{"id":5652,"date":"2020-09-04T10:28:22","date_gmt":"2020-09-04T08:28:22","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=5652"},"modified":"2020-09-04T10:28:22","modified_gmt":"2020-09-04T08:28:22","slug":"kluge-zusammenstellung-stadt-veroeffentlicht-zweiten-teilhabebericht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=5652","title":{"rendered":"Kluge Zusammenstellung: Stadt ver\u00f6ffentlicht zweiten Teilhabebericht"},"content":{"rendered":"<p>Viele kleine und gro\u00dfe Projekte bringen Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung mehr Teilhabe. Das zeigt der zweite Teilhabebericht mit Bestandsaufnahme und Zukunftsideen. <!--more--><br \/>\nIn Marburg sollen Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt leben. Aber wie steht es wirklich um die gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in der Universit\u00e4tsstadt?Wo gelingt Teilhabe gut und wo gibt es noch Handlungsbedarf? Das zeigt der zweite Teilhabebericht<br \/>\n&#8222;Etwa 17 Prozent der Menschen, die in Marburg leben, haben eine Behinderung oder eher: Sie werden darin behindert, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben&#8220;, erkl\u00e4rte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. &#8222;Das m\u00fcssen wir \u00e4ndern. Wie weit wir damit sind und wo es noch Handlungsbedarf gibt, zeigt der Teilhabebericht auf.&#8220;<br \/>\nErstellt wurde der Bericht auf Initiative des st\u00e4dtischen Behindertenbeirats im Auftrag des Magistrats. Er analysiert, was sich seit der ersten Bestandsaufnahme in Marburg verbessert hat. Au\u00dferdem gibt er Vorschl\u00e4ge, was noch verbessert werden muss.<br \/>\nDas hat die Stadt Marburg nicht alleine analysiert, sondern gemeinsam mit Expertinnen und Experten, mit Menschen mit und ohne Beeintr\u00e4chtigungen. &#8222;Das Besondere und Wichtige ist, dass Fachleute und Menschen, f\u00fcr die unser Teilhabebericht und die daraus resultierenden Ideen eine direkte Auswirkung auf das allt\u00e4gliche Leben haben, hier mitreden&#8220;, erl\u00e4uterte Spies. &#8222;Sie haben ihr Wissen eingebracht und einen anderen Blick auf die Strukturen unserer Stadt gegeben.&#8220;<br \/>\nGemeinsam mit der Arbeitsgruppe und der Sozialplanerin Monique Meier hat das Stadtoberhaupt die Bestandsaufnahme nun vorgestellt. Es sind viele kleinere und gro\u00dfe Bausteine, die Teilhabe erm\u00f6glichen: An Marburger Schulen gibt es immer wieder Bauma\u00dfnahmen, etwa mit dem Bau einer barrierefreien K\u00fcche an der Sophie-von-Brabant-Schule oder einem Fahrstuhl am Hauptgeb\u00e4ude der Adolf-Reichwein-Schule. Die Richtsberg Gesamtschule stellt vor, wie sie sich auf den Weg zu einer &#8222;Schule f\u00fcr Alle&#8220; macht und wie Digitalisierung und Individualisierung des Unterrichts dabei hilft.<br \/>\nEinen Beitrag zur Teilhabe liefert das Lebenshilfewerk unter anderem mit einem j\u00e4hrlichen Bildungs- und Kulturkatalog, in dem inklusive Bildungsangebote, Freizeitm\u00f6glichkeiten und Reisen zusammengefasst sind. Rund 700 barrierearme und teilweise barrierefreie Wohnungen sind in Marburg zudem in den letzten drei Jahren entstanden. Allerdings k\u00f6nnen laut Bericht nicht alle Bestandsgeb\u00e4ude und Wohnungen komplett barrierefrei umgebaut werden.<br \/>\nAber: Die Nachfrage nach barrierearmen Wohnungen steigt. Hilfe gibt es bereits bei dem Pflegeb\u00fcro der Stadt Marburg, das eine individuelle Wohnberatung anbietet.<br \/>\nDie Musikschule baut ihr Angebot f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen Schritt f\u00fcr Schritt aus und plant das Musizieren mit Menschen im h\u00f6heren Lebensalter. Das inklusive Stra\u00dfentheater-Projekt &#8222;H\u00fcrdenlauf&#8220; hatte gro\u00dfen Zuspruch gefunden. Die Stadt Marburg \u00fcbernimmt bereits seit mehr als 20 Jahren die Kosten f\u00fcr Geb\u00e4rdendolmetschen, wenn Geh\u00f6rlose mit der Stadt kommunizieren oder an Veranstaltungen teilnehmen.<br \/>\nAngeregt wird im Bericht beispielsweise, m\u00f6glichst viele barrierefreie Wohnungen in den Erdgeschossen zu bauen &#8211; da Aufz\u00fcge ausfallen k\u00f6nnen und das sonst einen &#8222;Hausarrest&#8220; f\u00fcr Bewohnende bedeuten k\u00f6nne. Wichtig seien auch niedrigschwellige Zug\u00e4nge zu gesundheitlicher Versorgung, Trainings f\u00fcr Fahrplanlesen, induktive H\u00f6ranlagen in Veranstaltungsr\u00e4umen oder der zunehmende Einsatz von leichter oder einfacher Sprache.