{"id":6112,"date":"2020-12-03T11:59:59","date_gmt":"2020-12-03T10:59:59","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=6112"},"modified":"2020-12-03T11:59:59","modified_gmt":"2020-12-03T10:59:59","slug":"stiftung-springt-ein-elektronische-nase-soll-fruehchen-schuetzen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=6112","title":{"rendered":"Stiftung springt ein: &#8222;Elektronische Nase&#8220; soll Fr\u00fchchen sch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p>Eine &#8222;Elektronische Nase&#8220; soll die Diagnose von Krankenhausinfektionen bei Fr\u00fchgeborenen erleichtern. Das hat die Philipps-Universit\u00e4t am Donnerstag (3. Dezember) angek\u00fcndigt. <!--more--><br \/>\nF\u00fcr Fr\u00fchgeborene sind Krankenhauskeime besonders gef\u00e4hrlich, da ihr Immunsystem noch sehr schwach ist. Doch schon die Diagnose von Krankenhausinfektionen ist sehr kosten- und zeitaufw\u00e4ndig. Eine L\u00f6sung k\u00f6nnten &#8222;elektronische Nasen&#8220; sein, die minimalinvasiv verschiedene Substanzen in der Luft erkennen &#8211; auch Keime beziehungsweise die Immunantwort des K\u00f6rpers auf bestimmte Erreger.<br \/>\nSybelle Goedicke-Fritz vom Fachbereich Medizin der Philipps-Universit\u00e4t m\u00f6chte sogenannte &#8222;Smellprints&#8220; von h\u00e4ufig vorkommenden Erregern erstellen, die der&#8220; elektronischen Nase&#8220; die Diagnose von Krankenhausinfektionen erm\u00f6glichen sollen. Die Else Kr\u00f6ner-Fresenius-Stiftung f\u00f6rdert ihr Vorhaben mit 1.000 Euro im Rahmen der Sonderausschreibung &#8222;1 Million Euro gegen Keime&#8220;.<br \/>\nMit Hilfe von 32 Polymersensoren kann die &#8222;elektronische Nase&#8220; fl\u00fcchtige organische Verbindungen feststellen. Diese sogenannten &#8222;Volatile organic compounds&#8220; (V&#8217;OC) werden unter anderem mit jedem Atemzug eines Lebewesens abgegeben.<br \/>\n&#8222;Diese VOC bestehen zu einem gro\u00dfen Teil aus Metaboliten, die aus dem k\u00f6rpereigenen Stoffwechsel stammen, und k\u00f6nnen so wichtige Informationen \u00fcber die Art und Aktivit\u00e4t sowie \u00fcber den Zustand des Organismus geben&#8220;, erkl\u00e4rte Goedicke-Fritz. &#8222;Dabei handelt es sich um eine minimalinvasive Anwendung ohne zus\u00e4tzliche Belastung der Patientinnen und Patienten, und ist daher f\u00fcr eine Vielzahl von medizinischen Fragestellungen sehr interessant.&#8220;<br \/>\nGerade bei Fr\u00fchchen, deren Immunsystem sehr angreifbar ist, muss die Diagnostik absolut risikofrei sein. &#8222;Die elektronische Nase bietet da hervorragende Voraussetzungen&#8220;, meinte die Medizinerin. &#8222;Doch um sie bestm\u00f6glich f\u00fcr die Fr\u00fcherkennung von Infektionen nutzen zu k\u00f6nnen, muss sie zun\u00e4chst mit Informationen zu den gesuchten Keimen bespielt werden.&#8220;<br \/>\nDaf\u00fcr wird Goedicke-Fritz &#8222;Smellprints&#8220; der am h\u00e4ufigsten vorkommenden Erreger &#8211; darunter Enterobacter cloacae, Klebsiella oxytoca, Enterokokken sowie multiresistente Escherichia coli &#8211; erstellen. Die &#8222;elektronische Nase&#8220; kann dann zum Beispiel die Atemluft mit den &#8222;Smellprints&#8220; abgleichen und so die gesuchten Keime identifizieren.<br \/>\n&#8222;Da kleine Kinder &#8211; gerade Fr\u00fchgeborene &#8211; nicht in der Lage sind, selbstst\u00e4ndig Luft auf Kommando auszuatmen, werden wir unterschiedliche Proben nehmen&#8220;, erkl\u00e4rte Goedicke-Fritz. &#8222;Die elektronische Nase riecht an Stuhl, Urin, Hautabstrichen und der Inkubatoratmosph\u00e4re. Ein entsprechendes t\u00e4gliches oder sogar st\u00fcndliches Screening k\u00f6nnte nicht nur zu einer schnelleren und zielgenaueren Therapie, sondern auch zur bewussteren Wahrnehmung des endemischen Vorkommens bestimmter Erreger sowie zu einer verbesserten Compliance des medizinischen Personals mit pr\u00e4ventiven Hygienema\u00dfnahmen f\u00fchren.&#8220;<br \/>\nDie Jury der Sonderausschreibung &#8222;1 Million Euro gegen Keime&#8220; der Else Kr\u00f6ner-Fresenius-Stiftung stufte das Projekt als besonders relevant und aussichtsreich ein und zeigte sich beeindruckt von dem innovativen Charakter. Das Projekt geh\u00f6rt damit zu den neun besten aller 211 eingereichten Projekte, die einen Beitrag zur Verbesserung der Hygiene im Krankenhaus oder ambulanten Bereich leisten wollen.<br \/>\nIm Schwerpunkt &#8222;Digitale L\u00f6sungen f\u00fcr die Prozess- und Arbeitsorganisation&#8220; geh\u00f6rt es sogar zu den besten drei. Mit Erhalt des Preises besteht nun auch die M\u00f6glichkeit, die sich final um einen Teil der ausgeschriebenen F\u00f6rdermittel von 1 Million Euro zu bewerben.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4tMarburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine &#8222;Elektronische Nase&#8220; soll die Diagnose von Krankenhausinfektionen bei Fr\u00fchgeborenen erleichtern. Das hat die Philipps-Universit\u00e4t am Donnerstag (3. 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