{"id":6471,"date":"2021-02-06T13:59:27","date_gmt":"2021-02-06T12:59:27","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=6471"},"modified":"2021-02-06T13:59:27","modified_gmt":"2021-02-06T12:59:27","slug":"barrierefrei-gendern-der-sparsame-griff-zu-den-sternen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=6471","title":{"rendered":"Barrierefrei gendern: Der sparsame Griff zu den Sternen"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Warum nicht zu den Sternen greifen?&#8220; Das fragen sich viele in der Gender-Debatte. F\u00fcr Blinde und Sehbehinderte sind die kleinen Sternchen mitten im Wort jedoch oft eine Qual. <!--more--><br \/>\nTexte auf ihrem Bildschirm &#8222;lesen&#8220; den Blinden und Sehbehinderten sprechende Computer vor. Jedes Sonderzeichen mitten im Wort unterbricht diesen Sprechfluss und irritiert beim Lesen. Je mehr Sternchen im Text vorkommen, desto anstrengender wird seine Lekt\u00fcre f\u00fcr Menschen mit Sprachausgabe.<br \/>\nwichtig ist deshalb, dass das Gender-Sternchen so sparsam wie m\u00f6glich eingesetzt wird. Zudem sollte es nicht benutzt werden in zusamengesetzten Substantiven wie B\u00fcrger*Innenbeteiligung, da es dort noch st\u00e4rker verwirrt als ohnehin. Auch andere Sonderzeichen wie der Doppelpunkt schaffen noch mehr Verwirrung als das Sternchen, da sie h\u00e4ufiger im Satz vorkommen und m\u00f6glicherweise Irritationen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen, dass im vorliegenden Satz vielleicht ein Tippfehler vork\u00e4me.<br \/>\n&#8218;Im besten Falle sollte die Behinderung nicht gegen die Belante von Trans*Menschen oder Frauen ausgespielt werden. Darum ist ein &#8211; allerdings wirklich absolut sparsamer &#8211; Gebrauch dieser Schreibweise als Ausdruck von Solidarit\u00e4t untereinander f\u00fcr viele Menschen mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen vermutlich hinnehmbar.<br \/>\nStrategisch ist es sinnvoll, das Sternchen relativ fr\u00fch im Text einmal zu verwenden, um Trans*Personen damit die Ber\u00fccksichtigung ihrer Belange zu vermitteln. Danach k\u00f6nnte der Text alternierend zu Aufz\u00e4hlungen beider Geschlechter oder dort, wo es passt, zu neutralen W\u00f6rtern umschalten, um dann das Sternchen sehr selten wieder aufzuf\u00fchren.<br \/>\n&#8222;Die Sprachprogramme&#8220; als gemeinsame Technologie gibt es ebensowenig wie &#8222;die Behinderten&#8220;. Nicht nur die Menschen sind verschieden, sondern auch ihre Synthetischen Sprachausgaben, die sie zudem entsprechend ihrer individuellen Bed\u00fcrfnisse einstellen. Darum ist es auch nicht allzu hilfreich, blinde Bekannte nach ihrer Meinung zu fragen und dann zu glauben, nun bes\u00e4\u00dfe mensch eine allgemeing\u00fcltige Richtschnur.<br \/>\nAll diese Erw\u00e4gungen haben die <a href=\"http:\/\/marburg.news\/team\">Redaktion von marburg.news<\/a> dazu bewogen, nur sehr vereinzelt Gender-Sternchen einzusetzen und zur Vermeidung von Bandwurms\u00e4tzen m\u00f6glichst weitgehend auf neutrale W\u00f6rter wie &#8222;Bev\u00f6lkerung&#8220; oder &#8222;Demonstrierende&#8220; zur\u00fcckzugreifen, wo das passt. Wichtig ist jedoch, dass dieses Vorgehen niemanden ausgrenzen soll, sondern einen -wenn auch leider nicht optimalen &#8211; Kompromiss zwischen unterschiedlichen Bed\u00fcrfnissen darstellt. Letztlich ist Sprache immer der Ausdruck des Denkens und das Denken wiederum auch Ausdruck der Sprache, die sich am besten allen Mitmenschen zuwenden und m\u00f6glichst niemanden diskriminieren sollte.<\/p>\n<p>* Franz-Josef Hanke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Warum nicht zu den Sternen greifen?&#8220; Das fragen sich viele in der Gender-Debatte. 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Insbesondere f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen stellen sie eine erheliche H\u00fcrde dar. Das marburg.news-Team setzt deswegen auf das \"Entgendern\". Als mehrfachbehinderter Blinder lehnt marburg.news-Gr\u00fcnder und Redaktionsleiter\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":17939,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=17939","url_meta":{"origin":6471,"position":2},"title":"Maul halten: So kann man Demokratie kaum sch\u00fctzen","date":"4. Mai 2025","format":false,"excerpt":"Ich bin ein alter wei\u00dfer Mann. Darum sollte ich wohl besser den Mund halten. Die \"alten wei\u00dfen M\u00e4nner\" sind f\u00fcr viele zum Feindbild mutiert. Sie gelten als Inbegriff reaktion\u00e4rer Einstellungen und r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten Starrsinns. Wer mit der Mode geht, ist jung, weiblich oder queer und vor allem \"woke\". 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