{"id":6215,"date":"2020-12-18T11:44:56","date_gmt":"2020-12-18T10:44:56","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=6215"},"modified":"2020-12-18T11:44:56","modified_gmt":"2020-12-18T10:44:56","slug":"taeglich-trouble-weiterbildung-fuer-betroffene-von-hass-im-netz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=6215","title":{"rendered":"T\u00e4glich Trouble: Weiterbildung f\u00fcr Betroffene von Hass im Netz"},"content":{"rendered":"<p>Beleidigungen, Hass und Hetze: Umgang mit &#8222;Hate Speech&#8220; in den &#8222;sozialen Medien&#8220; waren Thema einer Weiterbildung der Stadtverwaltung. Betroffene sollten dem Grenzen setzen und Hasskommentare melden. <!--more--><br \/>\nWo h\u00f6rt Meinungsfreiheit auf, wo f\u00e4ngt Hetze an? Auf diesem schmalen Grad bewegen sich zahlreiche Kommentare in den sogenannten &#8222;sozialen Medien&#8220;, mit denen sich Menschen des \u00f6ffentlichen Lebens und Privatpersonen &#8211; auch in der Universit\u00e4tsstadt Marburg &#8211; t\u00e4glich auseinandersetzen m\u00fcssen. Der &#8222;Runde Tisch Sicherheit und Pr\u00e4vention&#8220; der Stadtverwaltung hat daher f\u00fcr Mitglieder des Stadtparlaments, des Ausl\u00e4nderbeirats und der Verwaltung eine Online-Fortbildung zum Umgang mit &#8222;Hass im Netz&#8220; organisiert.<br \/>\n&#8222;Die Stadt Marburg setzt sich f\u00fcr ein gutes Zusammenleben und einen respektvollen Umgang aller Menschen ein&#8220;, erkl\u00e4rte B\u00fcrgermeister Wieland St\u00f6tzel. &#8222;Dazu geh\u00f6ren auch Aktivit\u00e4ten in den sozialen Medien, die in Zeiten der physischen Kontakteinschr\u00e4nkungen f\u00fcr manche noch wichtiger werden. Dabei m\u00fcssen wir den richtigen Umgang mit dieser Art der Kommunikation finden.&#8220;<br \/>\nDer Ordnungsdezernent betonte dabei aber: &#8222;Das Recht auf Meinungsfreiheit soll gesch\u00fctzt werden. Gleichzeitig kann aber gerade eine offene Gesellschaft Beleidigungen oder die Androhung von Straftaten nicht einfach erdulden.&#8220;<br \/>\nSo war der Umgang mit Hass im Netz Schwerpunktthema des Runden Tischs Sicherheit und Pr\u00e4vention im September. Im Runden Tisch werden Fach-Politiker*innen aller Fraktionen des Marburger Stadtparlaments einmal im Quartal von Polizei, Ordnungsamt und Expert*innen des Projekts &#8222;Einsicht&#8220; zum Thema Sicherheit in der Stadt informiert.<br \/>\nDie Mitglieder besprachen das Thema Hass im Netz auch vor dem Hintergrund von Radikalisierung durch Internetplattformen und Messenger-Dienste. Einen Erfahrungsbericht zu Hass-Postings in den sozialen Medien der Stadtverwaltung und \u00fcber den Umgang damit vermittelte Patricia Gr\u00e4hling von der Pressestelle der Universit\u00e4tsstadt Marburg.<br \/>\nBesonders unter Beitr\u00e4gen zu den Themen Flucht und Asyl, Verkehrspolitik und Klimawandel sammeln sich nach Gr\u00e4hlings Erfahrung beleidigende, diskriminierende und drohende Kommentare: &#8222;Oft werden Fake-Profile systematisch genutzt, um hasserf\u00fcllte Kommentare zu platzieren. Dabei werden meist nur \u00dcberschriften kommentiert; um die eigentlichen Inhalte geht es dann gar nicht.&#8220;<br \/>\nAuch eine Identifizierung der hinter den Hass-Postings stehenden Personen gestalte sich meist schwierig. Der Runde Tisch organisierte auf Anregung der Mitglieder dann eine Fortbildung zum Umgang mit &#8222;Hass im Netz&#8220; im Online-Format.<br \/>\nGef\u00f6rdert wurde sie durch das st\u00e4dtische Programm &#8222;Dialog und Vielfalt&#8220; der Koordinierungsstelle B\u00fcrger*innenbeteiligung. Angesprochen waren zum einen Mitglieder des Stadtparlaments &#8211; vor allem im Zusammenhang mit den anstehenden Kommunalwahlen 2021; zum anderen z\u00e4hlte der Ausl\u00e4nderbeirat zur Zielgruppe, weil dessen Mitglieder oft diskriminierenden und rassistischen \u00c4u\u00dferungen ausgesetzt sind. Aber auch Vertreter*innen der st\u00e4dtischen Verwaltung und eine Mitarbeiterin der Stabsstelle des Dezernatsb\u00fcros der Landr\u00e4tin nahmen teil.