{"id":6760,"date":"2021-03-24T10:37:01","date_gmt":"2021-03-24T09:37:01","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=6760"},"modified":"2021-03-24T10:37:01","modified_gmt":"2021-03-24T09:37:01","slug":"weltweit-unerlaesslich-marbina-foerderpreis-an-tarryn-miller","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=6760","title":{"rendered":"Weltweit unerl\u00e4sslich: MarBiNa-F\u00f6rderpreis an Tarryn Miller"},"content":{"rendered":"<p>Den MarBiNa-F\u00f6rderpreis hat die Biochemikerin Tarryn Miller erhalten. Mit Hilfe von Spinat und Tropfen erforscht sie die Photosynthese. <!--more--><br \/>\nEs gilt als &#8222;Paukenschlag in der Synthetischen Biologie&#8220;: M Bioingenieure haben k\u00fcnstliche Zellen konstruiert, die Photosynthese besser betreiben als ihre nat\u00fcrlichen Vorbilder. Die von Stadt, Universit\u00e4t und Unternehmen gegr\u00fcndete Marburger Initiative f\u00fcr Bio- und Nanotechnologie honoriert das mit einem Preis f\u00fcr die Biochemikerin Dr. Tarryn Miller.<br \/>\nWenn n Miller bei den Biobauern auf dem Marburger Markt Spinat kauft, ahnen die H\u00e4ndler nicht, dass die gr\u00fcnen Bl\u00e4ttchen mitnichten im Kochtopf landen. Die 32-j\u00e4hrige Biochemikerin vom Marburger Max-Planck-Institut f\u00fcr terrestrische Mikrobiologie braucht den frischen Baby-Spinat f\u00fcr ihre Forschung. Spinat eignet sich n\u00e4mlich &#8211; \u00e4hnlich wie Blaualgen &#8211; besonders gut daf\u00fcr, die Chloroplasten zu isolieren.<br \/>\nDiese Pflanzenteile dienen als eine Art Sonnenkollektoren. Was dann im Labor passiert, erinnert aber zumindest anfangs noch ein wenig an K\u00fcchenarbeit: Die Forscherin schneidet die Spinatst\u00e4ngel heraus, gie\u00dft eine L\u00f6sung \u00fcber die Bl\u00e4ttchen und mixt das Ganze so lange durch, bis es wie ein gr\u00fcner Smoothie aussieht. Der wird dann durch ein klassisches K\u00e4setuch gefiltert wird.<br \/>\nDie gr\u00fcne Fl\u00fcssigkeit wird in einer Zentrifuge geschleudert, um das feste Material zu sammeln, das wiederum \u00fcber eine Fl\u00fcssigkeit mit einer h\u00f6heren Dichte gegeben wird. Erneut in der Zentrifuge, trennen sich die Teile der Zelle. Daraus entnimmt Tarryn Miller die Teile der Spinatzelle, die als eine Art Solarkraftwerk f\u00fcr die Kohlendioxid-Fixierung dienen.<br \/>\nDieses Material kombiniert sie dann mit 18 verschiedenen Enzymen, die zusammen das Treibhausgas schrittweise umwandeln. Der so aus dem Spinat isolierte Biokatalysator ist aber nur ein Bauteil der k\u00fcnstlichen Zellen, die das Kohlendioxid mittels Licht einfangen.<br \/>\nDer Forscherin ist es gelungen, die von franz\u00f6sischen Kolleg*innen entwickelte Technik der Mikrofluidik auf das Projekt anzuwenden. Dazu verbrachte sie mehrere Monate am Centre de Recherche Paul Pascal in Bordeaux. &#8222;Damit k\u00f6nnen wir eine Vielzahl identisch ausgestatteter Tr\u00f6pfchen herstellen oder einzelne mit spezifischen Eigenschaften versehen&#8220;, erkl\u00e4rte Miller. Das hat wichtige Vorteile: Die k\u00fcnstlichen Pflanzenkraftwerke arbeiten zehn-<br \/>\nbis 20-mal schneller als die Natur. Das Team um den Marburger Max-Planck-Forscher Prof. Tobias Erb konnte auch bereits zeigen, dass mit den Chloroplasten die Grundbausteine des Antibiotikums Erytromycin hergestellt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nAllerdings zerfallen die k\u00fcnstlichen Zellen bislang sehr schnell. Erst in etwa zehn Jahren rechnen die Forschenden mit einem stabilen k\u00fcnstlichen Chloroplasten, der dann im gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab in der Industrie eingesetzt werden kann.