{"id":6167,"date":"2020-12-11T11:53:08","date_gmt":"2020-12-11T10:53:08","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=6167"},"modified":"2020-12-11T11:53:08","modified_gmt":"2020-12-11T10:53:08","slug":"nie-wieder-platt-kolumbianer-erhaelt-daad-preis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=6167","title":{"rendered":"Nie wieder platt: Kolumbianer erh\u00e4lt DAAD-Preis"},"content":{"rendered":"<p>Andres Rodas V\u00e9lez aus Kolumbienerh\u00e4lt den DAAD-Preis. Der Absolvent der Philipps-Universit\u00e4t befasst sich mit dem Friedensprozess in seinem Heimatland. <!--more--><br \/>\nDer Nachwuchs-Forscher aus Medell\u00edn in Kolumbien erh\u00e4lt den mit 1.000 Euro dotierten Preis des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD). V\u00e9lez hat im September 2020 erfolgreich sein Masterstudium der Friedens- und Konfliktforschung an der Philipps-Universit\u00e4t abgeschlossen. Er geh\u00f6rte zu den besten und engagiertesten Studierenden seines Studiengangs.<br \/>\nMit der Auszeichnung werden insbesondere seine politisch hochrelevante Abschlussarbeit zum Friedensprozess in Kolumbien und sein ehrenamtliches Engagement bei Amnesty International (AI), Greenpeace und TEDx honoriert. Am Dienstag (8. Dezember) erhielt er seine Urkunde in einer virtuellen Feierstunde.<br \/>\n&#8222;Ich finde es bemerkenswert, dass sich ein Student nicht nur wissenschaftlich mit wichtigen und schwierigen gesellschaftlichen Prozessen befasst, sondern dar\u00fcber hinaus auch au\u00dferhalb der wissenschaftlichen T\u00e4tigkeit gesellschaftliches Engagement zeigt&#8220;, sagte Universit\u00e4ts-Vizepr\u00e4sidentin Prof. Dr. Evelyn Korn. In seiner Abschlussarbeit &#8222;Liderazgo Social: The Concept of Social Leadership in Colombia as a Crucial Pillar for Local Peacebuilding&#8220; befasst sich V\u00e9lez mit der politischen Entwicklung in seinem Heimatland Kolumbien. Seit den 60er Jahren f\u00fchrt die sozialrevolution\u00e4re Guerillabewegung FARC-EP einen bewaffneten Kampf gegen den kolumbianischen Staat.<br \/>\n2016 vereinbarten die kolumbianische Regierung und die FARC-EP einen Waffenstillstand. Das Ziel: Die Demobilisierung und Waffenabgabe der FARC-EP sowie die schrittweise Integration der etwa 7.000 Aktivisten in die kolumbianische Zivilgesellschaft. Doch der Aufbau eines stabilen und dauerhaften Friedens ist nach wie vor fragil.<br \/>\nIn den bedr\u00fcckenden Statistiken der politischen Gewalt nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens wird deutlich: Die Anzahl der Morde an &#8222;ex-combatientes&#8220; (demobilisierte Mitglieder der FARC-EP) und l\u00edderes sociales (sozialen Anf\u00fchrerinnen und Anf\u00fchrern) stieg seit 2016 kontinuierlich an. Wer sind diese Menschen und welche Rolle haben sie f\u00fcr den Friedensbildungs-Prozess auf lokaler Ebene? Diesen sehr aktuellen und brisanten Fragen ist V\u00e9lez in seiner Arbeit nachgegangen, die auf einer eigenen Feldforschung in Antioquia beruht. &#8222;Diese Arbeit war ausgesprochen ambitioniert und hochaktuell und zeugte &#8211;<br \/>\ninsbesondere auch in der m\u00fcndlichen Disputation &#8211; sowohl von einem hohen akademischen Innovationspotential als auch von seinem au\u00dfergew\u00f6hnlich starken gesellschaftlichen Engagement&#8220;, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Anika Oettler vom Institut f\u00fcr Soziologie, die V\u00e9lez gemeinsam mit Prof. Dr. Sabine Kurtenbach vom Zentrum f\u00fcr Konfliktforschung (ZfK) f\u00fcr den DAAD-Preis nominierte. Doch mit der Nominierung wollten die Professorinnen nicht nur die Masterarbeit w\u00fcrdigen.<br \/>\n&#8222;Wir haben Andr\u00e9s Rodas V\u00e9lez in den vergangenen Jahren als einen ausgesprochen engagierten Studenten erlebt, der akademische Neugier mit einem ausgepr\u00e4gten gesellschaftlichen und ehrenamtlichen Engagement verbindet&#8220;, erl\u00e4uterte Kurtenbach. &#8222;Aus unserer Sicht geh\u00f6rt er zu den besten und engagiertesten Studenten, die wir in unserer akademischen Laufbahn kennengelernt haben.&#8220;<br \/>\nDer DAAD-Preis wird einmal j\u00e4hrlich an ausl\u00e4ndische Studierende verliehen, die ihr Studium in Deutschland absolvieren und sich durch besondere akademische Leistungen und ein bemerkenswertes gesellschaftliches oder interkulturelles Engagement hervorgetan haben. Die Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger werden von der jeweiligen Hochschule ausgew\u00e4hlt. Das Preisgeld stiftet das Ausw\u00e4rtige Amt (AA).<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andres Rodas V\u00e9lez aus Kolumbienerh\u00e4lt den DAAD-Preis. 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