{"id":4837,"date":"2020-03-17T12:27:49","date_gmt":"2020-03-17T11:27:49","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=4837"},"modified":"2020-03-17T12:27:49","modified_gmt":"2020-03-17T11:27:49","slug":"marburg-machts-moeglich-neues-merian-zentrum-in-tunesien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=4837","title":{"rendered":"Marburg macht\u00b4s m\u00f6glich: Neues Merian-Zentrum in Tunesien"},"content":{"rendered":"<p>Auf Initiative der Philipps-Universit\u00e4t startet am Mittwoch (1. April) ein Merian-Zentrum in Tunesien. Forschungsthema ist die Entwicklung des Maghreb nach dem Arabischen Fr\u00fchling. <!--more--><br \/>\nTunesien, Algerien, Libyen, Marokko und Mauretanien z\u00e4hlen zum Maghreb. Seine Zukunft ist nicht nur f\u00fcr die Region selbst wichtig. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit schauen auf den Maghreb, wenn sie zu einigen der br\u00e4ngendsten Themen der Zeit forschen.<br \/>\nMigration, Verteilung von Ressourcen, religi\u00f6se Konflikte und Identit\u00e4tskonflikte lassen sich dort beispielhaft erforschen. Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) f\u00f6rdert das Merian-Zentrum w\u00e4hrend einer ersten dreij\u00e4hrigen F\u00f6rderphase mit insgesamt mehr als 1,7 Millionen Euro.<br \/>\nDas &#8222;Merian Centre for Advanced Studies in the Maghreb&#8220; (MECAM) bietet der Maghreb-Forschung eine internationale Plattform. Das Leitthema lautet &#8222;Imagining Futures &#8211; Dealing with Disparity&#8220;. Koordiniert wird das Zentrum von Prof. Dr. Rachid Ouaissa vom Marburger Centrum f\u00fcr Nah- und Mitteloststudien (CNMS). Partner in Tunesien sind die Universit\u00e9 de Tunis, die Universit\u00e9 de Sfax sowie das Institut Tunisien des \u00c9tudes Strat\u00e9giques in Tunis. Weitere Beteiligte sind die Universit\u00e4t Leipzig, das German Institute of Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg und das Forum Transregionale Studien in Berlin.<br \/>\n&#8222;Das Merian-Zentrum wird ma\u00dfgeblich zur weiteren Internationalisierung des Forschungsprofils der Geistes- und Sozialwissenschaften in den beteiligten L\u00e4ndern beitragen&#8220;, erkl\u00e4rte Universit\u00e4tspr\u00e4sidentin Prof. Dr. Katharina Krause. &#8222;An der Philipps-Universit\u00e4t Marburg ist es in unsere strategischen Bestrebungen eingebettet, ausgew\u00e4hlte Forschungsbereiche mit deutschen und internationalen Partnern weiter zu entwickeln und zu st\u00e4rken.&#8220;<br \/>\n&#8222;Die Erforschung des Maghreb wird die Regionalwissenschaften weiterbringen&#8220;, hofft Ouaissa. &#8222;Mit der Einrichtung des Merian-Zentrums unter Leitung der Universit\u00e4t Marburg etablieren wir ein Alleinstellungsmerkmal in der Regionalforschung des Nahen und Mittleren Ostens in Deutschland.&#8220;<br \/>\nTunesien ist aus der Sicht von Ouaissa ein idealer Standort. Das liegt nicht nur an der Lage des Landes im Herzen des Maghreb. Dieser Standort bietet den Forscherinnen und Forschern aus Deutschland, Tunesien und vielen weiteren L\u00e4ndern gute Bedingungen.<br \/>\n&#8222;Tunesien ist das Geburtsland des Arabischen Fr\u00fchlings und das einzige Land in der Region mit einem gelungenen \u00dcbergang zur Demokratie&#8220;, sagte Ouaissa. &#8222;Akademische Freiheit, Meinungs- und Pressefreiheit sowie eine Zivilgesellschaft mit lebendigen Debatten in den Bereichen Kultur und Politik bieten einen fruchtbaren Boden f\u00fcr unsere Arbeit.