{"id":5798,"date":"2020-10-04T12:22:00","date_gmt":"2020-10-04T10:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=5798"},"modified":"2020-10-04T12:22:00","modified_gmt":"2020-10-04T10:22:00","slug":"3-oktober-einheitsfeier-in-eph-und-kfz-sowie-online-weltweit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=5798","title":{"rendered":"3. Oktober: Einheitsfeier in EPH und KFZ sowie online weltweit"},"content":{"rendered":"<p>Der &#8222;Tag der Deutschen Einheit&#8220; ist in Marburg wieder mit dem &#8222;Tag der kulturellen Vielfalt&#8220; zusammen gefeiert worden. Corona-bedingt war die Feier am Samstag (3. Oktober) kleiner und ruhiger als sonst. <!--more--><br \/>\nEinheit in Vielfalt, Miteinander in Freiheit, W\u00fcrde und gegenseitiger Respekt sowie gleiche Chancen f\u00fcr alle sind die zentralen Botschaften der Feier zum 3. Oktober in Marburg. Daf\u00fcr gab es ein Fest im Erwin-Piscator-Haus (EPH). Per Video-Schaltung waren die Feiernden dort verbunden mit der Interkulturellen B\u00fchne im KFZ und erstmals live \u00fcbertragen in alle Welt.<br \/>\n&#8222;Herzlich Willkommen&#8220;, begr\u00fc\u00dfte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies die G\u00e4ste im gro\u00dfen Saal des EPH, das zugeschaltete Publikum im KFZ ein Stockwerk darunter und alle &#8222;vor den Bildschirmen und Smartphones im Internet&#8220;. Aus der th\u00fcringischen Partnerstadt Eisenach war Spies&#8216; Amtskollegin Katja Wolf mit einer kleinen Delegation nach Marburg gekommen. Gemeinsam feierten die Oberb\u00fcrgermeisterin und ihr Marburger Kollege das 30. Jahr der Deutschen Einheit und das 32. Jahr der St\u00e4dtepartnerstadt.<br \/>\nStatt der sonst vollbesetzten Reihen im gro\u00dfen Saal des EPH gruppierten sich die rund 100 angemeldeten G\u00e4ste des diesj\u00e4hrigen 3. Oktobers corona-konform mit viel Abstand zu sechst um festlich gedeckte Kaffeetafeln. Neben KWolf und Spies nahmen unter anderem Stadtr\u00e4tin Kirsten Dinnebier, Stadtverordnetenvorsteherin Marianne W\u00f6lk, zahlreiche Magistratsmitglieder und Stadtverordnete, Ehrenb\u00fcrger wie der fr\u00fchere Oberb\u00fcrgermeister Egon Vaupel, Stadt\u00e4lteste wie Heinrich L\u00f6wer, die Integrationsbeauftragte Xiaotian Tang sowie Goharik Gareyan-Petrosyan als Vorsitzendes des Ausl\u00e4nderbeirats teil, der das Fest mitveranstaltete.<br \/>\nAnstelle eines bunten Fests im Freien gab es diesmal fast drei Stunden spannendes Multi-Media-Programm drinnen mit Reden und Musik, Zeitzeugen-Interviews, humorvollen Einspielern, interkulturellem R\u00e4tselraten, einer ber\u00fchrenden Zeitreise und einem Moderations-Duo, das an zwei verschiedenen Orten &#8211; per Video-Schaltung verbunden &#8211; durch die kompakte und unterhaltsame Festveranstaltung f\u00fchrte. Live zu sehen war sie in Marburg, Eisenach und in aller Welt durch den Klick auf die st\u00e4dtische Homepage oder Facebook-Seite.<br \/>\n&#8222;Unzweifelhaft war der 3. Oktober, der Tag, an dem das eine Deutschland im anderen aufging, f\u00fcr viele Menschen ein Moment der Freude und der Befreiung, ein Tag der Hoffnung und der Erwartungen&#8220;, erinnerte Oberb\u00fcrgermeister Spies an das Jahr 1990. &#8222;Die Ern\u00fcchterung folgte schnell&#8220;, f\u00fcgte Spies hinzu.<br \/>\nZu gro\u00df, zu unhaltbar seien die Versprechungen gewesen; zu wenig sei der \u00f6konomische Raubbau reguliert und unter Kontrolle gehalten worden. &#8222;Zu viele Wessis spielten sich als Sieger auf&#8220;. Die Kr\u00e4nkungen und Entwertung, die die Wiedervereinigung f\u00fcr so viele bedeutet habe, wirkten bis heute fort, sagte Spies mit Blick auf die nach wie vor bestehende Ungleichheit bei Renten, Einkommen, Chancen und Anerkennung zwischen Ost und West.