{"id":5752,"date":"2020-09-25T17:46:18","date_gmt":"2020-09-25T15:46:18","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=5752"},"modified":"2020-09-25T17:46:18","modified_gmt":"2020-09-25T15:46:18","slug":"fuer-alle-frauen-vorsorge-kann-brustkrebs-heilen-helfen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=5752","title":{"rendered":"F\u00fcr alle Frauen: Vorsorge kann Brustkrebs heilen helfen"},"content":{"rendered":"<p>Zum internationalen Brustkrebsmonat gibt es eine Veranstaltungsreihe in Marburg. Sie umfasst auch Anleitungen zur Selbstuntersuchung als Vorsorge gegen Brustkrebs. <!--more--><br \/>\nBrustkrebs ist bei Frauen die h\u00e4ufigste Art an Krebs zu erkranken. Eine fr\u00fchzeitige Erkennung ist wichtig, um die Heilungschancen zu erh\u00f6hen. Der Monat Oktober gilt international als &#8222;Bewusstseins-Monat&#8220;, um \u00fcber die Vorbeugung, Behandlung und Erforschung von Brustkrebs st\u00e4rker aufzukl\u00e4ren.<br \/>\nIn Marburg findet eine Veranstaltungsreihe zum Thema &#8222;Selbstuntersuchung zur Fr\u00fcherkennung von Brustkrebs&#8220; statt. &#8222;Wir m\u00f6chten es erm\u00f6glichen, dass eine Anleitung zur Selbstuntersuchung in vertrauensvoller Umgebung m\u00f6glich ist&#8220;, erkl\u00e4rte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. &#8222;Das ist au\u00dferordentlich wichtig, denn das Thema ist etwas sehr Pers\u00f6nliches.&#8220;<br \/>\nDamit bezog er sich auf das gemeinsame Angebot der Stadt Marburg, mehreren Vereinen, Gemeinwesentr\u00e4gern und des Brustzentrums Regio des Universit\u00e4tsklinikums Gie\u00dfen-Marburg (UKGM): Zw\u00f6lf Gyn\u00e4kologinnen des UKGM besuchen kostenlos bestehende Frauengruppen am Richtsberg, im Waldtal und Stadtwald sowie von Studierendenvereinen, um in vertrauter Atmosph\u00e4re Fragen rund um das Thema Brustkrebsvorsorge zu beantworten.<br \/>\nBekleidet und teilweise anhand von Modellen erhalten die Frauen au\u00dferdem Anleitungen zur Selbstuntersuchung. Dieses Angebot gibt es im Oktober auch noch einmal an zwei Terminen f\u00fcr Frauen, die nicht einer bestehenden Gruppe angeh\u00f6ren. Angesprochen werden sollen vor allem Frauen, die eher schwerer erreichbar sind, unter anderem aufgrund von Sprachbarrieren oder kulturellen Unterschieden.<br \/>\n&#8222;Die Veranstaltungsreihe ist vor allem auch f\u00fcr Frauen mit Migrationshintergrund gedacht&#8220;, erkl\u00e4rte Dr. Christine Amend-Wegmann. Die Leiterin des Fachbereichs Zivilgesellschaft, Stadtentwicklung, Migration und Kultur erg\u00e4nzte: &#8222;Wir m\u00f6chten Frauen selbsterm\u00e4chtigen, sich um ihren K\u00f6rper zu k\u00fcmmern.&#8220;<br \/>\nDieses Ziel steht im Zusammenhang mit der Umsetzung der Europ\u00e4ischen Charta f\u00fcr die Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern (EU-Charta) auf lokaler Ebene, die 2014 von der Universit\u00e4tsstadt Marburg unterschrieben wurde. Die Veranstaltungsreihe ber\u00fccksichtigt damit auch geschlechtsspezifische Aspekte in der Medizin.<br \/>\nAn der Umsetzung sind mehrere Fachdienste der Stadt beteiligt: Die Organisation hat federf\u00fchrend die Gesunde Stadt in Kooperation mit dem Fachdienst Migration und Fl\u00fcchtlingshilfe \u00fcbernommen, nachdem die Idee zur Aktion in Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsreferat gestartet war.