{"id":6757,"date":"2021-03-23T19:10:08","date_gmt":"2021-03-23T18:10:08","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=6757"},"modified":"2021-03-23T19:10:08","modified_gmt":"2021-03-23T18:10:08","slug":"warnung-beachten-deportierter-roma-und-sinti-gedenken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=6757","title":{"rendered":"Warnung beachten: Deportierter Roma und Sinti gedenken"},"content":{"rendered":"<p>Eine Gedenkstunde f\u00fcr verfolgte und deportierte Sinti wurde aufgezeichnet. 80 Nelken am Gedenkkranz stehen f\u00fcr Opfer aus Marburg und Umgebung. <!--more--><br \/>\nAm 23. M\u00e4rz 1943 wurden Sinti aus Marburg und Umgebung nach Auschwitz deportiert, wo viele von ihnen zum Opfer des nationalsozialistischen V\u00f6lkermordes wurden. Insgesamt wurden 80 Sinti in dieser Zeit verfolgt und deportiert. Nur zwei von ihnen \u00fcberlebten.<br \/>\nDie Universit\u00e4tsstadt Marburg hat am Montag (22. M\u00e4rz) eine Gedenkstunde veranstaltet. Pandemiebedingt fand sie im kleinen Kreis statt. F\u00fcr alle wurde die Veranstaltung aufgezeichnet und ist auf der Webseite der Stadt verf\u00fcgbar. &#8222;Hier in unserer Stadt &#8211; im friedlichen, freundlichen, weltoffenen Marburg &#8211;<br \/>\nhaben Rassismus, Diskriminierung und andere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit keinen Platz&#8220;, betonte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies anl\u00e4sslich der Gedenkfeier f\u00fcr die 80 verfolgten und am 23. M\u00e4rz 1943 deportierten Sinti aus Marburg und Umgebung. Er machte deutlich, dass die Verfolgung und Diskriminierung jedoch nicht 1945 nach Ende des Zweiten Weltkriegs aufh\u00f6rte. Weiterhin sei es n\u00f6tig, gegen Diskriminierung Gewalt, Ausgrenzung, Antiziganismus und Rassismus vorzugehen.<br \/>\n&#8222;Dagegen wollen wir, dagegen m\u00fcssen wir ank\u00e4mpfen &#8211; gemeinsam jeden Tag&#8220;, bekr\u00e4ftigte Spies. Gemeinsam mit Adam Strau\u00df als Vorsitzendem des Hessischen Landesverbandes Sinti und Roma, B\u00fcrgermeister Wieland St\u00f6tzel und Stadtr\u00e4tin Kirsten Dinnebier, Stadtverordnetenvorsteherin Marianne W\u00f6lk, Kreistagsvorsitzenden Detlef Ruffert und Hans Junker von der Geschichtswerkstatt Marburg gedachte er vor dem Bauamt an der Barf\u00fc\u00dferstra\u00dfe den Opfern des Nationalsozialismus. An der Stelle vor dem ehemaligen Landratsamt, an der die Verfolgten damals vor ihrer Deportation versammelt wurden, hat die Stadt einen Gedenkkranz angebracht. Die 80 Nelken symbolisieren die Anzahl der Opfer aus Marburg und Umgebung &#8211; Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ganze Familien.<br \/>\nAuch Strau\u00df sprach an diesem Nachmittag. &#8222;Vor 78 Jahren wurden 78 Sinti aus Marburg und Umgebung von hier aus nach Auschwitz\/Birkenau deportiert. Darunter viele Kinder &#8211; das j\u00fcngste gerade mal zwei Monate alt.&#8220; Auch sein Vater und dessen Familie geh\u00f6rten zu den Deportierten. Etwa 500.000 Sinti und Roma wurden Opfer des nationalsozialistischen V\u00f6lkermordes. Doch erst 1982 wurde der V\u00f6lkermord als solcher anerkannt.<br \/>\nBis heute habe die Geschichte tiefe Verletzungen bei den Angeh\u00f6rigen hinterlassen &#8211; das m\u00fcsse anerkannt werden. Aber nicht nur das Gedenken an die Ermordeten sei wichtig, sondern &#8222;es muss auch verstanden werden, wie es dazu kommen konnte, um k\u00fcnftige Verbrechen an der Menschheit verhindern zu k\u00f6nnen&#8220;.