&#8220;<br \/>\n&#8222;Imagining Futures&#8220; ist ein Hauptthema des MECAM. Im Mittelpunkt der Forschung steht dabei, wie die Gesellschaften im Maghreb Modelle f\u00fcr die Zukunft ihrer Region neu aushandeln. Eine tiefe Ungleichheit pr\u00e4gt diesen Prozess.<br \/>\nDurch die Islamisierung und die Kolonialherrschaft wurde das westliche Nordafrika im Laufe der Geschichte zu einem Raum des intensiven Austauschs zwischen Afrika, dem Mittleren Osten und Europa. Dort treffen viele Ethnien, Kulturen, Sprachen und Religionen aufeinander. Die sozialen Unterschiede in den L\u00e4ndern sind enorm.<br \/>\nEs gibt prosperierende Regionen an den K\u00fcsten, in den Hauptst\u00e4dten und in einigen Wirtschaftszentren. Dagegen fehlen besonders in l\u00e4ndlichen Gegenden Arbeitspl\u00e4tze, Bildungsm\u00f6glichkeiten, Gesundheitsversorgung und Sicherheit.<br \/>\nDie Folgen sind Flucht, soziale Unruhen und Extremismus. Wie gehen die Gesellschaften mit der Ungleichheit um? Das ist das Thema des zweiten Aspekts der Forschung im MECAM: &#8222;Dealing with Disparity&#8220;.<br \/>\nDie Fragen zur Zukunft des Maghreb spiegeln sich in den f\u00fcnf Themenfeldern des MECAM wieder. Diese befassen sich mit den Folgen der Abwanderung der jungen Generation, mit der Aufarbeitung vergangener Gewalttaten und Repressionen, mit der k\u00fcnstlerischen Darstellung von Erfahrungen und Zukunftsvorstellungen, mit der Suche nach einem nachhaltigen Wirtschaftssystem und mit der Frage, wie die Pluralit\u00e4t der Identit\u00e4ten im Maghreb die Diskussion \u00fcber Zukunftsmodelle beeinflusst.<br \/>\nDas Merian-Zentrum wird in die Universit\u00e9 de Tunis integriert. Weitere Standorte des Zentrums sind in Casablanca und Beirut geplant. MECAM wird auch enge Beziehungen zum Verbindungsb\u00fcro der Philipps-Universit\u00e4t in Kairo unterhalten.<br \/>\nDreh- und Angelpunkt des Projekts wird jedoch Tunis sein, wo ein weiteres Verbindungsb\u00fcro der Marburger Universit\u00e4t entstehen wird. Dort treffen sich Forscherinnen und Forscher aus Deutschland und arabischen L\u00e4ndern, Promovierende, Postdocs und junge Professorinnen und Professoren aus der ganzen Welt f\u00fcr gemeinsame Projekte.<br \/>\n&#8222;Maria Sibylla Merian Centres for Advanced Studies&#8220; sind internationale Forschungskollegs, die vom Bundesforschungsministerium (BMBF) finanziert werden. Ihr Ziel ist, die Internationalisierung der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften zu f\u00f6rdern. Die Merian Centres sind an einer wissenschaftlichen Einrichtung des Gastlandes angesiedelt und werden von deutschen Forschungseinrichtungen in Partnerschaft mit dieser Gasteinrichtung aufgebaut und betrieben.<br \/>\nDas Bundesforschungsministerium bewilligte bereits Merian-Zentren in Indien, Mexiko, Brasilien und Ghana. Benannt sind sie nach der Naturforscherin und K\u00fcnstlerin Maria Sibylla Merian (1647-1717).<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Initiative der Philipps-Universit\u00e4t startet am Mittwoch (1. April) ein Merian-Zentrum in Tunesien. Forschungsthema ist die Entwicklung des Maghreb nach dem Arabischen Fr\u00fchling.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[2388,2389,2390],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-1g1","jetpack-related-posts":[{"id":12426,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=12426","url_meta":{"origin":4837,"position":0},"title":"Unklare Zukunftsaufgabe: 9 Millionen f\u00fcr deutsch-tunesisches Forschungsprojekt","date":"21. April 2023","format":false,"excerpt":"Neun Millionen Euro wurden f\u00fcr ein internationales Forschungsprojekt im Maghreb bewilligt. 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