<br \/>\n&#8222;Wenn wir wirklich zusammenwachsen und erfolgreich sein wollen, wenn wir Demokratie und Recht erhalten und das Vertrauen in die F\u00fcrsorglichkeit des Staates und das Gemeinwesen wieder herstellen wollen, dann muss es Fairness geben zwischen allen, die hier leben&#8220;, stellte der Marburger Oberb\u00fcrgermeister klar. Der 3. Oktober m\u00fcsse ein Tag des Miteinanders aller Menschen sein. &#8222;Er muss ein Tag sein, der uns jedes Jahr auffordert, dieses Land ein St\u00fcckchen besser zu machen, einiger, gerechter, r\u00fccksichtsvoller.&#8220;<br \/>\nDass das Gemeinwesen nur gelingt, wenn sich alle fair behandelt wissen, betonte auch Eisenachs Oberb\u00fcrgermeisterin Wolf zum &#8222;30. Geburtstag&#8220; des wiedervereinten Deutschland, zum &#8222;30. Hochzeitstag&#8220; zwischen Ost und West. &#8222;Wie konnte es dazu kommen, dass 44 Prozent der Menschen im Westen und 72 Prozent derer im Osten heute mehr Trennendes sehen als Verbindendes?&#8220;, fragte sie.<br \/>\nEine Antwort liege in der Entw\u00fcrdigung, Degradierung, Kr\u00e4nkung der Menschen im Osten durch millionenfache berufliche Deklassierung, Abwanderung in den Westen, durch Arbeitslosigkeit oder erzwungenen Verrentung mitten im Berufsleben. Die Euphorie vom 9. November 1989 sei ob der rasenden Geschwindigkeit, mit der sich alles ver\u00e4nderte &#8222;und die uns \u00fcberrannt hat&#8220;, einer Ern\u00fcchterung gewichen, die schon am 3. Oktober 1990 sp\u00fcrbar gewesen sei. &#8222;Das wirkt auch in der heutigen jungen Generation noch nach &#8211; trotz der Erfolgsgeschichte, die die Wiedervereinigung auch ist.&#8220;<br \/>\nDie L\u00f6sung liege in der W\u00fcrde, darin sich auf Augenh\u00f6he zu begegnen, die Lebensleistung der anderen anzuerkennen. Das gelte &#8220; nicht nur am 3. Oktober&#8220;, betonte Wolf ebenso wie Spies. Das sei in der St\u00e4dtepartnerschaft zwischen Marburg und Eisenach \u00fcber all die Jahre gelungen. Das sei nicht nur ein Rezept f\u00fcr Deutschland, sondern ebenso f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben weltweit.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/marburg.news\/?p=5797\">Vor den Festreden<\/a> der beiden Stadtoberh\u00e4upter hatte das Bl\u00e4serquintett des des Studenten-Sinfonie-Orchesters Marburg (SSO) unter Leitung von Dr. Ulrich Metzger die Feierstunde eingel\u00e4utet. F\u00fcr die weitere musikalische Begleitung des Festakts im EPH-Saal verst\u00e4rkten Jan Kleeb und ein multinationales Quartett die Blasmusik. Die Nationalhymne erklang in vielf\u00e4ltigen Varianten. Von den Festg\u00e4sten mitgesungen wurde sie dieses Jahr &#8211; wiederum corona-begingt &#8211; nicht.<br \/>\nZwischen zwei Hymnen-Varianten sprach Gareyan-Petrosan vom Ausl\u00e4nderbeirat \u00fcber &#8222;zusammenwachsen und zusammenleben&#8220;. Sie erkl\u00e4rte: &#8222;Bei allen Herausforderungen ist unser aller Sehnsucht gro\u00df, die Einheit in Vielfalt tats\u00e4chlich herzustellen, damit alle Menschen in Marburg, in Eisenach und \u00fcberall auf der Welt gl\u00fccklich leben k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\nZur Klassik und den klaren Worten f\u00fcr Demokratie, Einheit, soziale Gerechtigkeit, W\u00fcrde und Respekt im EPH gab es von der Internationalen B\u00fchne im KFZ orientalischen Balkan-Blues der Band &#8222;Radio Rumeli&#8220; und mitrei\u00dfende lateinamerikanische Rhythmen von &#8222;Sonida Aguajal&#8220;. Wer die Live-\u00dcbertragung der Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit und Tag der kulturellen Vielfalt in Marburg verpasst hat, kann die Aufnahme des kompletten Programms unter <a href=\"http:\/\/marburg.de\/3oktober\">marburg.de\/3oktober<\/a> ansehen.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der &#8222;Tag der Deutschen Einheit&#8220; ist in Marburg wieder mit dem &#8222;Tag der kulturellen Vielfalt&#8220; zusammen gefeiert worden. Corona-bedingt war die Feier am Samstag (3. 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