<br \/>\n&#8222;Durch die Mitarbeit so vieler Beteiligter haben wir wertvolle Impulse aus pers\u00f6nlichen Erfahrungen bekommen&#8220;, berichtete Meier. &#8222;Diese Ideen und die Ans\u00e4tze aus dem Bundesteilhabegesetz m\u00fcssen wir nun alle gemeinsam entwickeln und mit Leben f\u00fcllen&#8220;, erg\u00e4nzte Sven D. Jerschow von der Agentur f\u00fcr Arbeit. &#8222;Daf\u00fcr ist der Teilhabebericht als Spiegel der bisherigen Arbeit eine gute Hilfe.&#8220;<br \/>\nIn Zusammenarbeit haben Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen, Institutionen, Vereine, Selbsthilfegruppen, die Philipps-Universit\u00e4t und verschiedene st\u00e4dtische Fachdienste umfangreiche Informationen auf 345 Seiten zusammengestellt. Der Arbeitskreis und viele G\u00e4ste haben eineinhalb Jahre an dem Bericht gearbeitet.<br \/>\nBernd Duve-Papendorf vom Sozialverband VdK stellte fest: &#8222;Ich habe bei der Arbeit an dem Bericht gro\u00dfartige Menschen kennengelernt, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit ihren Kompetenzen und Talenten einbringen. Die gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke des Berichtes ist meiner Ansicht nach die Vielfalt.&#8220;<br \/>\nWie vielf\u00e4ltig die Mitwirkenden sind, ist im Anhang des Berichts aufgef\u00fchrt. Beteiligt haben sich etwa Schulen, der Stadtelternbeirat, die Evangelische Familienbildungsst\u00e4tte, das Diakonische Werk, die BI Sozialpsychiatrie, der Verein Leben mit Krebs und viele mehr.<br \/>\nUm ein Meinungsbild von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen zu erhalten, hat die Philipps-Universit\u00e4t eine begleitende Befragung durchgef\u00fchrt und nach Verbesserungsw\u00fcnschen f\u00fcr die Stadt Marburg gefragt. Dr. Carolin Tillmann vom Institut f\u00fcr Erziehungswissenschaften erkl\u00e4rte dazu: &#8222;Die Beteiligung von Marburger*innen mit Beeintr\u00e4chtigungen ist ein wichtiger Bestandteil des zweiten Teilhabeberichts. Zudem wurde die Teilhabe von Menschen mit chronischen Krankheiten und unsichtbaren Beeintr\u00e4chtigungen st\u00e4rker als bisher thematisiert.&#8220;<br \/>\nEin wegweisendes Zitat aus einem der anonymisierten Interviews lautet: &#8222;Mein Traum ist es, dass man nicht sagt: Das ist der Behinderte und das der Normale.&#8220;<br \/>\nF\u00fcr den Bericht wurden Zahlen und Statistiken zusammengestellt. Demnach haben 12.990 Menschen in Marburg eine leichte oder schwere Behinderung. Das entspricht 16,8 Prozent der Bev\u00f6lkerung.<br \/>\n11,5 Prozent aller Menschen in Marburg sind schwerbehindert. Rund 80 Prozent aller Menschen mit einer schweren Behinderung sind mehr als 50 Jahre alt. Die Behinderungen werden meist im Laufe des Lebens &#8211; beispielsweise durch Krankheit &#8211; verursacht.<br \/>\nLaut dem Hessischen Statistischen Landesamt wird in Marburg am h\u00e4ufigsten eine Beeintr\u00e4chtigung der Funktion von inneren Organen verzeichnet. Das ist auch landesweit die h\u00e4ufigste Behinderungsart.<br \/>\nIn den einzelnen Kapiteln zeigen Leitideen in Leichter Sprache auf, welche Zielrichtung in Marburg gesetzt wird. Tanja Luft von der AG &#8222;Leichte Sprache&#8220; hat den Erarbeitungsprozess des Berichts eng begleitet und auch als Rollstuhlfahrerin zahlreiche Anregungen und Verbesserungsvorschl\u00e4ge eingebracht.<br \/>\nDen Bericht gibt es zum Download unter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele kleine und gro\u00dfe Projekte bringen Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung mehr Teilhabe. Das zeigt der zweite Teilhabebericht mit Bestandsaufnahme und Zukunftsideen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[2,4],"tags":[1275,59,869],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-1ta","jetpack-related-posts":[{"id":5210,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=5210","url_meta":{"origin":5652,"position":0},"title":"Erhebung: Zweiter Teilhabebericht zur Inklusion in Marburg","date":"5. Juni 2020","format":false,"excerpt":"2015 hat Marburg erstmals einen Teilhabebericht zu den Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen erstellt. Nun folgt der Zweite Teilhabebericht. Wo werden Menschen in Marburg