{"id":5337,"date":"2020-06-29T16:14:47","date_gmt":"2020-06-29T14:14:47","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=5337"},"modified":"2020-06-29T16:14:47","modified_gmt":"2020-06-29T14:14:47","slug":"erfolbreiche-forschung-genetische-mausefalle-soll-bei-heilung-helfen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=5337","title":{"rendered":"Erfolbreiche Forschung: Genetische Mausefalle soll bei Heilung helfen"},"content":{"rendered":"<p>Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Ivica Grgic hat eine neue genetisch ver\u00e4nderte Mauslinie entwickelt. Sie erm\u00f6glicht, spezialisierte Immunzellen inmitten zahlreicher anderer Zellverb\u00e4nde der Niere nicht nur zu visualisieren, sondern auch den Zustand und Dynamik ihrer Genaktivit\u00e4ten nahezu in Echtzeit zu erfassen. <!--more--><br \/>\nMit dem neuen Verfahren erstellte das Team ein hochaufl\u00f6sendes Profil dieser Zellen, an denen derartige Untersuchungen bisher kaum m\u00f6glich waren. Die Forschungsgruppe berichtete \u00fcber ihre Ergebnisse in &#8222;Scientific Reports&#8220;. Dabei handelt es sich um , eine Wissenschaftszeitschrift der Nature-Gruppe.<br \/>\nMakrophagen sind wichtige Zellen des Immunsystems, die an einer Vielzahl von Entz\u00fcndungsprozessen in zahlreichen Geweben beteiligt sind. &#8222;Gerade deshalb finden Gewebs-Makrophagen in der Medizin besondere Beachtung&#8220;, erkl\u00e4rte Studienleiter Grgic.<br \/>\nDiese auch als &#8222;Fresszellen&#8220; bekannten Abwehrzellen kommen auch in gesunden Organen vor, einschlie\u00dflich der Niere, wo sie unter mehr als zwei Dutzend anderen Zell arten als quasi W\u00e4chter gut verborgen sitzen und kaum zug\u00e4nglich sind. &#8222;Das macht es so schwierig, reine und unverzerrte Informationen \u00fcber sie zu sammeln&#8220;, erkl\u00e4rte Grgic.<br \/>\nAllerdings w\u00e4re es wichtig, mehr \u00fcber die biologischen Eigenschaften, Funktionen und Verhalten dieser Zellen in Erfahrung zu bringen. Dabei z\u00e4hlen Ver\u00e4nderungen in den Genexpressionsmustern zu den am fr\u00fchesten messbaren Anzeichen f\u00fcr Krankheitsprozesse, die oftmals weit vor einem pathologischen &#8211; und nicht selten unumkehrbaren &#8211; Umbau der Gewebestruktur auftreten k\u00f6nnen. &#8222;Eine zellspezifische Erfassung von Genexpressions\u00e4nderungen b\u00f6te somit die M\u00f6glichkeit, fr\u00fchzeitig und zielgerichtet in sch\u00e4digende Vorg\u00e4nge eingreifen zu k\u00f6nnen&#8220;, erl\u00e4utert Erstautor Dr. Andreas Hofmeister, der an der Studie im Rahmen seiner Doktorarbeit bei Prof. Grgic ma\u00dfgeblich beteiligt war.<br \/>\nDie Forschungsgruppe konzipierte zun\u00e4chst ein k\u00fcnstliches Genkonstrukt, das nur in Makrophagen aktiviert wird und dann anhand eines synthetisierten Farbstoffs (eGFP) identifizierbar ist. Ein weiterer Bestandteil des Konstrukts ist das ribosomale Protein L10a, das daran beteiligt ist, wenn Gentranskripte &#8211; sogenannte &#8222;mRNAs&#8220; &#8211; in Proteine umgesetzt werden. Diese hochinformativen Komplexe aus Ribosomen und mRNAs werden auch als Polysomen bezeichnet.<br \/>\nDa ausschlie\u00dflich Makrophagenzellen das &#8222;eGFP-L10a&#8220; Fusionsprotein herstellen, ist es nun m\u00f6glich, mittels magnetischer Mikro-K\u00fcgelchen mit spezieller Antik\u00f6rper-Ummantelung das beflaggte k\u00fcnstliche Protein im aufgel\u00f6sten Organ zu &#8222;greifen&#8220; und mitsamt den anh\u00e4ngigen, makrophagen-spezifischen Polysomen herauszuziehen; Kontamination und Verzerrung durch Genprodukte anderer Zelltypen desselben Organs werden verhindert.<br \/>\nDie Forschungsgruppe nennt ihr System &#8222;MacTRAP&#8220;. &#8222;Es gibt f\u00fcr den TRAP Ansatz ein gro\u00dfes Spektrum an Nutzungsm\u00f6glichkeiten nicht nur in der Niere, sondern auch in anderen Geweben und Organen wie zum Beispiel Lunge, Leber, Haut und Gef\u00e4\u00dfsystem&#8220;, erkl\u00e4rte Grgic. Das sei deshalb so, &#8222;da das System organ\u00fcbergreifend funktioniert, somit universell einsetzbar sein sollte&#8220;. Die neuartige MacTRAP Mauslinie ist bis dato &#8222;ausschlie\u00dflich an der Philipps-Universit\u00e4t verf\u00fcgbar und bislang auch nicht kommerzialisiert.&#8220;<br \/>\nGrgic arbeitet an der Marburger Klinik f\u00fcr Innere Medizin und Nephrologie. Neben seiner Arbeitsgruppe und weiteren Wissenschaftlern der Philipps-Universit\u00e4t beteiligten sich Forscher der Justus-Liebig-Universit\u00e4ten Gie\u00dfen, W\u00fcrzburg und Heidelberg sowie aus den USA an der Studie. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Von Behring-R\u00f6ntgen-Stiftung sowie weitere Geldgeber unterst\u00fctzten die Forschungsarbeit.<br \/>\nDie Infektions- und Entz\u00fcndungsforschung geh\u00f6rt zu den Profilbereichen des Forschungscampus Mittelhessen (FCMH). Der FCMH ist eine hochschul\u00fcbergreifende Einrichtung der JLU Gie\u00dfen, der Philipps-Universit\u00e4t Marburg und der Technischen Hochschule Mittelhessen, deren Aufgabe in der St\u00e4rkung der regionalen Verbundbildung in der Forschung, Nachwuchsf\u00f6rderung und Forschungsinfrastruktur liegt.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Ivica Grgic hat eine neue genetisch ver\u00e4nderte Mauslinie entwickelt. 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