{"id":6654,"date":"2021-03-05T12:08:33","date_gmt":"2021-03-05T11:08:33","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=6654"},"modified":"2021-03-05T12:08:33","modified_gmt":"2021-03-05T11:08:33","slug":"prima-klima-aufwertung-der-lahnaue-bei-ronhausen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=6654","title":{"rendered":"Prima Klima: Aufwertung der Lahnaue bei Ronhausen"},"content":{"rendered":"<p>Die Aufwertung der Lahnaue bei Ronhausen f\u00fcr &#8222;Klimaverlierer&#8220; soll ein Projekt des Landes Hessen f\u00fcr Klima- und Naturschutz werden. Das w\u00fcnscht sich die Stadt Marburg zumindest. <!--more--><br \/>\nDas Land Hessen hat ein Programm f\u00fcr Schutzma\u00dfnahmen von Tier- und Pflanzenarten aufgelegt, das Auswirkungen des Klimawandels entgegenwirken soll. Im Rahmen des &#8222;Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025&#8220; werden finanzielle Mittel zur Verf\u00fcgung gestellt, die durch den Klimawandel bedrohten Tier- und Pflanzenarten zugutekommen sollen. B\u00fcrgermeister Wieland St\u00f6tzel freut sich gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde, dass ein m\u00f6gliches Projektgebiet in Marburg liegen k\u00f6nnte.<br \/>\nDie Lahn und ihre Aue bei Ronhausen sind Teil des Landschaftsschutzgebiets &#8222;Auenverbund Lahn Ohm&#8220; und damit ein wichtiger Bestandteil im Biotopverbund. Sie bietet einen wichtigen Lebensraum f\u00fcr viele Tiere und Pflanzen der Gew\u00e4sser und Auen. Dazu geh\u00f6ren unter anderem Vogelarten wie Bekassine oder Flussregenpfeifer, aber auch Amphibien und zahlreiche Insekten. Damit das so bleibt, soll die Lahnaue aufgewertet werden.<br \/>\nTiere und Pflanzen, die auf an Wasser gebundene und strukturreiche Auenbereiche angewiesen sind, werden zunehmend durch die Auswirkungen des Klimawandels bedroht. Zu diesen negativen Auswirkungen z\u00e4hlen zum Beispiel langanhaltende Trockenperioden, die Zunahme von Starkregen-Ereignissen; oder die Erh\u00f6hung der Jahresmitteltemperatur.<br \/>\nArten, die von diesen Folgen des Klimawandels betroffen sind, z\u00e4hlen zu den sogenannten &#8222;Klimaverlierern&#8220;. Wenn sich die Bedingungen in den bestehenden \u00d6kosystemen durch den Klimawandel soweit ver\u00e4ndern, dass diese Arten keinen geeigneten Lebensraum mehr vorfinden, m\u00fcssen sie in andere, noch geeignete Gebiete ausweichen, oder es kommt zum Aussterben einzelner Populationen.<br \/>\nF\u00fcr dieses Ausweichen sind entsprechend vernetzte Lebensr\u00e4ume als Korridore erforderlich. Fl\u00fcsse und ihre Auen gelten von je her als solche und gewinnen somit zunehmend an Bedeutung f\u00fcr den Biotopverbund und f\u00fcr den Artenschutz. Um die Lebensr\u00e4ume und deren Verbund zu verbessern, werden Landesmittel im Rahmen des &#8222;Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025&#8220; in Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung und Weiterentwicklung von Verbundsystemen potentieller Klimaverlierer investiert.<br \/>\nDer Auenlebensraum entlang der Lahn bei Ronhausen wird zurzeit landwirtschaftlich intensiv durch \u00c4cker und Wirtschaftsgr\u00fcnland genutzt und bietet dadurch kaum Lebensraum f\u00fcr Arten der Gew\u00e4sser und Auen. Im Rahmen des Integrierten Klimaschutzplans Hessen m\u00f6chte die Stadt Marburg daher den Auenbereich westlich von Ronhausen durch strukturelle Aufwertung wiederherstellen und dessen Funktion im Lebensraumverbund st\u00e4rken.<br \/>\nGleichzeitig aber soll die landwirtschaftliche Nutzung weitgehend erhalten bleiben. Das kann durch eine naturnahe, sanfte Bewirtschaftung erfolgen, die den Anspr\u00fcchen von Arten und Lebensraum Rechnung tr\u00e4gt. Die Umwandlung von intensiv genutzten Ackerfl\u00e4chen in Gr\u00fcnland, der Verzicht auf den Einsatz von chemischen Spritz- und D\u00fcngemitteln sowie eine zeitlich angepasste Nutzung sind denkbar.<br \/>\nDie Vorbereitung und Planung des Projekts sieht einen umfangreichen Abstimmungsprozess vor. Insbesondere die Nutzer und Eigent\u00fcmer der landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen werden beteiligt.<br \/>\nM\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen, die den Auenlebensraum f\u00fcr gef\u00e4hrdete Tier- und Pflanzenarten verbessern, w\u00e4ren die Anlage von Kleingew\u00e4sser und Flutmulden, Totholz- oder Steinhaufen. Bl\u00fch- und Brachestreifen oder auch sogenannte Altgras- und Uferschutzstreifen werten die bewirtschafteten Wiesen auf und geben vielen Tieren und Pflanzenarten Lebensraum, Nahrung und Schutz.<br \/>\nDie Stadt Marburg wird bei diesem Vorhaben vom Regierungspr\u00e4sidium (RP) Gie\u00dfen und der Hessischen Landgesellschaft unterst\u00fctzt. Das Projekt steht mit seiner Idee noch ganz am Anfang und ist insbesondere auf die Mitwirkung der Eigent\u00fcmer und P\u00e4chter angewiesen.<br \/>\nDurch einen gemeinsamen Abstimmungsprozess besteht die Chance, zu zeigen, dass eine lanwirtschaftliche Nutzung unter Ber\u00fccksichtigung von naturschutzfachlichen Aspekten m\u00f6glich ist. Gemeinsam kann dabei ein wichtiger Beitrag zum Natur- und Artenschutz geleistet und im Rahmen des Klimaschutzplans die St\u00e4rkung des Lebensraumverbunds vorangebracht werden.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Aufwertung der Lahnaue bei Ronhausen f\u00fcr &#8222;Klimaverlierer&#8220; soll ein Projekt des Landes Hessen f\u00fcr Klima- und Naturschutz werden. 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