behindert? An welchen Stellen sto\u00dfen sie auf Barrieren, die sie daran hindern, am gesellschaftlichen Leben Teil zu haben? Welche Menschen sind davon betroffen? Und welche M\u00f6glichkeiten\u2026","rel":"","context":"In &quot;Politik&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":75,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=75","url_meta":{"origin":5652,"position":1},"title":"63-mal zugelangt: Aktionsplan 2017 zur Behindertenrechtskonvention","date":"17. Januar 2017","format":false,"excerpt":"Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) formuliert die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebenssituationen als Ziel der Weltgemeinschaft. Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies hat am Donnerstag (12. Januar) im Rathaus mit dem \"Aktionsplan 2017\" ein umfassendes Handlungskonzept f\u00fcr Marburg vorgestellt, um die Teilhabe in der Universit\u00e4tsstadt Marburg in vielen\u2026","rel":"","context":"In &quot;Soziales&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":13905,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=13905","url_meta":{"origin":5652,"position":2},"title":"Im Beratungszentrum: Inklusiv und geschlechtersensibel","date":"28. September 2023","format":false,"excerpt":"\"Inklusiv und geschlechtersensibel beraten\" m\u00f6chte die Stadt Marburg alle Menschen. Das versprach sie bei der Auftaktveranstaltung zu einem entsprechenden Leitfaden und Pr\u00fcfverfahren. Um Beratungsstellen dabei zu unterst\u00fctzen, ihre Beratung in Zukunft inklusiv und geschlechtergerecht zu gestalten hat das Referat f\u00fcr Gleichberechtigung, Vielfalt und Antidiskriminierung der Stadt Marburg zusammen mit einer\u2026","rel":"","context":"In &quot;Soziales&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":1546,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=1546","url_meta":{"origin":5652,"position":3},"title":"Bem\u00fcht: Stadt f\u00fcr Aktionsplan ausgezeichnet","date":"10. Januar 2018","format":false,"excerpt":"Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebenssituationen hat sich auch die Stadt Marburg zum Ziel gesetzt. Das Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) hat die Stadt f\u00fcr ihren Aktionsplan nun schriftlich gew\u00fcrdigt. Anfang 2017 hatte sie einen Aktionsplan zur St\u00e4rkung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen vorgestellt. Damit\u2026","rel":"","context":"In &quot;Soziales&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":19168,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=19168","url_meta":{"origin":5652,"position":4},"title":"Geschlossene Gesellschaft: Teilhabe ist Menschenrecht","date":"8. Dezember 2025","format":false,"excerpt":"Teilhabe ist Menschenrecht. Das bekr\u00e4ftigte die Bundesvereinigung Lebenshilfe (BVLH) anl\u00e4sslich des Internationalen \"Tags der Menschenrechte\" am 10. Dezember. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe warnte am Montag (8. Dezember) davor, bei der Eingliederungshilfe f\u00fcr Menschen mit Behinderung zu sparen. \"Die Eingliederungshilfe erm\u00f6glicht Teilhabe; und Teilhabe ist Menschenrecht\", betonte die BVLH-Vorsitzende Ulla Schmidt. Angesichts\u2026","rel":"","context":"In &quot;Politik&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":15772,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=15772","url_meta":{"origin":5652,"position":5},"title":"Gekonnte Beratung: Projekt f\u00fcr Diversit\u00e4t und Respekt","date":"10. Juni 2024","format":false,"excerpt":"Eine Veranstaltung zum Pilotprojekt \"Beratung f\u00fcr alle - Inklusiv und geschlechtersensibel beraten\" hat am Donnerstag (23. Mai) stattgefunden. Teilgenommen daran haben mehrere Marburger Beratungsstellen. Beratungsstellen spielen eine entscheidende Rolle dabei, Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu unterst\u00fctzen und zu begleiten. Um dieser Aufgabe noch besser nachkommen zu k\u00f6nnen, hat der -\u2026","rel":"","context":"In &quot;Soziales&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]}],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5652"}],"collection":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5652"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5652\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}