<br \/>\nHans Junker verlas im Anschluss die Namen der nachzuverfolgenden verfolgten und deportierten Sinti aus Marburg und Umgebung mit Altersangaben: Adolf Braun (4 Jahre alt), Albert Braun (6 Jahre alt), Alfred Braun (1 Jahr alt), Alwine Braun (43 Jahre alt), Brigitte Braun (10 Jahre alt), Gertrud Braun (11 Jahre alt), Gisela Braun (13 Jahre alt), Margarete Braun (15 Jahre alt), Marianne Braun (17 Jahre alt), Max Braun (18 Jahre alt), Bernhardine Einacker (52 Jahre alt), Emma Einacker (25 Jahre alt), Adolf Kreutz (30 Jahre alt), Anna Kreutz (10 Jahre alt), Anna Kreutz (15 Jahre alt), Anni Kreutz (5 Jahre alt), Antonia Kreutz (40 Jahre alt), Arnold Kreutz (22 Jahre alt), Christine Josefine Kreutz (51 Jahre alt), Dora Kreutz (8 Jahre alt), Dorothea Kreutz (19 Jahre alt), Elisabeth Kreutz (13 Jahre alt), Hermann Kreutz (19 Jahre alt), Josefine Kreutz (11 Jahre alt), Julius Kreutz (27 Jahre alt), Karl Kreutz (17 Jahre alt), Konrad Kreutz (45 Jahre alt), Laubmann Kreutz (21 Jahre alt), Margarethe Kreutz (13 Jahre alt), Martha Kreutz (9 Jahre alt), Mathias Kreutz (43 Jahre alt), Mathilde Kreutz (67 Jahre alt), Theodor Kreutz (12 Jahre alt), Alwine Reinhardt (14 Jahre alt), Erwin Reinhardt (2 Monate alt), Helene Sch\u00e4fer (32 Jahre alt), Magdalene Sch\u00e4fer (6 Jahre alt), Renate Sch\u00e4fer (8 Jahre alt), Amanda Schanne (13 Jahre alt), Maria Schanne (49 Jahre alt), Robert Schanne (12 Jahre alt), Frieda Steinbach (32 Jahre alt), Julius Steinbach (4 Jahre alt), Marianne Steinbach (9 Jahre alt), Siegfried Steinbach (7 Jahre alt), Hildegard Straub (16 Jahre alt), Adam Strau\u00df (21 Jahre alt), Agnes Strau\u00df (12 Jahre alt), Brigitte Strau\u00df (2 Jahre alt), Elfriede Strau\u00df (24 Jahre alt), Elise Strau\u00df (50 Jahre alt), Ewald Strau\u00df (48 Jahre alt), Heinz Strau\u00df (17 Jahre alt), Heinz Strau\u00df (4 Monate alt), Julius Strau\u00df (18 Jahre alt), Salamande Strau\u00df (15 Jahre alt), Alwine Weiss (54 Jahre alt), Willy Weiss (21 Jahre alt), Anna Winter (22 Jahre alt), Elisabeth Winter (9 Jahre alt), Friedrich Winter (3 Jahre alt), Georg Winter (9 Jahre alt), Gertrud Winter (2 Jahre alt), Hans Winter (7 Jahre alt), Johanna Winter (10 Jahre alt), Klara Winter (7 Monate alt), Richard Winter (3 Jahre alt), Rosa Winter (35 Jahre alt).<br \/>\nIm kleinen Kreis gedachten die Anwesenden in Stille diesen Menschen. F\u00fcr alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wurde die Veranstaltung aufgezeichnet und kann unter <a href=\"http:\/\/www.marburg.de\/gedenkstunde\">www.marburg.de\/gedenkstunde<\/a> abgerufen werden. Au\u00dferdem lud die Stadt dazu ein, am 23. M\u00e4rz vor dem ehemaligen Landratsamt Blumen niederzulegen und so das Gedenken zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Gedenkstunde f\u00fcr verfolgte und deportierte Sinti wurde aufgezeichnet. 80 Nelken am Gedenkkranz stehen f\u00fcr Opfer aus Marburg und Umgebung.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[2,4],"tags":[197,1837,221],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-1KZ","jetpack-related-posts":[{"id":9069,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=9069","url_meta":{"origin":6757,"position":0},"title":"Bedr\u00fcckend: Gedenken an Marburger Sinti und Roma","date":"24. 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