<br \/>\nDennoch feiert die Fachpresse die Forschung als &#8222;spektakul\u00e4ren Meilenstein&#8220;. Schlie\u00dflich tr\u00e4umen Forscherinnen und Forscher schon seit Jahren davon, den Prozess der Photosynthese nachzubilden.<br \/>\nDie aus den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) stammende Miller ist nun die Erstautorin der Ver\u00f6ffentlichung im renommierten Wissenschaftsmagazin &#8222;Science&#8220;. An der Entwicklung beteiligt ist aber ein ganzes Team. Deswegen w\u00fcrde Miller zumindest einen Teil des Preisgelds von 5.000 Euro gern dazu verwenden, mit ihren Kolleginnen und Kollegen ein Fest zu feiern &#8211; sofern Corona das wieder zul\u00e4sst.<br \/>\nOberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies \u00fcberreichte den Preis als Vorsitzender der Initiative Bio- und Nanotechnologie &#8211; vor dem Rathaus. &#8222;Es ist ein Meilenstein in der Biotechnologie, der von Tarryn Miller und ihrem Team entdeckt wurde &#8211; hier in Marburg&#8220;, erkl\u00e4rte Spies. &#8222;Es freut mich sehr, dass dieser Paukenschlag in der synthetischen Biologie von Marburg ausgeht.&#8220;<br \/>\nDie Entdeckung von Miller mache es m\u00f6glich, Treibhausgas schneller als im nat\u00fcrlichen Prozess der Photosynthese umzuwandeln. &#8222;Marburg ist eine Universit\u00e4tsstadt und somit ein Zentrum f\u00fcr Wissen und Forschung&#8220;, erkl\u00e4rte das Stadtoberhaupt. &#8222;Gerade die Naturwissenschaften, die Medizin und die Health-Science, zu denen an der Universit\u00e4t und an den vielen Forschungsinstituten mit \u00fcberragendem Erfolg geforscht wird, sind eine tragende St\u00e4rke unseres Standortes.&#8220;<br \/>\nGepaart mit einer Vielzahl an Unternehmen sei Marburg als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort durchaus von Gewicht im nationalen und internationalen Wettbewerb. &#8222;Ohne die umsetzungsf\u00e4higen Ideen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler w\u00e4re unsere Universit\u00e4tsstadt nicht dort, wo sie heute steht&#8220;, erl\u00e4uterte Spies. &#8222;Darauf sind wir stolz. Und das wollen wir als Stadt unterst\u00fctzen.&#8220;<br \/>\nMiller ist bereits die siebte Preistr\u00e4gerin des F\u00f6rderpreises Bio- und Nanotechnologie, mit dem junge Forschende ausgezeichnet werden. Marburg ist ein wichtiger Standort f\u00fcr diese Technologie. Deshalb hat es sich die von Stadt, Universit\u00e4t und Unternehmen gemeinsam gegr\u00fcndete Initiative Bio- und Nanotechnologie zum Ziel gesetzt, Wirtschaft und Wissenschaft durch Gespr\u00e4che, Seminare und Treffen besser zu vernetzen und zugleich junge Forschende zu f\u00f6rdern.<br \/>\nMit der Ehrung von Miller hat der F\u00f6rderpreiszyklus 2020 seinen Abschluss gefunden. Ab sofort k\u00f6nnen sich junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler f\u00fcr den F\u00f6rderpreis 2021 bewerben.<br \/>\nBewerbungsschluss ist der 30. Juni 2021. Teilnahmebedingungen und Bewerbungsvordrucke sind auf der Website unter MarBiNa-AWARD | Initiative Biotechnologie und Nanotechnologie unter <a href=\"http:\/\/initiative-biotechnologie.de\">initiative-biotechnologie.de<\/a> zu finden.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den MarBiNa-F\u00f6rderpreis hat die Biochemikerin Tarryn Miller erhalten. 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