<br \/>\nIm Mittelpunkt stand die praktische Frage, wie auf menschenverachtende, beleidigende Kommentare im Netz bis hin zu strafrechtlich relevanter Hetze reagiert werden kann. Als Referentin stand Michelle Scherka von der Organisation &#8222;LOVE-Storm: Gemeinsam gegen Hass im Netz&#8220; zur Verf\u00fcgung. Deren Trainings- und Lernplattformen haben zum Ziel, Angegriffene zu sch\u00fctzen und zu st\u00e4rken, Zuschauende zur Zivilcourage zu ermutigen und Angreifenden gewaltfrei Grenzen zu setzen.<br \/>\nScherka erl\u00e4uterte zun\u00e4chst die Abgrenzung zwischen &#8222;Hate Speech&#8220; und &#8222;Cybermobbing&#8220;. Beiden liegt ein hasserf\u00fclltes und aggressives Verhalten im Netz zugrunde, das anderen zielgerichtet schaden will. W\u00e4hrend bei Cybermobbing einzelne Personen attackiert werden, richtet sich &#8222;Hate Speech&#8220; gegen ganze Gruppen.<br \/>\nZiel ist, zum Beispiel rassistische Botschaften zu verbreiten und weitere Menschen zu Gewalthandlungen zu mobilisieren. Strafrechtlich relevant wird &#8222;Hate Speech&#8220; etwa im Zuge von Volksverhetzung oder Holocaustleugnung.<br \/>\nAuch auf nicht strafrechtlich relevante &#8222;Hate Speech&#8220; wie beispielsweise rassistische, antisemitische, islamfeindliche oder sexistische \u00c4u\u00dferungen gilt es zu reagieren. So ging es w\u00e4hrend der Fortbildung vor allem darum, Strategien zum Umgang mit Hass im Netz kennenzulernen und in Rollenspielen zu erproben.<br \/>\nScherka stellte drei Strategien vor &#8211; mit Fokus auf die Angegriffenen, zur Aktivierung von Zuschauenden und mit Fokus auf die Angreifenden. Eine strafrechtliche M\u00f6glichkeit, sich gegen Hass und Hetze im Netz zu wehren, bietet das Projekt #HESSENGEGENHETZE des Hessischen Ministeriums des Innern und f\u00fcr Sport. Seit dem 16. Januar 2020 steht den B\u00fcrger*innen in Hessen erstmals online eine staatliche Anlaufstelle zur Verf\u00fcgung, an die sich Einzelpersonen, Beh\u00f6rden und Kommunen wenden k\u00f6nnen, um Hass und Hetze im Internet zu melden.<br \/>\n\u00dcber ein Meldeformular k\u00f6nnen der Link zur Diskussion und der Screenshot des Kommentars direkt online \u00fcbermittelt werden. &#8222;Ziel des neuen Angebotes ist es, Hasskommentare und extremistische Inhalte m\u00f6glichst schnell zu erfassen, den Betroffenen eine unmittelbare und unkomplizierte Unterst\u00fctzung zu bieten sowie eine effiziente Strafverfolgung durch eine verbesserte Sicherung beweiserheblicher Daten in Gang zu setzen&#8220;, erl\u00e4uterte St\u00f6tzel. &#8222;Dieses Anliegen teilen wir auch als Universit\u00e4tsstadt Marburg. Deshalb unterst\u00fctzen wir die Initiative Hessen gegen Hetze und werben in unserer Stadt daf\u00fcr, auch im Internet Straftaten, Extremismus und \u00dcbergriffe nicht einfach hinzunehmen: Die Polizei braucht f\u00fcr gute Arbeit die Unterst\u00fctzung der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger.&#8220;<br \/>\nDie Melde-Plattform #HESSENGEGENHETZE sowie weitere Informationen zum Projekt gibt es unter <a href=\"https:\/\/hessengegenhetze.de\/hasskommentare-melden\">hessengegenhetze.de\/hasskommentare-melden<\/a>. Weitere Informationen gibt es auch beiJohannes Maaser vom Fachdienst Gefahrenabwehr der Universit\u00e4tsstadt Marburg als Zust\u00e4ndigem f\u00fcr den Bereich Pr\u00e4vention unter der Telefonnummer 06421\/201-1296 oder per Mail an johannes.maaser@marburg-stadt.de.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beleidigungen, Hass und Hetze: Umgang mit &#8222;Hate Speech&#8220; in den &#8222;sozialen Medien&#8220; waren Thema einer Weiterbildung der Stadtverwaltung. 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