{"id":5716,"date":"2020-09-17T11:52:42","date_gmt":"2020-09-17T09:52:42","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=5716"},"modified":"2020-09-17T11:52:42","modified_gmt":"2020-09-17T09:52:42","slug":"interdisziplinaritaet-hilft-wohl-buch-zu-krankheiten-in-computerspielen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=5716","title":{"rendered":"Interdisziplinarit\u00e4t hilft wohl: Buch zu Krankheiten in Computerspielen"},"content":{"rendered":"<p>Ein fach\u00fcbergreifender Sammelband thematisiert Krankheit in Computerspielen. Er zeigt auf, woran Spiele kranken. <!--more--><br \/>\nDie Corona-Pandemie hat es wieder einmal gezeigt: Wie Menschen im Alltag mit Krankheit umgehen, ist stark von den Vorstellungen und Bildern abh\u00e4ngig, die die Medien \u00fcber Krankheiten verbreiten. Das gilt auch f\u00fcr Computerspiele, in denen der Gesundheitszustand der Figuren oftmals deren Aktivit\u00e4ten beeinflusst.<br \/>\nDer neue Sammelband thematisiert nun erstmals aus interdisziplin\u00e4rer Perspektive, wie Krankheiten in Computerspielen vorkommen. Unter dem Titel &#8222;Krankheit in Digitalen Spielen &#8211; interdisziplin\u00e4re Betrachtungen&#8220; haben die Herausgeber Arno G\u00f6rgen &amp; Stefan Heinrich Simond ihn beim transcript-Verlag in Bielefeld ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\n&#8222;F\u00fcr Kunst und Kultur sind Krankheiten seit jeher ein attraktives Sujet&#8220;, erkl\u00e4rte der Marburger Medienwissenschaftler Simond. Der Doktorand ist einer der beiden Herausgeber. Diese Aussage gelte auch f\u00fcr digitale Spiele. Seit mehr als 20 Jahren finden sich medizinische Themen in Computerspielen &#8211;<br \/>\ndie Bandbreite reicht von Krankheitserregern bis zur Leitung einer fiktiven Klinik.<br \/>\nIn j\u00fcngster Zeit kommen Spiele auch in der Therapie und in der Lehre zum Einsatz- man spricht dann von &#8222;serious games&#8220;.<br \/>\nDie wissenschaftliche Literatur behandelt bisher jedoch meist nur isolierte Aspekte des Themas. &#8222;Wir haben uns f\u00fcr die Publikation eines Sammelbandes entschieden, um nicht eine, sondern viele unterschiedliche Perspektiven aufzuzeigen&#8220;, betonte Simond.<br \/>\n&#8222;Als erster Sammelband \u00fcberhaupt vereint das Buch sowohl theoretische und analytische \u00dcberlegungen als auch praktische Erfahrungen, etwa mit der Entwicklung gesundheitsf\u00f6rdernder Computerspiele&#8220;, erg\u00e4nzte Mitherausgeber G\u00f6rgen von der Hochschule der K\u00fcnste Bern. Die Beitr\u00e4ge stammen aus den Medien- und Kulturwissenschaften, aus Medizinphilosophie, Medientheorie und -ethik, aus Literaturwissenschaft, aus der Medizin und aus dem Bereich der Produktentwicklung.<br \/>\nDas Buch ist als Einf\u00fchrung in die Thematik konzipiert. Was ist Krankheit? Wie vermitteln digitale Spiele Wissen? Welche Formen der k\u00fcnstlerischen Auseinandersetzung mit Krankheit gab es schon vor dem digitalen Spiel?<br \/>\nNeben solch grundlegenden Fragen behandelt das Werk auch Einzelthemen und untersucht Fallbeispiele; das thematische Spektrum reicht von Lernspielen bis zu Spielen, in denen es um Krebs oder posttraumatische Belastungsst\u00f6rung geht.<br \/>\nKrankheit in digitalen Spielen diene als &#8222;wichtiger Baustein in der Herstellung von Authentizit\u00e4tsfiktionen f\u00fcr ein immersives, realistisches Spielerlebnis&#8220;, schreiben die Herausgeber in der Einleitung; sie sei aber auch eine &#8222;Metapher der menschlichen Vulnerabilit\u00e4t&#8220;, eine &#8222;kraftvolle \u00e4sthetische Form&#8220;.<br \/>\nSchlie\u00dflich erlaube das Denken \u00fcber Krankheit in digitalen Spielen auch R\u00fcckschl\u00fcsse darauf, wie die Gesellschaft mit Menschen umgehe, die an den Rand gedr\u00e4ngt seien. &#8222;Wenn unser Verst\u00e4ndnis von Gesundheit und Krankheit sowie deren Ort in Form von Institutionen als historisch sich ver\u00e4ndernd begriffen wird, ist die Teilhabe digitaler Spiele an K\u00e4mpfen um Deutungshoheit und Stigmatisierung nicht zu untersch\u00e4tzen&#8220;, res\u00fcmierte Simond.<br \/>\nSimond verfertigt eine Doktorarbeit \u00fcber &#8222;Die Konstruktion psychischer Krankheiten und psychiatrischer Institutionen in digitalen Spielen&#8220; bei Prof. Dr. Andreas D\u00f6rner am Institut f\u00fcr Medienwissenschaft der Philipps-Universit\u00e4t. Er ist Mitbegr\u00fcnder und Chefredakteur des Spieletheorie-Portals <a href=\"http:\/\/pixeldiskurs.de\">pixeldiskurs.de<\/a>. Der Medizinhistoriker G\u00f6rgen verfasst an der Hochschule der K\u00fcnste Bern eine Zweitdissertation zum Thema der &#8222;Funktionalen St\u00f6rung&#8220; anhand medikaler Narrative in digitalen Spielen.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein fach\u00fcbergreifender Sammelband thematisiert Krankheit in Computerspielen. 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