{"id":6046,"date":"2020-11-23T11:24:13","date_gmt":"2020-11-23T10:24:13","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=6046"},"modified":"2020-11-23T11:24:13","modified_gmt":"2020-11-23T10:24:13","slug":"zum-hexenjahr-abschlussgottesdienst-problematisierte-ausgrenzung-andersartiger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=6046","title":{"rendered":"Zum Hexenjahr: Abschlussgottesdienst problematisierte Ausgrenzung Andersartiger"},"content":{"rendered":"<p>Das Hexenjahr hat seinen Abschluss mit einem Gottesdienst am Bu\u00df- und Bettag gefunden. Die Ausgrenzung &#8222;Andersartiger&#8220; sei aber noch immer ein wichtiges Thema, erkl\u00e4rte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. <!--more--><br \/>\nSie sind verfolgt und get\u00f6tet worden: Mit einem Themenjahr hat die Stadt Marburg an die Prozesse gegen &#8222;Hexen&#8220; vor mehr als 300 Jahren erinnert. Den Abschluss hat ein Gottesdienst am Bu\u00df- und Bettag in der Lutherischen Pfarrkirche gemacht.<br \/>\nPfarrerin Andrea W\u00f6llenstein und Oberb\u00fcrgermeister Spies betonten darin auch die heutige Verantwortung bei der Ausgrenzung &#8222;Andersartiger&#8220;. Unter dem Titel &#8222;Andersartig. Hexen. Glaube. Verfolgung&#8220; gab es seit dem Fr\u00fchjahr Veranstaltungen zum Themenjahr, auch wenn coronabedingt viele ausfielen oder verschoben wurden. Rund 50 Menschen waren jedoch zum Abschlussgottesdienst des Hexenjahrs am Mittwoch (18. November) in die Lutherische Pfarrkirche gekommen.<br \/>\n&#8222;Das Wort andersartig unterstellt, dass man Menschen in Arten unterteilen k\u00f6nne&#8220;, erkl\u00e4rte W\u00f6llenstein. Einige geh\u00f6rten dann dazu und andere nicht. Aus Hass und Missgunst seien Menschen damals zu &#8222;Hexen&#8220; gemacht worden.<br \/>\nIhre Verfolgung k\u00f6nne nicht wieder gut gemacht werden, sagte die Pfarrerin. &#8222;Aber wir k\u00f6nnen an sie und ihre W\u00fcrde erinnern.&#8220;<br \/>\nDaher wurden im Gottesdienst die Namen der bekannten 24 Opfer aus dem Raum Marburg verlesen. Darunter waren 22 Frauen und zwei M\u00e4nner.<br \/>\n&#8222;Eine Zauberin sollst du nicht am Leben lassen!&#8220; So stehe es im Buch Mose. Auch Martin Luther sei dieser \u00dcberzeugung gewesen, berichtete W\u00f6llenstein.<br \/>\nDamals sei eine Zeit gro\u00dfer Verunsicherung gewesen mit Umweltkatastrophen und Epidemien. Die Hexenprozesse seien eine M\u00f6glichkeit gewesen, &#8222;Schuldige&#8220; zu pr\u00e4sentieren.<br \/>\nMit Blick auf die j\u00fcngste Geschichte Deutschlands sagte W\u00f6llenstein: &#8222;Auch wenn der letzte Hexenprozess mehr als 300 Jahre her ist: Die Denkmuster sind nicht ausgestorben. Wir m\u00fcssen hinschauen und uns einmischen.&#8220;<br \/>\nOberb\u00fcrgermeister Spies sagte in seinem Gru\u00dfwort, in Marburg sei die Opferzahl vergleichsweise gering gewesen. enn Philipp der Gro\u00dfm\u00fctige habe die Hexenverfolgung abgelehnt. Wichtig bei der Aufarbeitung in dem Themenjahr seien die unterschiedlichen Perspektiven gewesen.<br \/>\nLaut Spies braucht es nicht nur die trockene und exakte wissenschaftliche Betrachtung: &#8222;Wer Lehren aus der Geschichte ziehen will, muss f\u00fcr die Gegenwart wirksam machen, der muss sie erleben, sp\u00fcren, die Geschichte mit dem Herzen betrachten.&#8220;<br \/>\nZum Abschluss zitierte Spies Dietrich Bonhoeffer: &#8222;Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegen\u00fcber der Zukunft geben f\u00fcrs Leben die richtige Haltung.&#8220; Dekan Burkhard zur Nieden erinnerte daran, dass die verfolgten &#8222;Hexen&#8220; oft gl\u00e4ubige Christen waren, die Gott um Hilfe anriefen.<br \/>\nMusikalisch wurde der Gottesdienst von Improvisationen von Klangschalen und Orgel begleitet. Da einige Veranstaltungen verschoben wurden, wird es auch nach dem Abschlussgottesdienst noch Beitr\u00e4ge zum Themenjahr geben. Vorerst finden sie digital statt.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Hexenjahr hat seinen Abschluss mit einem Gottesdienst am Bu\u00df- und Bettag gefunden. 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