{"id":565,"date":"2017-06-01T14:32:41","date_gmt":"2017-06-01T12:32:41","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=565"},"modified":"2017-06-01T14:32:41","modified_gmt":"2017-06-01T12:32:41","slug":"el-nino-geografen-erforschen-klima-in-ecuador","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=565","title":{"rendered":"El Ni\u00f1o: Geografen erforschen Klima in Ecuador"},"content":{"rendered":"<p>Marburger Geografen haben ein Netz von Radaranlagen im S\u00fcden Ecuadors aufgebaut. So kriegen sie &#8222;El Ni\u00f1o&#8220; auf den Schirm. <!--more--><br \/>\nMit ihrem Radarnetz m\u00f6chten die Wissenschaftler die r\u00e4umliche und zeitliche Verteilung von Niederschl\u00e4gen in dem s\u00fcdamerikanischen Land beobachten. Das Forschungsteam um Projektleiter Prof. Dr. J\u00f6rg Bendix von der Philipps-Universit\u00e4t berichtete gemeinsam mit ecuadorianischen Beteiligten in der Juniausgabe der Fachzeitschrift &#8222;Bulletin of the American Meteorological Society&#8220; \u00fcber das Radarnetz und pr\u00e4sentierte zugleich eine erste Studie zum Klimaph\u00e4nomen &#8222;El Ni\u00f1o&#8220; im Jahr 2015.<br \/>\n&#8222;Niederschlag ist ein Klimaelement, das sich in Raum und Zeit recht chaotisch verteilt&#8220;, erkl\u00e4rte Bendix zum Hintergrund des Vorhabens. &#8222;Gerade in den Tropen l\u00e4sst es sich nur schwer anhand von Modellen vorhersagen.&#8220;<br \/>\nIn Ecuador sorgt das Klimaph\u00e4nomen &#8222;El Ni\u00f1o&#8220; h\u00e4ufig zu Starkregenf\u00e4llen, die verheerende Folgen wie Erdrutsche nach sich ziehen. Der Jahresniederschlag erreicht in den Hochlagen mit einer Menge von bis zu 6.000 Millimetern etwa das Zehnfache des Marburger Werts.<br \/>\n&#8222;Das Monitoring von Niederschlag ist in Ecuador von gro\u00dfer Bedeutung, da das Land einen Gro\u00dfteil seiner Stromproduktion mit Wasserkraft deckt&#8220;, erl\u00e4uterte Bendix. &#8222;Nur ein lokales Wetterradar-Messnetz kann zeigen, wo die Starkniedesrchl\u00e4ge auftreten und im Sinne der K\u00fcrzesfristvorhersage (Nowcasting) auch den Katastrophenschutz vor Ort unterst\u00fctzen.&#8220;<br \/>\nAndererseits gibt es in der Region sehr trockene Gebiete, in denen Landwirtschaft betrieben wird wie beispielsweise Zuckerrohranbau. &#8222;Dort ist die Verteilung des Niederschlags f\u00fcr Bew\u00e4sserung, D\u00fcngung und dergleichen von Belang&#8220;, legte der Projektleiter dar.<br \/>\nIm S\u00fcden von Ecuador seien die Wasserressourcen vor allem durch den Klimawandel und die sich \u00e4ndernde Landnutzung bedroht, f\u00fchrte der Geograf aus. &#8222;Dies wirkt sich auch auf die Biodiversit\u00e4t und die Landwirtschaft aus.&#8220; Das Gebiet der \u00f6stlichen Andenabdachung in der Provinz Loja gilt im weltweiten Vergleich als ein Schwerpunkt der Artenvielfalt.<br \/>\nAus all diesen Gr\u00fcnden m\u00fcsse man die raum-zeitliche Regenverteilung kennen, was nur mit Hilfe des Wetterradars m\u00f6glich sei. Ecuador verf\u00fcge bisher nicht \u00fcber verl\u00e4ssliche Niederschlagskarten, erkl\u00e4rte Bendix. Die wenigen Stationen des Wetterdiensts st\u00fcnden immer in gut erreichbaren Tallagen.<br \/>\n\u00dcber die Hochlagen wisse man hingegen &#8222;so gut wie nichts, obwohl diese die Wasserspender f\u00fcr Wasserkraft und Trinkwasser sind&#8220;. Die Wissenschaftler entwickelten daher ein Verfahren, um auch in gebirgigem Gel\u00e4nde kosteng\u00fcnstige Radarger\u00e4te einsetzen zu k\u00f6nnen, mit denen sich Niederschlagsfelder r\u00e4umlich und zeitlich abbilden lassen.<br \/>\nDas Team baute im S\u00fcden Ecuadors drei Wetterradarger\u00e4te auf. Sie senden elektromagnetische Wellen aus und empfangen das Echo von Regentropfen, das Aufschluss \u00fcber Ort und Menge des erfassten Niederschlags gibt. Zum Vergleich werden Daten von Niederschlags-Messstellen herangezogen.<br \/>\nDie Arbeitsgruppe von Bendix forscht seit mehr als zehn Jahren im S\u00fcden Ecuadors. Derzeit arbeitet sie in einem Wissenstransferprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unter dem Titel &#8222;Platform for Biodiversity and Ecosystem Monitoring and Research in South Ecuador&#8220;, das Bendix koordiniert.<br \/>\nDie Entwicklung des Radarnetzes wurde von ecuadorianischer Seite mit 200.000 US-Dollar unterst\u00fctzt. Die DFG bewilligte f\u00fcr das Transferprojekt mehr als 600.000 Euro.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marburger Geografen haben ein Netz von Radaranlagen im S\u00fcden Ecuadors aufgebaut. So kriegen sie &#8222;El Ni\u00f1o&#8220; auf den Schirm.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[406,407,408],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-97","jetpack-related-posts":[{"id":12810,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=12810","url_meta":{"origin":565,"position":0},"title":"Austrocknung ausschlie\u00dfen: Satellitendaten zu Nebelt\u00e4lern im Amazonas","date":"12. Juni 2023","format":false,"excerpt":"Neblige Amazonast\u00e4ler bieten Schutz vor dem Klimawandel. Das nutzt eine Forschungsgruppe aus der Geographie mit Hilfe von Satellitendaten aus. 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