<br \/>\nOB Spies dankte vor allem auch den weiteren Beteiligten: den Vereinen &#8222;Leben mit Krebs&#8220; und &#8222;Hadara&#8220; sowie dem Bewohnernetzwerk f\u00fcr Soziale Fragen (BSF) aus dem Stadtteil Richtsberg, der Initiative f\u00fcr Kinder-, Jugend- und Gemeinwesenarbeit aus dem Stadtwald und dem Arbeitskreis soziale Brennpunkte (AKSB) des Waldtals sowie dem Brustzentrum Regio. Der Gesundheitsdezernent betonte, dass damit ein Zugang zu Pr\u00e4ventionsangeboten im Gesundheitsbereich geschaffen werde &#8211; und zwar f\u00fcr Frauen, die sonst eher einen schwierigen Zugang haben, wie Linda Noack von der Gesunden Stadt erl\u00e4uterte.<br \/>\nDazu geh\u00f6ren beispielsweise ausl\u00e4ndische Studierende und gefl\u00fcchtete Frauen, berichtete Adji Gaye vom Fachdienst Migration und Fl\u00fcchtlingshilfe. Viele dieser Frauen sei Pr\u00e4vention noch fremd, wei\u00df Gaye. Das habe weniger mit dem Bildungsstand zu tun als mit unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen.<br \/>\nZur Unterst\u00fctzung sollen die Anleitungen zur Selbstuntersuchung der Brust beispielsweise in mehrere Sprachen \u00fcbersetzt werden. Au\u00dferdem bietet der Fachdienst auch an, bei Bedarf Dolmetscherinnen zu organisieren.<br \/>\nDr. Christine K\u00f6hler vom Brustzentrum Regio ist das Angebot eine Herzensangelegenheit. Sie machte deutlich, dass es bei der Anleitung zur Selbstuntersuchung nicht nur um Vorsorge gehe: &#8222;Es bringt die Frauen dazu, auf sich zu achten und ein Bewusstsein f\u00fcr den eigenen K\u00f6rper zu entwickeln. Und das wiederum soll sie dazu bringen, auch die Fr\u00fcherkennungsangebote anzunehmen wie etwa die Mammografie, zu der aktuell nur rund 50 Prozent der Frauen gehen.&#8220;<br \/>\nChristiane Schmitt vom Verein &#8222;Leben mit Krebs&#8220; betonte auch, wie wichtig es sei, dem Thema den Schrecken zu nehmen, sondern eher die positive Botschaft zu vermitteln: &#8222;Viele k\u00f6nnen geheilt werden.&#8220; Brustkrebs als h\u00e4ufigste Art von Krebs bei Frauen bietet eine deutlich h\u00f6here \u00dcberlebenswahrscheinlichkeit als oftmals angenommen. Sie liegt bei 87 Prozent nach f\u00fcnf Jahren und 82 Prozent nach zehn Jahren.<br \/>\nEine fr\u00fche Erkennung des Tumors erh\u00f6ht die Heilungschancen. Ein Gro\u00dfteil aller F\u00e4lle wird von den Frauen selbst entdeckt, entweder zuf\u00e4llig oder beim bewussten Abtasten der eigenen Brust.<br \/>\nDass das Angebot dazu beitr\u00e4gt, mehr Kontakt zu einzelnen Stadtteilen zu entwickeln, begr\u00fc\u00dft Schmitt sehr. Und auch Renate Latsch vom BSF best\u00e4tigte, welch geeigneten Zielgruppen die bestehenden Frauengruppen der Stadtteile Richtsberg, Waldtal und Stadtwald seien: &#8222;Die Frauen stellen in den Gruppen auch viele medizinische Fragen, weil sie sonst einfach keinen Zugang zu diesen Themen haben. Die Gruppe dient ihnen als erster Ansprechpartner &#8211; auch im gesundheitlichen Bereich.&#8220;<br \/>\nDie Veranstaltungsreihe ist f\u00fcr den OB ein St\u00fcck Gesundheitsbildung, um Pr\u00e4vention und Aufkl\u00e4rung zu f\u00f6rdern. Zus\u00e4tzlich zu den Terminen im Oktober wird in den Buchhandlungen &#8222;Am Markt&#8220; und &#8222;Lehmanns&#8220; sowie in der Stadtbibliothek eine vielseitige Mischung an ausgew\u00e4hlter Literatur zum Thema Brustkrebs zur Verf\u00fcgung stehen.<br \/>\nDie Frauengruppen-unabh\u00e4ngigen Termine finden am Freitag (2. Oktober) sowie am Freitag (23. Oktober) jeweils um 17 Uhr im Sitzungssaal des Bauamts an der Barf\u00fc\u00dferstra\u00dfe statt. Um eine vorherige Anmeldung wird gebeten per E-Mail an gesund@marburg-stadt.de. Weitere Informationen gibt es bei Linda Noack vom Fachdienst Gesunde Stadt (06421\/201-1037 oder Linda.Noack@marburg-stadt.de.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum internationalen Brustkrebsmonat gibt es eine Veranstaltungsreihe in Marburg. 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