpt":"Als \"Gleichstellungsstarke Hochschule\" wurde die Philipps-Universit\u00e4t ausgezeichnet. Wissenschaftsminister Timon Gremmels hat das Pr\u00e4dikat f\u00fcr vorbildliche Gleichstellungsarbeit am Freitag (11. 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